Ein Review von einem "Fantasiewelt-eher-abgeneigten" Buchvorlagen-NICHT-Kenner
Wie schon im Review zur 1. + 2. Episode betont, kenne ich die Buch-Vorlage nicht und bewerte den Film nur anhand seiner inszenatorischen Qualität.
Ansichts-Sache: Extended-Version
Der etwas bittere Nachgeschmack des 2. Teils trübte zunächst den Genuss des letzten Ringe-Kapitels, und erst im weiteren Verlauf entpuppte sich, das hier die Essenz der beiden Vorgänger auf feinste Art vermengt wurde und zu einem Leckerbissen für meine Augen avancierte.
Endlich stimmte alles.
Die galant ausgewogene Symbiose aus Schlachten, Abenteuer und Philosophie kann hier nun endgültig überzeugen, denn auch an den oft bemängelten Effekten wurden Teile der Einnahmen aus beiden Vorgängern spürbar Re-investiert. Selbst das etwas komisch aussehende behupfen eines Rüsseltiers von Legolas interpretiere ich eher als elbisches Bewegungsmerkmal denn als misslungene Computeranimation (das gilt ebenso für das behupfen eines Trolls in Teil 1).
Die Rangeleien (bzw. Kämpfe) selbst wurden zudem besser ausgeleuchtet und bestehen aus längeren Takes; mitunter fällt die Kamera herabstürzenden Soldaten hinterher (beeindruckend). Die detaillierteren Schlachtengefechte finden ihren olifantösen Höhepunkt, als selbige Reittiere erscheinen sowie als die "grüne Pest" über die einfallenden Orkse/Uruks hinwegfegt. Aber auch die Philosophie-Schraube wird an einigen Stellen noch etwas fester angezogen als im ersten Teil (z.B. das Gespräch zwischen Gandalf und Pippin zum Thema "Tod").
Schön ist auch der Selbstdezimierungsprozess der Orkse/Uruks anzusehen, eklig dagegen der verpustelte Ober-Ork (der Ork vom Mork?).
Strikt getrennt bleiben die Wege von Frodo, Sam + Gollum gegenüber dem Rest der kurzfristig wiedervereinigten Gefährten-Truppe. Merry + Pippin werden kurz nach dem Zusammentreffen mit dem Rest der G8 räumlich voneinander getrennt und jeweils zu "Soldätchen" ernannt, wobei Pippin etwas mehr zu erledigen hat, nachdem er mit Gandalf zur weißen Stadt aufbrach.
IAN-"Gandalf"-McKELLEN ist also wieder voll da und sein Tatendrang sticht hervor wie nie zuvor, wohingegen Frodo&Co. seltener eingeblendet werden, jedoch in nicht weniger aufregenden Sequenzen. Frodo wird physisch immer schwächer, Gollum immer böser und Sam wächst über sich hinaus. Doch auch hier ereignen sich durchaus spannende Momente, die teilweise für arachnophobisch veranlagte Zuschauer nicht empfehlenswert sind (für alle anderen aber schon).
Nachdem getan wurde, was getan werden musste, gibt es ein herzerwärmendes Wiedersehen mit allen Protagonisten, was aber auch Abschied voneinander bedeutet und jeder für sich seinen weiteren Lebensweg beschreitet.
Die Geschichte packt einen von Beginn an und lässt einen nicht mehr los, bis das letzte Schiff die Mittelerde verlässt.
Und neues Leben beginnt...
Alle drei Kapitel betreffend stellt sich zum Ende der Trilogie für mich persönlich dann doch noch eine unbeantwortete Frage:
Wo waren eigentlich die ganzen Adler in all' den vorherigen Gefahrensituationen???