Review

Story :


Beim Schnorcheln im Sulusee wird Matt Farrell von Steinman und seinen Handlangern entführt und auf eine abgelegene Insel im Pazifik gebracht.
Auf dieser Insel hat der Wissenschaftler Dr.Gordon das sagen, der dort um die Menscheit vor dem Untergang zu retten fragwürdige Experimente durchführt.
Um die perfekte Spezies zu kreieren kreuzt Gordon Menschengene mit denen von Tieren und hat schon einige skurrile Tier-Mensch-Kreaturen erschaffen.

Matt ist wenig begeistert das er auserkoren wurde als Dr. Gordon's nächstes Testobjekt auf dem Operationstisch des Wissenschaftlers zu landen.
Dieser chirurgische Eingriff soll nämlich am Hirn vorgenommen werden, und es Matt ermöglichen als Alpha-Tiermensch die anderen per Gedanken kontrollieren zu können.
Da Matt und Neva - welche die Tochter des Mad Scientist ist - sich ineinander verliebt haben ist auch sie von den Plänen ihres Vaters alles andere als begeistert.
Zusammen befreien sie die Kreaturen aus dem Kellerverlies und tretten ihre Flucht an, doch Steinman und die restlichen Schergen Gordon's haben schon zur Jagd auf sie geblasen und sind ihnen dicht auf den Fersen.....


Bewertung :

Neben Ciri H. Santiago (T.N.T. JACKSON, CAMP DER VERLORENEN FRAUEN, HELLS ANGELS IN VIETNAM) ist Regisseur Eddie Romero (BLOOD ISLAND Trilogie, FRAUEN IN KETTEN, KOMMANDO HÖLLENENGEL, BEAST OF THE YELLOW NIGHT) der größte Exportschlager philippinischer Regisseure.
Dies sah auch B-Movie Ikone Roger Corman so, und ließ Romero und Santiago unzählige Filme für "New World Pictures" inszenieren.
Der im Jahr 1972 von Romero gedrehte THE TWILIGHT PEOPLE war ursprünglich auch für "New World Pictures" gedreht worden, doch nachdem Roger Corman und Lawrence Woolner ihre Partnerschaft auflösten, wurde der Film letztendlich von Woolner's neuer Firma "Dimension Pictures" veröffentlicht.
Quentin Tarantino gab übrigens einst bekannt, das THE TWILIGHT PEOPLE eine der Inspirationsquelle für die von ihmgedrehte Grindhouse Homage war.

Wer mit den Filmen von Eddie Romero vertraut ist, weiß das er zweifelsohne als Minimalist bezeichnet werden kann.
Diese Bemerkung sollte jetzt nicht falsch aufgefasst werden und ist in keinster weise Abfällig gemeint, denn Romero wusste einfach wie man mit begrenzten Mitteln einen visuell und technisch ansprechenden Film drehen konnte.
Auch in THE TWILIGHT PEOPLE waren die finanziellen Mittel für Eddie mal wieder begrenzt - mit grade mal 150.000 $ wurde der Film realisiert und kann auf ganzer Linie überzeugen.
In den amerikanischen Drive-Ins avancierte der Film - der dort als Double Feature mit DOBERMANN GANG gezeigt wurde - anfang der 1970ger schnell zu einem Klassiker und hat auch heute nichts von seinem philippinischen Charme verloren.

Was Eddie Romero den Cineasten hier auftischt ist im Grunde genommen eine philippinische B-Movie Adaption des H.G. Wells Roman DIE INSEL DES DR. MOREAU.
So ist auch in THE TWILIGHT PEOPLE ein ethischer Ansatz getreu dem Roman zu erkennen, selbst wenn dieser in dem Wirrwarr des philippinischen B-Movie Dschungels nur sekundärer Bedeutung ist.
Die Grundfrage "Wer ist animalischer - das Tier oder der Mensch, in seinem Streben nach Perfektion" ist somit auch in THE TWILIGHT PEOPLE ein Bestandteil des Films.
Dadurch das die Kreaturen im Film aber eher kostengünstiger Natur sind, rückt diese Grundfrage in den Hintergrund und der trashige Drive-In Spaß steht hier im Vordergrund.

