Viele Fans des Epos von Tolkien mögen mir folgenden Beitrag übel nehmen, aber das Folgende ist nur mein subjektives Empfinden und nur meine mit Sicherheit nur von der Minderheit unterstützte Meinung. Nichtsdestotrtz sollte auch dieser Meinung vielleicht Gehör geschenkt werden? Danke:-)
Von vielen als der krönende Abschluß der Trilogie zelebriert, fällt es mir persönlich manchmal schwer, diese Filme auseinander zu halten. Ganz zu schweigen davon, dass mir nichts wirklich Krönendes aufgefallen ist. Aber dazu gleich mehr.
Genauso wie die übrigen zwei Teile dauert dieser Film eine Ewigkeit, man sieht sich von einer Schlacht zur nächsten getragen (seien es nun große Schlachten oder kleine private Schlachten), immer begleitet von der fast gleich bleibenden Filmmusik, die nie aufzuhören scheint, fast so als wäre man im Supermarkt, und hinter der Musik würde einem eine nur mit dem Unterbewusstsein wahrnehmbare Stimme einreden, dass man es hier mit dem größten aller Filme zu tun hat.
Es kommt wie es kommen muß zum finalen Showdown zwischen gut und böse, und obwohl das Gute gewinnt, so hinterlässt es bei den Guten einen faden Beigeschmack, keiner kommt ohne Verluste davon.
So weit so gut. Das alleine klingt ja eigentlich nicht wirklich schlecht, aber dieser Film ist einfach eine Qual zu ertragen, aus mehreren Gründen:
1. Was soll diese blöde Liebesgeschichte zwischen Liv Tyler und diesem Typen?
2. Wieso dauert das Ende so verdammt lange? Irgendwann wäre mir fast der Schädel geplatzt, ob dieser ewig in die Länge gezogenen Melodramatik und Tragik und dieser beschissenen Blicke Frodos. Anstatt mich am Herzen zu rühren, hatte ich fast das Gefühl, dass mir dieser Film damit Hämorrhoiden zufügt.
3. Wieso hat man das Gefühl, man würde teilweise einem Remake des äußerst rassistischen Stummfilms die Geburt einer Nation zuschauen, als Beispielsweise der WEISSE Gandalf sein Heer gegen die schwarzen Bösewichter in die Schlacht führt?
4.Wieso wird niemals beispielsweise an eine diplomatische Lösung gedacht, wieso artet alles in einer fatalistischen Art und Weise aus?
5. Wieso wird alles was die Guten sagen und tun ohne Hinterfragung als richtig eingestuft und nicht auch mal ihnen zugestanden, dasss sie Fehler machen könnten? So ist beispielsweise die Szene, in der Gandalf jemanden, der gerade am Zweifeln ist und tierische Angst vor der bevorstehenden Schlacht hat, geradezu zur Schnecke macht, als wäre er Drillseargent D., derart dargestellt, als würde Gandalf, der angeblich Weise, richtig reagieren. Tatsache ist jedoch, dass er als weiser Mann eigentlich Trost spenden könnte und es diesem Jungen erklärt, warum diese Schlacht so wichtig ist - überspitzt formuliert vielleicht sogar bei einem Glas Pfefferminztee.
So ist alles sehr spektakulär und groß, jedoch völlig ohne Tiefgang. Da wo Tiefgang sein sollte, stiert einen dieser schwachsinnige Frodo triefsinnig an.
Da wo große Gesten und Reden sein sollten, sind einfache Sprüche und reißerische Elemente.
Und zu allem Überfluß wird (ich wiederhole mich hier auch nur allzu gerne: Nur meine persönliche Meinung, laßt euch diesen eventuellen Quatsch ja nicht einreden, wenn ihr den Film mögt) zunehmend der Zwei-Klassen-Gesellschaft gehuldigt: Schawrz=Böse, Weiß=Gut als einfachstes Beispiel.
Als weiterer Beleg dient hier dieser merkwürdige Waldläufer, der nur auf Grund seines Geburtsrechts (vor zig Tausenden von Jahren erworben!!!) auserkoren ist, König zu werden.
Sollte nicht - zumindest in der Fantasywelt - gleiches Geburtsrecht für alle gelten?
Man kann jetzt argumentieren, dass HdR ja eigentlich nur Fantasy ist und man nicht nach zu vielen Parallelen in der Realität suchen sollte. Da das Buch ja 1000 Seiten und mehr hat, also schon komplex genug sein dürfte, musste man sich wohl auf eine einfache Gut-Böse-Schematisierung herablassen. Scheint ja trotzdem ganz gut gelungen zu sein. Bei dem Fan-Anhang.
Kann man meinen.
Kann man aber nicht genausogut fragen, und sei es auch nur, um zu provozieren: Ist das alles nicht vielleicht deshalb so aufgebläht und bombastisch gemacht worden, nur um diese versteckten Nachrichten unterschwellig besser unters Volk bringen zu können?
Ich denke, das ist vielleicht zuviel des Guten, zugegeben. Die Leser und Zuschauer sind mit Sicherheit mündig genug, den Unterschied zu bemerken, unbd weder Tolkien noch Jackson sollten solche Hintergedanken angedichtet werden, dennoch gibt es zuviel, was dann schließlich bei mir negativ aufschlägt.
Also zusätzlich zu dieser sehr fragwürdigen Aussage der Trilogie, und wenn ich der einzige bin, der das so aufgefaßt hat, den enormen Längen (vor allem gegen Ende), der nervtötenden Musik und den manchmal nicht ganz überzeugenden Effekten kommt für mich noch dieser ganze ekelhafte Ausverkaufseffekt, dem sich die Fans ja fast schon sklavisch unterordnen, hinzu; sowie die Tatsache, dass die Teile von Teil zu Teil für mich schwächer zu werden schienen.
Macht für mich also einen ganz mageren1 Punkt