Dies ist er nun, der Abschluß der umjubelten "Herr der Ringe"-Trilogie. Auch der der letzte Teil ist mal wieder mit unglaublichem Aufwand umgesetzt worden und ich muß sagen, Peter Jackson hat hier nochmal alles gegeben und kann so die ersten beiden Teile tatsächlich übertreffen.
Schauspielerisch hat mir in den ersten beiden Filmen Christopher Lee als Saruman mit am besten gefallen. Der taucht in der Kinoversion von "The Return of the King" nun gar nicht mehr auf, was ja auch im Vorfeld des Films schon heiß diskutiert wurde. Auch ich finde diese Entscheidung Jacksons nicht unbedingt gut, trotzdem zieht das den Film aber nicht runter. Im Mittelpunkt steht diesmal sowieso wieder mehr Frodo, der gewohnt gekonnt, wenn auch nicht überragend, von Elijah Wood auf die Leinwand gebracht wird. Sein Weg zum Mount Doom, gemeinsam mit Sam und Gollum, der wie schon in den Zwei Türmen meisterhaft animiert ist und für eine CGI-Figur erstaunlich lebendig wirkt, zieht den Zuschauer voll in seinen Bann. Gollums Darsteller Andy Serkis dürfen wir zudem diesmal auch "in echt" bewundern, wenn am Anfang des Films Smeagols Wandlung zu Gollum gezeigt wird. Ein interessanter Einschub und guter Einstieg in den Film, da er die schreckliche Wirkung des Rings nochmal verdeutlicht und uns außerdem die Vergangenheit Gollums zeigt, wodurch sein Charakter verständlicher und ambivalenter wird. Trotzdem hätte man die beiden Hobbits am Anfang noch etwas eleganter und weniger grob darstellen können - dann wäre die Wandlung Smeagols auch noch extremer gewesen.
Ian McKellen als Gandalf spielt auch im dritten Teil wieder grandios. Diesmal greift er auch in die Kampfsequenzen mehr ein, wirkt dort aber nicht etwa lächerlich, sondern meistert diese sehr angemessen. Viggo Mortensen als Aragorn rückt nun im zweiten Haupterzählstrang und als titelgebender Charakter vollends mit in den Mittelpunkt und liefert auch seine beste Leistung der gesamten drei Filme ab. Legolas und Gimli hingegen wirken immer noch recht simpel und können nicht vollständig überzeugen. Gimli hat auch erneut hauptsächlich die Rolle des Comic Relief, kommt allerdings immerhin nicht mehr wie in TTT zu den unpassendsten Momenten zum Einsatz. Merry und Pippin fielen mir schon im ersten Teil als nicht unbedingt optimal besetzt auf und auch hier nerven sie in einigen Szenen wieder etwas, vor allem zu Beginn des Films. Dahingegen ist ein neuer Charakter, nämlich Denethor, gespielt von John Noble, ziemlich beeindruckend, er hat eine tolle Ausstrahlung, wenn seine Rolle im Film auch vielleicht etwas zu kurz kommt, so daß man seine Motivation nicht immer ganz nachvollziehen kann.
Bei den ersten beiden Teilen habe ich als Manko aufgeführt, daß die gewisse Magie fehle, die so ein Film besitzen müßte. Das, was ihn märchenhaft, episch und unvergeßlich macht. Nun, auch "Die Rückkehr des Königs" ist zwar klar ein Blockbuster mit vielen Action-Sequenzen, allerdings gelingt ihm das, wenn auch nicht perfekt, trotzdem schon etwas besser, finde ich. Vor allem das Finale auf Mount Doom, aber auch der Weg dorthin, vorbei an der Stadt der Toten, dazwischen der Kampf mit der Riesenspinne Kankra, all das weist schon einige magische Momente auf und läßt einen vollends in die Welt von Mittelerde eintauchen. Auch die Figuren sind hier vielfältig und gut umgesetzt, die Nasgul kommen diesmal z.B. besonders düster und dämonisch rüber, mit toll designten Masken und tiefen Stimmen. Was das Design der Orks angeht, könnte man bei deren Anführer allerdings meinen, er sei "Bad Taste" entsprungen. Insgesamt sind Masken und Kulissen aber schon voll gelungen, das kann man nicht anders ausdrücken. Auch was die Schlachtszenen selbst angeht muß man sagen, daß hier eine deutliche Steigerung zu TTT vorliegt. Sie sind abwechslungsreicher, enthalten weniger störende Szenen, wirken einfach sehr mächtig und beeindruckend und Minas Tirith ist auch ein echtes Highlight.
Sehr schön sind wie in den vorherigen Filmen auch wieder die Szenen mit Arwen. Wirken sie auf den ersten Blick vielleicht eher unnötig, so hat dieser Erzählstrang doch etwas sehr Poetisches und gerade die Konstellation der unsterblichen Elbin, die einen sterblichen Menschen liebt, ist faszinierend. Zudem sind die Kulissen hier auch sehr stimmungsvoll und insgesamt würde ich diese Szenen doch zu den Höhepunkten der Trilogie zählen. In diesem Teil kommt es durch die Herstellung des Schwertes schließlich sogar zu einem entscheidenden Zusammenschluß mit der Haupthandlung.
Hektisch ist "Return of the King" teilweise allerdings auch. Manchmal schreitet die Handlung ziemlich schnell voran und einige Probleme sind auch, kaum daß sie auftauchen, schon wieder gelöst, z.B. das Entzünden der Feuer um Hilfe zu bestellen. Das ist wohl ein generelles Problem bei so einem Mammutwerk wie "Lord of the Rings", aber immerhin scheint es mir bei diesem Teil noch besser gelöst worden zu sein, als bei TTT. Der Erzählfluß wirkt insgesamt trotzdem großteils stimmig und abgeschlossen und am Ende nimmt Peter Jackson sich zum Glück auch genug Zeit, ein abrupterer Schluß wäre auch weniger episch und etwas störend gewesen. So ist das Ende zwar ein ziemlich überschwengliches Happy-End, aber zu einer märchenhaften Geschichte wie dem Herrn der Ringe würde etwas anderes auch nicht wirklich passen. Zudem sind die allerletzten Momente dann auch durchaus eher traurig gestimmt.
Insgesamt kann man mit dem Film also wohl zufrieden sein. Er ist zwar immer noch kein fehlerloses Meisterwerk, aber Filmgeschichte hat Peter Jackson damit sowieso geschrieben und bei einer als unverfilmbar geltenden literarischen Vorlage kann sich die filmische Umsetzung durchaus sehen lassen. Dies ist jedenfalls eindeutig der beste der drei Filme und somit auch ein würdiger Abschluß.