Jemand der für ein preiswertes Pendant zu Don Taylor's DIE INSEL DES DR. MOREAU von 1977 zu begeistern ist, dürfte an THE TWILIGHT PEOPLE seine helle Freude haben!
Einen Vergleich zu dieser Adaption zu ziehen ist aber nicht wirklich Fair, da Taylor das ungefähr 60-fache an Budget zu Verfügung stand.
Mich persönlich - wenn man von der Qualität der Masken bei THE TWILIGHT PEOPLE einmal absieht - konnte Eddie Romero's Version eher überzeugen und unterhalten.
In meinen Augen ist THE TWILIGHT PEOPLE einfach viel Kurzweiliger und trotz der vielen "Durch den Dschungel krauchen" Szenen auch flotter inszeniert.
Die knapp über 80 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug und der Finger fängt erst gar nicht an nervös über der Vorspultaste zu kreisen.

Bei THE TWILIGHT PEOPLE können eigentlich alle der Protagonisten überzeugen und wenn man von den philippinischen Nebendarstellern einmal absieht, gibt es keinen Anlass zur Kritik.
John Ashley -der hier Matt Farrell spielt - gehört ja eigentlich zum Stamminventar der Eddie Romero Filme und wie auch in der BLOOD ISLAND TRILOGIE (BRIDES OF BLOOD, MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND, BEAST OF BLOOD) oder BEAST OF THE YELLOW NIGHT spielt er seinen Part grandios.
Jan Merlin als Steinman überzeugt auch auf ganzer Linie und sein Charakter errinert mitunter doch sehr an Leslie Banks in GRAF ZAROFF - GENIE DES BÖSEN.
Lediglich von Charles Macaulay (HAUS DER SIEBEN LEICHEN) als Dr. Gordon hätte man ein wenig mehr erwartet, da sein part ruhig etwas verrückter und diabolischer hätte sein dürfen.
In der Rolle der Panther-Frau gibt es übrigens ein Wiedersehen mit der Ikone Pam Grier, die zuvor ja auch schon für Eddie Romero für FRAUEN IN KETTEN vor der Kamera stand - aufgrund ihres Make-Ups ist es aber schwer auszumachen das es sich um Pam handelt, wenn man es nicht weiß.

Wer die BLOOD ISLAND TRILOGIE kennt - die übrigens eigentlich eine Quadrologie ist, wenn man den von Al Adamson gedrehten, inoffiziellen vierten Teil BRAIN OF BLOOD mitzählt - der weiß das bei Eddie's Filmen auch gerne auf blutige Detailaufnahmen zurück gegriffen wird.
So bekommt man auch in THE TWILIGHT PEOPLE ein paar Schußwunden, blutige Bisswunden oder auch mal ein ausgekratztes Auge zu sehen.
Trotz der etwas diletantischen Umsetzung und dem kostengünstigem Look erfüllen diese FX ihren aufwertenden Zweck .

Die Kinematographie bei THE TWILIGHT PEOPLE biete zwar nichts innovatives oder aufwändiges, kann sich aber durchaus sehen lassen - die Opening Sequenz mit John Ashley beim Tauchen ist aber über jeden Zweifel erhaben und bietet dem Zuschauer atemberaubend schöne Unterwasseraufnahmen des Pazifischen Ozeans.
Bei der musikalischen Untermalung des Films wurde auf bekannte Muster der frühen 1970ger gesetzt - diese kann aber in ihrer Vielfalt durchaus überzeugen.
Neben subtilen Kompositionen die für Gänsehaut-Feeling sorgen werden immer wieder Nummern geboten, die über einen netten 70ger Easy Listening Grovee verfügen.

Freunde von kosteneffektiven Midnight Movies werden an THE TWILIGHT PEOPLE zweifelsohen die selbe Freude haben, wie sie mir zuteil wurde.
Bedauerlicherweise hat THE TWILIGHT PEOPLE nie eine deutsche Auswertung erfahren und dürfte an den meisten Fans vorbeigezogen sein.
Ich plädiere dafür, das viel mehr Filme von Eddie Romero den Weg in die deutschen Heimkinos finden sollten, damit seine deutsche Fangemeinde wachsen kann.
Meiner Meinung nach wäre CMV ein Label welches prädestiniert wäre THE TWILIGHT PEOPLE eine deutsche Veröffentlichung zu schenken - der Film würde sich bestens neben den anderen Titeln in der beliebten "Trash Collection" machen.

7,5 von 10 Tier-Mensch-Kreaturen

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