Review

"Ein Ring sie zu Knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden."

Das ist also der dritte Teil des bisher größten Mammutprojekts der Filmgeschichte. Jahrelang hatte sich niemand getraut, dass Projekt in Angriff zu nehmen, obwohl die Drehbücher bereits seit Jahrzehnten existierten. Sogar Meisterregisseur Stanley Kubrick plante die Verfilmung, nahm es aber schließlich nicht in Angriff. Schließlich fand Peter Jackson mit New Line Cinema endlich einen Geldgeber, der aus dem geplanten Zweiteiler sogar eine Trilogie machte. Nachdem die Drehbücher umgeschrieben waren konnte es also losgehen. Über 1 Jahr lang drehte Peter Jackson mit einem unglaublichen Budget von 330 Millionen Dollar diese Trilogie auf Neuseeland. Die Filme hätten also die größten Flops der Filmgeschichte werden können, doch bereits nach dem Riesenerfolg des ersten Teils, konnten Regisseur Peter Jackson und Produzent Jerry Bruckheimer durchatmen, da der Film über 800 Millionen Dollar einspielte. Der zweite Teil war mehr oder weniger ein Selbstläufer und spielte sogar über 900 Millionen Dollar in die Kinokassen. Die beiden Teile gewannen zusammen 6 Oscars. Also stellte sich nun die Frage, ob der 3. Teil mithalten kann, oder sogar die ersten beiden Teile in den Schatten stellen kann. Mit einem Einspielergebnis von 1,12 Milliarden Dollar und 11 Oscars tat er dies sogar, zog damit mit "Ben Hur" und "Titanic" gleich und bekam als erster Fantasy-Film den Oscar als bester Film. Aber nun erst mal von vorn:

"Aus Asche wird Feuer geschlagen, aus Schatten geht Licht hervor, heil wird geborstenes Schwert und König, der die Krone verlor"

Nachdem sie sich im ersten Teil von den übrigen Gefährten getrennt haben, sind Frodo und Sam immer noch mit ihrem Führer Gollum auf dem Weg nach Morder, um den Ring zu vernichten und damit Saruman endgültig zu töten. Pippin findet Sarumans Palantir und kann so vorhersehen, dass Sauron plant, Minastirit, die Stadt der Könige, anzugreifen. Er und Gandalf machen sich auf den Weg, um den Troxes zu warnen. Dieser scheint die Gefahr allerdings nicht zu erkennen und versinkt in der Trauer über den Tod seines ältesten Sohnes und verdächtigt Gandalf sogar, ihn von seinem Thron verdrängen zu wollen. Während der Feind sich nähert, macht sich auch das Volk von Rohan kampfbereit, um Gondor bei der finalen Schlacht bei Minastirit zu unterstützen. Währenddessen versucht Gollum Frodo zu töten und schafft es mit einem Trick, Sam loszuwerden.

"Diese Aufgabe ist für dich bestimmt, Frodo aus dem Auenland. Wenn du keinen Weg findest, findet ihn niemand."

Die Story ist brilliant. Die Charaktere und ihre verschiedenen Verhältnisse und Beziehungen haben sehr viel Tiefe, sodass man den Film eigentlich erst nach mehrmaligem Anschauen richtig versteht. Auch die, auf den ersten Blick unscheinbar und unwichtig wirkenden Nebencharaktere bekommen im Film ihren Platz, sodass wirklich nichts Wichtiges aus der Romanvorlage von J. R. R. Tolkien fehlt. Das enge Band von Frodo und Sam wird erst in diesem Teil deutlich. Die Rolle des Aragorn, der nun endlich seiner Bestimmung folgt, wird auch näher beleuchtet. Die Beziehung zwischen Arwen und Arragorn findet endlich einen Ausgang und auch die Frage, wie Gollum zu dem wurde, was er ist, wird endlich geklärt. In Gollum vereinen sich einmal mehr Besessenheit, Verrat, Verzicht, Freundschaft und Feindschaft, sowohl zu anderen Personen, als auch zu sich selbst. Die Macht, die der Ring auf einzelne Figuren ausübt, wird in diesem Film deutlicher als in seinen Vorgängern dargestellt. Die Wendungen sind ebenfalls brilliant und können die Spannung an einigen Stellen deutlich erhöhen. Für diese Story gab es zu recht den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.

