Würde man mir eine Pistole auf den Kopf setzen und mich zwingen einen Lieblingsteil aus dieser Reihe zu nennen, so würde mit viel Zähneknirschen die Wahl auf dieses dritte Herr der Ringe Abenteuer fallen. Peter Jackson versprach ein packendes und würdiges Finale und dieses Versprechen hat er eingelöst, und wie! Es gibt die epischste Schlacht, die aus meiner Sicht jemals inszeniert wurde, das packenste Duell zwischen Gut und Böse und der traurigste und gleichzeitig schönste Abschied einer Filmreihe. Gerade bei diesem Teil ist es enorm wichtig zur Special Extended Edition zu greifen, denn hier wurden in der Kinoversion die wichtigsten Szenen heraus genommen, eine davon gibt es gleich zu Beginn zu bestaunen. "Die Rückkehr des Königs" ist der krönende Abschluss einer ganz großen Filmsaga und wird noch in 100, 200 ach 1000 Jahren als Meilenstein bekannt sein, sofern die Erde noch existiert.
Frodo, Sam und Gollum setzen nach einigen Umwegen ihre Reise nach Mordo fort. Doch Gollum führt inzwischen nichts mehr Gutes im Schilde, denn sein Ziel ist es, die Hobbits zu beseitigen und hat sich dafür einen perfiden Plan ausgedacht. Währenddessen muss sich Gandalf mit Pippin rum schlagen, weil Dieser irrtümlich für den Ringträger gehalten wird. Sie Reisen nach Minas Tirith, da Sauron seinen nächsten Angriff dort plant. Doch der Thronwächter, der gleichzeitig noch der Vater von Boromir und Faramir ist, ist nicht mehr bei Verstand und lehnt jede Hilfe ab. Doch Gandalf legt keinen Wert auf die Meinung des Thronwächters und setzt dennoch ein Zeichen für die Rettung von Minas Tirith und benötigt dabei dringend Pippins Hilfe. Währenddessen bereiten sich König Theoden und seine Gefolgsmänner auf die große Entscheidungsschlacht vor und werden dabei selbstverständlich von Gimli, Aragorn und Legolas unterstützt. Wird die Schlacht um Mittelerde gut für unsere Helden ausgehen, oder wird am Ende doch Sauron siegen? Alles hängt von Frodo ab, der nun durch Ring gar nicht mehr klar denken kann und sogar seinen eigenen Freund Sam misstraut.
In der Extended Version gibt es gleich zu Beginn ein packendes Wortduell zwischen Saruman und Gandalf und anschließend die endgültige Abrechnung mit dem finsteren Zauberer. Mit stolzen 263 Minuten ist dies der längste Teil der Reihe doch auch hier vergeht die Zeit wieder wie im Flug. Peter Jackson nimmt sich auch hier wieder viel Zeit für die Emotionen der Charaktere, die Entwicklung der Story und vor allem beim grandiosen Ende. Die Schlacht in Minas Tirith ist mit Worten kaum zu beschreiben, man muss das einfach erlebt haben. Alleine schon Legolas großer Einsatz gegen einen "Elefanten" ist ein Augenschmaus aller erster Güte und wird mit den witzigen Worten "Der zählt trotzdem nur als Einer" von Gimli perfekt abgerundet. Aber auch das perfide Spiel vom Thronwächter Denethor zeugt von großer Schauspielkunst und endet ebenfalls in einem dramatischen und im wahrsten Sinne des Wortes heißem Höhepunkt. Aber sind wir doch mal ehrlich, am meisten ist man gespannt auf das Finale zwischen Frodo, Sam und Gollum. Auch hier gibt es Ereignisse, die an Spannung nicht zu überbieten sind und eine große Spinnenphobie sollte man auch nicht haben, denn die Riesenspinne, mit der sich Frodo und auch Sam prügeln müssen, ist wirklich Ekel pur. Wenn wir dann am Schicksalsberg angekommen sind überschlagen sich die Ereignisse und man kann vor Aufregung die Hände nicht vorm Gesicht wegnehmen. Wenn die Geschehnisse passiert sind, braucht man aber nicht denken, dass der Film einfach lieblos ausklinkt und der Zuschauer einfach entlassen wird. Peter Jackson macht genau das Gleiche wie bei seiner Einleitung. Man merkt richtig, dass der Abschied schwer fällt und so spendet er dem Film dem besten Abschied, den man sich für eine so tolle Filmreihe nur vorstellen kann. Taschentücher sollte man also bereithalten, denn davon wird man eine Vielzahl brauchen!
Sehr viel neue Charaktere tauchen hier nicht auf, denn mit Ausnahme von Denethor der hier von John Noble gespielt wird, bekannt aus der Erfolgsserie "Fringe", taucht hier kein nennenswerter neuer Charakter auf. Dieser Mann hat eine Mimik die ist wirklich schon sehr unheimlich, denn der Wahnsinn ist im buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Ansonsten haben wir unsere altbekannten Lieblinge wieder dabei. Gimli und Legolas liefern sich weiterhin ein Duell im Orks töten, Aragorn bereitet sich auf seine Rückkehr als König vor, Merry möchte zusammen mit Eowyn auch endlich in die Schlacht ziehen, König Theoden führt seine Männer an und leitet sie in eine erbitterte Schlacht gegen Orks und Nazguls und Gandalf verteidigt mit aller Macht die vom Untergang bedrohte Region Minas Tirith. Aber der absolute Wahnsinn ist hier Andy Serkins erneut in der Rolle als Gollum. Spätestens hier ist es einfach nur skandalös, dass dieser Mann keine Oscarnominierung für bekommen hat, denn es sei nochmals erwähnt, dass Serkins Gollum SPIELT und nicht spricht. Besonders packend und schockierend war die Anfangsszene, in der wir Gollum, einst unter dem Namen Smeagol bekannt, als echten Hobbit sehen und hier dürfen wir erstmals auch Andy Serkins als richtigen Schauspieler sehen. Ich kann gar nicht genau definieren welche Anfangssequenz atemberaubender war, die mit Gandalfs Kampf gegen den Balrog oder eben der lange Leidensweg und die Verwandlung des Smeagols in Gollum. Natürlich agieren auch Elijah Wood und Sean Astin wieder auf höchstem Niveau und wenn nicht schon vorher, dann spätestens ab hier wurde ich zu einem riesigen Fan von Elijah Wood.
Wenn man schon die ersten beiden Teile gesehen hat, kommt man hier gar nicht mehr drumherum. "Die Rückkehr des Königs" ist so unglaublich schwer in Worte zu fassen und darf unter gar keinen Umständen von Menschen die sich Filmfan nennen verpasst werden, denn sonst entgeht einem der beste Fantasyfilm aller Zeiten. Nicht umsonst und völlig zurecht wurde allein dieser Film mit 11 Oscars ausgezeichnet, übrigens der einzige Film der Geschichte, der für jede Kategorie, für die er nominiert war, auch den Oscar letztlich erhalten hat. Insgesamt wurde die gesamte Saga mit 17 Oscars belohnt. Eine Meisterleistung!
Fazit : Der T-Rex unter den Fantasyfilmen. Die Herr der Ringe Saga wird hier so perfekt beendet, wie keine zweite Filmreihe. Packende Kämpfe, tolle Dialoge, unbeschreibliche Musik und ein langes aber absolut nötiges Finale mit Herz erwärmendem Epilog.
10/10