Review

"Mein Schatz."

Das Orkheer Isengart's ist an den Mauern von Helm's Klamm gefallen. Die Reiter von Rohan retteten in letzter Sekunde die verbliebenen überlebenden Menschen. Der dunkle Herrscher Sauron setzt nun seine Heere aus Mordor ein um gegen das Reich Gondor in den Krieg zu ziehen. Die dort lebenden Menschen sehen sich einer Übermacht entgegen.
Gandalf (Ian McKellen) reist mit Pippin (Billy Boyd) nach Minas Tirith um das Bündnis zwischen Rohan und Gondor zu erneuern, scheitert dort allerdings an dem benebelten Truchsess Denethor (John Noble).
Aragorn (Viggo Mortensen), der Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys-Davies) suchen nach weiteren Verbündeten um die Reiter Rohan's zu verstärken. Ihr Weg führt sie zu in den weißen Bergen auf den Pfad der Toten, wo einstige Banditen und Verbrecher nun als Geister hausen.
Die beiden Hobbits Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) lassen sich von Gollum (Andy Serkis) auf geheimen Pfaden weiter in das Reich Mordor führen. Der von Frodo getragene Ring verdirbt ihn immer mehr, wodurch die Freundschaft zwischen ihm und Sam sowie das Unterfangen den Ring im Schicksalsberg zu vernichten auf die Probe gestellt wird.

"Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" lässt die Fantasy-Trilogie endgültig zum Schlachtengemälde erblühen. Nachdem "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" die zahlreichen Parteien in Stellung gebracht hat, befasst sich Teil 3 nun nur noch zu Beginn mit Beziehungsgeflechten und beeindruckt dann mit bombastischen Massenszenen sowie einem runden Ende, abseits der Romanvorlage, dass alle offenen Handlungsstränge schließt.

Die Handlung konzentriert sich zunächst, wie beim zweiten Teil, auf drei Ebenen: Die Ereignisse zur Vorbereitung der Schlacht in Gondor, ähnliches in Rohan sowie dem letzten Stück des Weges des Ringträgers. Später fassen sich die ersten beiden Stränge zu einem zusammen. Trotz der langen Laufzeit, wirkt "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" gehetzt erzählt und teils etwas oberflächlich. Nach wie vor ist die Größe von Entfernungen zweier Reisepunkte nicht ersichtlich. Dies ist eine Ursache durch die sinnvolle Streichung einiger Handlungsstränge der Vorlage.
Wie in den bereits vergangenen Filmen gibt es einige Veränderungen gegenüber dem Roman, um die Dramaturgie zu stärken. Erst in der erweiterten Fassung finden sich ganze Handlungsstränge wieder, die noch mehr Leben in die Welt Mittelerde bringen. Ebenso finden sich wieder neue Kampfszenen.

Die Effekte sind erneut wegweisend und noch zahlreicher als bisher. Besonders bemerkenswert sind die organisch platzierten digitalen Bauten in reale Landschaftsbilder sowie der gigantische Aufmarsch von Menschen, Reitern, Orks und anderen Ungetümen. Überaus detailreich wird hier noch einmal eine Fantasywelt erschaffen, die der Vorstellungskraft in nichts nachsteht.
Im weitesten Sinne ist der Kampf von Gut gegen Böse furchtbar martialisch und überzogen dargestellt. Die Figuren sind geradezu mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, wenn sie sich im Schlachtgetümmel befinden. Ein Manko, dass hier hingenommen werden muss. Dafür ist das Zusammenspiel von epischen Bildern und orchestraler Musik enorm stimmungsvoll.

Neue Figuren gibt es diesmal nur wenige. Dafür erhalten bisherige etwas mehr Präsenz. John Noble ("Fringe - Grenzfälle des FBI", "Running Scared") reiht sich in den harmonisch aufeinander abgestimmten Cast ein.
Final sind Elijah Wood ("Alexandre Ajas Maniac"), Sean Astin ("50 erste Dates"), Andy Serkis ("King Kong"), Ian McKellen ("X-Men"-Reihe), Viggo Mortensen ("The Road"), Cate Blanchett ("Babel"), John Rhys-Davies ("Indiana Jones und der letzte Kreuzzug"), Bernard Hill, Christopher Lee ("Star Wars"-Reihe), Sean Bean ("Game of Thrones") sowie Orlando Bloom ("Fluch der Karibik"-Reihe) nochmals hervorzuheben, die ihren Figuren charismatisch und optisch sehr gerecht werden.

Nach dem etwas aufbaugetriebenen "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" entlädt "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" das volle Potential seiner fantastischen Welt. Referenzklasse was die Darstellung von Massenszenen und Schlachten betrifft, ebenso der bildgewaltigen und epischen Umsetzung. Die gehetzte Erzählweise ist trotz der überlangen Laufzeit nötig, da J. R. R. Tolkien's Welt nunmal gigantisch ist. Den Hang zur übertriebenen Darstellung muss man hier übersehen. Dann überdeckt die epische Atmosphäre alles, was man bislang gesehen hat.

10 / 10

Details
Ähnliche Filme