"Und so geschah es, dass das vierte Zeitalter in Mittelerde anbrach. Und die Gemeinschaft des Rings, obgleich auf ewig verbunden in Liebe und Freundschaft, löste sich auf"

In der ersten Szene wird erst einmal gezeigt, wie aus einem Hobbit namens Smeagol das Geschöpf Gollum wurde. Es ist durchaus geschickt, dies erst im dritten Teil zu zeigen, da es sonst den Vorspann im ersten Teil nur verlängert hätte und zwischen den vielen Informationen, die gegeben werden, untergegangen wäre. Schnell entwickelt der Film einen guten Unterhaltungswert, selbst, wenn man die beiden anderen Teile nicht gesehen hat. Wer die beiden ersten Teile bereits "erleben durfte", ist direkt voll bei der Sache. Spätestens wenn die Schlacht im Mittelteil beginnt, ist der Film nicht nur unterhaltsam, sondern spannend und fesselnd. Wenn Frodo und Sam sich dann in einer scheinbar aussichtslosen Lage in Mordor befinden, baut der Film endgültig atemlose Hochspannung auf. Die Monologe des schizophrenen Gollum und die Macht, die vom Ring ausgeht, erhöhen den Nervenkitzel noch weiter. Der Mittelteil verliert nach dem Ende der Schlacht überhaupt nicht an Fahrt, da Sam und Frodo in Mordor weiter vorrücken. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen (Obwohl eigentlich kaum jemand die Story nicht kennen dürfte), kann ich sagen, dass das Ende des Mittelteils noch spannender wird, da sich das Schicksal der Menschheit im Schicksalsberg und vor den Toren Mordors entscheidet und sich Jackson viel Zeit nimmt, bis er schließlich den Ausgang zeigt. Das Ende liefert dann noch ein paar Informationen, wie es mit den Charakteren weitergeht und beendet die Trilogie hervorragend und emotional. Alles in allem wird "Die Rückkehr des Königs" nie langweilig und ist meist spannend, aufregend und dramatisch.

"Vorwärts, und fürchtet keine Dunkelheit. Auf, auf Ihr Reiter Theodens. Speer
wird zerschellen, Schild zersplittern, ein Schwerttag, ein Bluttag, ehe
die Sonne steigt. Reitet, reitet nun, reitet zur Vernichtung
und zum Ende der Welt."

Die Umsetzung ist Peter Jackson hervorragend gelungen. Die Kulisse von Neuseeland ist einmal mehr malerisch und ausdrucksvoll in Szene gesetzt. Die Kamera gleitet förmlich über die Gebirge, Wälder und Einöden, sodass sich die Bilder in das Gedächtnis des Zuschauers brennen. Dass Peter Jackson keine Kosten und Mühen scheute sieht man den beeindruckenden künstlichen Kulissen von Mordor oder Minastirit an. Die hervorragenden Bauten sind detailverliebt und gewaltig zugleich. Auch dies sind Bilder, die man nie wieder vergisst. Die Filmmusik ist dem herausragenden Komponisten Howard Shore sehr gut gelungen. Mit Spannungsmusik kann er die Schlacht- und Kampfszenen hervorragend unterlegen. Auch die ruhigen und poetischen Momente kann er hervorragend und subtil unterstreichen. Die Herr der Ringe Trilogie erkennt man bereits am Soundtrack, ohne auch nur eine Szene zu sehen. Auch die Maske leistet hervorragende Arbeit. Man schafft es , die Orks und Uruk Hai dämonisch und furchteinflössend wirken zu lassen, ohne, dass Herr der Ringe zu einer Freakshow ausartet.

"Wie knüpft man an, an ein frühres Leben? Wo macht man weiter, wenn man
tief im Herzen zu verstehen beginnt, dass man nicht mehr zurück kann?
Manche Dinge kann auch die Zeit nicht heilen. Manchen Schmerz, der zu
tief sitzt und einen fest umklammert."

