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Die wohl größte Filmtrilogie aller Zeiten, findet mit "Die Rückkehr des Königs" ihren würdigen Abschluss. Nicht nur wurde dieser Teil mit elf Oscars ausgezeichnet, sondern knackte auch die ein Milliarden Dollar Marke bei den weltweiten Einspielergebnissen. Doch man braucht hier schon Sitzfleisch, um sich durch knapp vier Stunden Filmmaterial zu kämpfen, wird dafür aber mit einer der größten Filmschlachten aller Zeiten belohnt. Jedenfalls ist Peter Jackson (Braindead, King Kong) und seiner Crew bei einem verhältnismäßig geringem Budget von knapp hundert Millionen Dollar ein Stück Filmgeschichte gelungen, welches leider extrem fordergründig auf massig CGI-Effekte setzt, wesentlich mehr als in den Vorgängern.

Frodo (Elijah Wood), sein treuer Kumpan Sam (Sean Astin) nähern sich zusammen mit Gollum (Andy Serkis) langsam dem dunklen Land Mordor. Sie ahnen ja nicht, dass Gollum sie in eine Fallen führen will, um den Ring endlich an sich zu nehmen. Geschickt spielt er Frodo gegen Sam aus, Gollums fieser Plan scheint immer mehr aufzugehen. Derweil steht Mittelerde die entscheidende Schlacht mit Saurons Armeen bevor, der Kampf soll in Gondors Hauptstadt Minas Thirith stattfinden. Während Gandalf (Ian McKellen) und Pippin (Billy Boyd) versuchen die Hauptstadt zu halten, kommen Aragorn (Viggo Mortensen), Gimli (John Rhys-Davies) und Legolas (Orlando Bloom) mit König Theodens (Bernhard Hill) Armee dazu. Es scheint ein schier aussichtsloser Kampf zu werden und eigentlich hängt doch alles an Frodo, der den Ring vernichten muss um Sauron zu bezwingen.

Da hier so gut wie keine neuen Charaktere hinzukommen, kann Jackson deutlich schneller zum Wesentlichen kommen. Nur diese sehr triefigen Sequenzen mit Arwen (Liv Tyler) und auch die Screentime vom unsympathischen Denethor (John Noble) hätte man ein wenig kürzen können, da sie im Vergleich zum restlichen Geschehen völlig unwichtig ist, auch wenn die Figur Faramir (David Wenham) dadurch mehr Tiefe erlangt. Aber im Endeffekt geht es hier um die finale Schlacht zwischen Mordor und Mittelerde und was hier alles aufgefahren wird ist schier unglaublich. Denn Sauron schickt nicht nur seine zahlreichen Orks in die Schlacht, sondern auch die Nasgul, risengroße Mammuts und selbst vom Fluss her droht Gefahr. Und man muss wahrlich nicht lange warten, bis dieses unglaubliche Spektakel beginnen darf. Mit Waffen aller Art beharkt man sich gegenseitig, Jackson verzichtet dabei größtenteils auf Brutalitäten, serviert aber Eyecatcher im Sekundentakt. Besonders die übergroßen Katapulte, welche mit ihren Geschossen die halbe Stadt demolieren, sind eine Wucht. Allerdings bringt das Ganze auch einen kleinen bitteren Nebengeschmack mit sich, denn die Verantwortlichen für Animationen mussten sichtlich Überstunden leisten. Man sollte sich auf immens viel CGI einstellen, der größtenteils hochwertig ausfällt, aber eben nicht immer. Trotzdem reißt einem nicht nur das Geschehen, sondern auch die Optik richtig mit und wirklich jeder Charakter hat hier seinen großen Auftritt, niemand wird vernachlässigt.

Daneben läuft natürlich das Geschehen um Frodo weiter, welches zu Beginn etwas schwächelt. Die üblichen Streitereien mit Gollum, welchem es nun entgültig gelingt Frodo gegen Sam auszuspielen. Richtig interessant wird es aber erst wieder mit der Attacke von Kranka, diese wurde wirklich gut animiert und dürfte beim Arachnophobiker eine Gänsehaut auslösen. Und selbst danach steht Frodo immer noch weiter Weg bis zum Schicksalsberg bevor, den das Auge Saurons sehr gut bewacht. Und hätte Frodo nicht alle paar Minuten seine Schwäche- oder Heulanfälle, wäre es auch wesentlich einfacher dorthin zu kommen. So müssen Gandalf und Co sogar noch ein Ablekungsmanöver inszenieren, damit Fordo unbeschadet zum Berg kommt, um dort noch eine böse Überraschung zu erleben. Auch wenn sich manche Szenen etwas ziehen, gelingt es Jackson die Spannung kontinuirlich auf hohem Niveau zu halten. Auch Gollum darf noch eine wichtige Rolle spielen. Den wehmüten Abschied von jedem Charakter hätte man dann ein bisschen weniger kitschig und auch kürzer fassen können, der eigentliche Kampf mit Sauron ist nämlich schon recht früh vorbei, die letzte halbe Stunde lässt Jackson seinen Figuren, auch Bilbo Baggins (Ian Holm) hat noch seinen Auftritt. Über die Darsteller braucht man wohl keine Worte mehr zu verlieren. Vielleicht könnte Elijah Wood ein bisschen weniger Theatralik an den Tag legen, doch ansonsten leistet die komplette Riege einen tollen Job.

"Die Rückkehr des Königs" stellt noch einmal alles je Dagewesene in den Schatten, drückt aber leider gerne auf die Tränendrüse und stellt heroische Reden in den Fordergrund. Auch darf man das Ganze gerne als CGI-Schlacht bezeichnen und manchmal dürfte sich Jackson gerne kürzer fassen, was auch den sehr versöhnlichen und überlangen Abschied der Figuren betrifft. Doch ansonsten darf man sich auf ein Feuerwerk einstellen, welches man in solchen Dimensionen noch nicht zu Gesicht bekam. Ein absolut würdiger Abschluss dieser Trilogie.

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