„Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ markiert den fulminanten Abschluss der Trilogie.
Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) irren noch immer am Rande von Mordor entlang, geführt von Gollum. Sam ahnt, dass Gollum Böses im Schilde führt, doch das verschlagene Geschöpf kann Frodo gegen seinen Freund aufhetzen. So kommt es zum Streit und Frodo will alleine weiterziehen, doch Gollum hat ihm eine Falle gestellt. Dies beschreibt den Erzählstrang Frodo/Sam im Ansatz ganz gut, aber besagter Streit kommt erst nach einer ganzen Weile im Film, da Peter Jackson sich erst ziemlich spät eingängig mit der Geschichte des Ringträgers beschäftigt, weshalb auch die Szene mit Kranka erst recht spät kommt, obwohl sie im Buch an sich das Ende des zweiten Teils ausmacht.
Derweil sinnen Gandalf (Ian McKellen), Aragorn (Viggo Mortensen), Gimli (John Rhys-Davies) und Legolas (Orlando Bloom) auf neue Taten und suchen Sarumans von den Ents zerstörte Festung wieder auf, wo sie auf Pippin (Billy Boyd) und Merry (Dominic Monaghan) treffen. Man sackt die beiden Hobbits ein und kehrt zum König von Rohan zurück. Durch Zufall erfährt Gandalf, dass Saurons Heerscharen Mina Tirith angreifen wollen, doch der König von Rohan will nicht wirklich zu Hilfe eilen. Auch wenn Pippin und Merry hier nicht wie in Teil zwei einen eigenen Handlungsstrang bestreiten, so legt die „Rückkehr des Königs“ jedoch besonderes Gewicht auf ihre Figuren im Vergleich zu den Vorgängern.
Gandalf und Pippin machen sich nach Minas Tirith auf, um mit dem dortigen König zu verhandeln, denn auch dieser ist dem Wahnsinn verfallen und lehnt die Hilfe des Königs von Rohan ab. Doch die Heerscharen des dunkeln Herrschers ziehen mit einer gewaltigen Macht auf und die Menschen können im Kampf um Mittelerde nur gemeinsam gegen das Böse bestehen...
„Die Rückkehr des Königs“ bildet den Abschluss der Trilogie, weshalb das Ende natürlich ein wenig schmerzlich ausfällt, da nun alles vorbei ist. Doch Peter Jackson lässt den Film langsam ausgehen, denn nach der Entscheidung im Kampf Gut gegen Böse folgen noch ca. 20 Minuten Nachspiel. Diese sind teilweise sehr emotionsgeladen und können den Zuschauer rühren, aber teilweise wirken sie auch etwas zu lang gezogen und nerven. Hier hätte man sich auf jeden Fall etwas kürzer fassen können.
Ansonsten ist die Handlung flott und hält sich im Wesentlichen an das Buch, auch wenn Peter Jackson mal wieder einige Veränderungen zugunsten der Kinotauglichkeit vorgenommen hat (wie z.B. die Verlegung des Kranka-Auftritts). Die Story bleibt die ganze Zeit über spannend und mitreißend, die Stimmung ist weitaus düsterer als in den Vorgängern. So haben z.B. die Witze von Gimli und Legolas abgenommen und dafür wird es sehr viel emotionaler und dramatischer in der Freundschaft der beiden. Große Gänsehaut verursachen vor allem die großen Reden der menschlichen Anführer vor den Schlachten, wenn sie große Worte an Unmengen an menschlichen Kriegern weitergeben – schlicht und einfach ein Erlebnis auf der Leinwand.
Ebenfalls wie immer genial sind die Effekte, wobei vor allem die Lindwürmer und die riesigen Kampf-Elefanten absoluten Anlass zum Staunen geben. Auch Gollum erweist sich erneut als der realistischste, animierte Charakter, den es je gab, auch wenn seine emotionale Zerrissenheit nicht mehr ganz so gut wie in Teil zwei rüberkommt (hier hat er sich aber auch schon wieder zum Bösen gewandt).
Die Schlachten sind wieder von der epischen Größenordnung des zweiten Teils, wenn auch nicht mehr ganz so ausufernd. Dennoch sind die Kämpfe absolut spektakulär und können mit fantastischen Ideen, unglaublichen Kamerafahrten und genialen Stunts aufwarten. Bis auf den Kampf gegen den Anführer der Nazgul und dem etwas unglaubwürdigen Angriff Sams auf die Orkwächter in dem Turm wird auch in keiner Schlachtszene Potential verschenkt. Vor allem die Schlacht um Minas Tirith ist ein absolutes Highlight des Films. Leider sind einige Schlachtszenen etwas zu hektisch und unübersichtlich geraten, was ein wenig stört.
Die Darsteller sind mal allesamt wieder große Klasse, egal ob es sich jetzt um Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen oder sonst wen handelt. Zu der Gewichtung der Rollen kann gesagt werden, dass die Parts von Gandalf, Legolas und Gimli etwas abgenommen haben, aber dafür Pippin, Merry und vor allem Sam an Bedeutung gewonnen haben. Liv Tyler als Arwen ist wie vorher nur eine Randfigur, bekommt aber hier mehr Bedeutung zugemessen als in Teil zwei.
Auch „Die Rückkehr des Königs“ ist ein filmischer Hochgenuss, der die Trilogie würdig abschließt. Allerdings gefallen mir die Vorgänger etwas besser, den hier muss man das etwas zu lang gezogene Nachspiel und die etwas unübersichtlichen Kampfszenen ein wenig rügen.