Auch bei den Effekten zeigt sich Jackson als Perfektionist. Wirklich alles wurde hervorragend animiert und wirkt nahezu echt. Die Nazgul und ihre Drachen sind hervorragend gemacht, genauso, wie jede einzelne der vielen Schlacht-Sequenzen virtuos und perfekt inszeniert ist. Die Oliphanten (die elefantenähnlichen Wesen, die an der Schlacht beteiligt sind), sind ebenfalls hervorragend inszeniert. Bei ihnen handelt es sich um 12 Meter hohe Requisiten (Weltrekord), was einmal mehr zeigt, was Jackson sich alles einfallen lies, um den Film zu perfektionieren. Doch das vermutlich Wichtigste ist die Animierung vor Gollum, die mit einer neuartigen Technik hervorragend gelang und nach "Abyss" und "Jurassic Park" neue tricktechnische Maßstäbe setzte. Die Kameraführung ist ebenfalls perfekt und vermittelt die beeindruckenden Bilder hervorragend. Der Schnitt, der im zweiten Teil ein wenig zu langsam war, ist in "Die Rückkehr des Königs" einwandfrei. Die Schlachtszenen und Dialoge wechseln sehr gut und Jackson lässt sich sogar Zeit für einige musische und poetische Momente. Die einzelnen Szenen wurden sehr gut dosiert. Der Film ist rundum meisterhaft gemacht.

"Ich will nicht sagen, weinet nicht. Denn nicht alle Tränen sind von Übel."

Peter Jackson gelingt es zu jeder Szene die passende Atmosphäre zu "basteln". In Mordor ist es so finster und karg, dass wirklich alles hoffnungs- und aussichtslos wirkt. Doch Jackson schafft es immer einen Funken der Hoffnung aufrecht zu erhalten, z.B. durch das symbolische Anzünden der Leuchtfeuer. In den Schlachten gibt es meist eine gespannte und gefährliche Atmosphäre. Am Ende ist die Atmosphäre sehr beruhigend und geborgen. Vor allem zum Ende hin, z.B. bei Frodos Kampf mit der Riesenspinne oder beim finalen Kampf im Schicksalsberg ist die Atmosphäre unglaublich gespannt. Peter Jackson, der vor der Herr der Ringe Trilogie nur durch unbedeutende Independent-Produktionen auffällig geworden war, hätte vermutlich niemand einen solchen Film zugetraut, an dem wirklich alles stimmt. Man merkt wirklich jeder Szene an, dass der Meisterregisseur mit viel Hingabe am Werk war. Schade, dass er mit dem schwachen King Kong bewies, dass "Herr der Ringe vielleicht doch nur ein Glückstreffer war.

"Ich will in keine Schlacht ziehen. Aber auf eine zu warten, der man nicht entgehen kann, ist noch schlimmer."

Dies ist jetzt der Versuch, am Film vielleicht doch noch ein paar negative Punkte zu finden. Man kann dem Film vorwerfen, dass er übertrieben heroisch ist. Doch beim Film geht es im Endeffekt um den ewigen Kampf von Gut und Böse und die Helden müssen entsprechend heroisch dargestellt werden. Darüber hinaus geht es auch um Mut und Freundschaft und da darf diese Darstellung einfach nicht fehlen. Die übertriebene Maske könnte manchen Zuschauern unter Umständen nicht gefallen. Allerdings trägt Peter Jackson nicht zu dick auf hält sich an die Vorgaben der Buchvorlage und lässt den Film zu keinem Zeitpunkt wie eine Freakshow wirken. Außerdem fällt es schwer, den Überblick über die vielen Figuren und Ereignisse zu behalten, man muss dem Film also mit Konzentration folgen können. Wenn man sich diesen Teil ansieht, ohne die ersten beiden gesehen, bzw. das Buch gelesen zu haben, wird man durch die Schlachten und Effekte zwar gut unterhalten, aber nicht wirklich gefesselt. Im Prinzip kann man an diesem Meisterwerk gar nichts kritisieren.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Seite an Seite mit einem Elb sterben würde"; "Wie wäre es Seite an Seite mit einem Freund?"; "Ja, da hätte ich nichts dagegen"

Viggo Mortensen spielt die Rolle des Aragorn hervorragend. Vor allem bei seinen Ansprachen und den Kampfszenen sieht man ihm den Spaß am Spiel an. Durch die Trilogie hatte er endgültig seinen Durchbruch und ist dieses Jahr sogar für den Oscar nominiert. Elijah Wood spielt die Rolle des mittlerweile weinerlichen und entkräfteten Frodo sehr gut. Vor allem in den Szenen, in denen der Ring wieder Macht auf ihn ausübt, ist er sehr stark. Ian McKellen ist ebenfalls sehr gut. Für den Oscar-Preisträger ist die Rolle des Gandalf ohne Frage die beste seines Lebens. Er ist der beste Darsteller von allen und die absolute Topbesetzung für diese Rolle. Sean Astin ist ebenfalls sehr gut und in der Rolle des Sams sehr überzeugend. Sein Zusammenspiel mit Wood macht den Film sehr emotional. Orlando Bloom ist ebenfalls sehr gut und strahlt den Anmut eines Elben hervorragend aus. John Rhys-Davis ist als Gimli überzeugend und äußerst amüsant. Liv Tyler, Ian Holm und Hugo Weaving sind in Nebenrollen zu sehen. In der verlängerten Fassung hat Peter Jackson einen Cameo-Auftritt und auch Christopher Lee ist noch einmal als Saruman zu sehen.

"Mut ist die beste Verteidigung, die ihr jetzt habt."

Die verlängerte Fassung ist ebenfalls empfehlenswert. Sie enthält einige Dialoge, die ein paar Charaktere noch tiefer beleuchten. Einige blutige Schlachtszenen sind ebenfalls hinzugefügt worden. Auch diese sind gut animiert und lohnen sich auf jeden Fall. Bei machen Szenen, wie zum Beispiel bei der mit Sarons Mund, oder bei Sarumans Tod, kann man jedoch froh sein, sie entfernt zu haben. Auch das Bonus-Material ist durchaus lohnend.
Verglichen mit den anderen Teilen ist dieser der beste, da er spannender und vor allem noch gewaltiger als die anderen Teile ist. Bei die "Die zwei Türme" war der Schnitt ein wenig zu langsam und bei "Die Gefährten" waren die Effekte und die optische Brillianz noch nicht ganz so ausgeprägt.

"Den Tod als Gewissheit... geringe Aussicht auf Erfolg... worauf warten wir noch?"

Vermutlich kann man bereits aus meiner Review schließen, dass es sich bei diesem Werk um meinen Liebelingsfilm handelt. Ohne die beiden ersten Teile gesehen zu haben, habe ich den Film damals im Kino gesehen und nur geschätzte 20% der Handlung verstanden, fand den Film aber dennoch spannend. Nachdem ich dann die beiden ersten Teile erleben durfte, habe ich den Film noch einmal gesehen und fand ihn sogar noch besser. Objektiv betrachtet ist "Die Rückkehr des Königs" einer der besten Filme aller Zeiten, subjektiv betrachtet, der beste.
Nach dem sensationellen Erfolg von "Herr der Ringe" war es ja bereits abzusehen, dass mehrere Regisseure und Produzenten die Chance wittern würden, mit einem Fantasy-Film große finanzielle Erfolge zu erzielen. So wurden die "Chroniken von Narnia", deren Drehbuch ebenfalls bereits sehr lang existierte, auch verfilmt, doch gemessen an diesem Film sind alle Nachfolger wie "Narnia", "Der goldene Kompass" oder "Eragon" null und nichtig (Ja! Auch Fluch der Karibik).

In euren Augen sehe ich dieselbe Furcht, die auch mich verzagen ließe!
Der Tag mag kommen, da der Mut der Menschen erlischt, da wir unsere
Gefährten im Stich lassen und aller Freundschaft Bande bricht, doch
dieser Tag ist noch fern! Die Stunde der Wölfe und zerschmetterter
Schilde, da das Zeitalter der Menschen tosend untergeht, doch dieser
Tag ist noch fern, denn heute kämpfen wir! Bei allem, was euch teuer
ist auf dieser Erde, haltet stand, Menschen des Westens!"

Fazit:
"Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" ist ein wirklich hervorragendes Werk mit einer genialen Story, die wirklich alles Wichtige aus dem Buch beinhaltet. Peter Jackson inszeniert den Film virtuos und detailverliebt. Kulisse, Maske, Musik, Atmosphäre und Effekte sind einfach hervorragend. Die Charaktere haben Tiefe und werden durch tolle Schauspieler hervorragend gespielt. Meiner Meinung nach der beste Film aller Zeiten.

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