Eine WIP-Klamotte, gedreht an wunderschönen Plätzen der Philippinen. Leider ist dieser dritte Film der Corman-70er-WIP-Reihe dermassen overacted und spoofy, daß er für den WIP-Fan nicht viel hergibt. Den gewissen Kultstatus (den Jack Hill auf der Kommentarspur ca. ein dutzend Mal hervorhebt) hat er sich vornehmlich durch einige gute Lines und viel Schwulen-Humor erworben. Das ist schade, denn es gibt wohl keinen zweiten WIP-Film mit derart schönen Locations und Sets. Auf der Habenseite ist auch Pam "It´s Miss Nigger for you" Grier zu verbuchen, einige Catfights und das große Ausbruchsfinale, das an Action und Feuer nichts zu wünschen läßt (und dem Regisseur auch schon als "too grim" erscheint). Bevor Pam Grier ins Lager kommt (also ungefähr das erste Drittel), zerfällt der Film auch in Einzelszenen, danach ist er zumindest inszenatorisch rund.
In "Black Mama, White Mama" wurde die Verbindung von WIP und humoresken Charaktären übrigens nochmals, und wie mir scheint mit besserem Ergebnis versucht, was wohl auch daran liegt, daß dieser Film fast zur Gänze ein Mädchen auf der Flucht ist. Sig Haig kommt dort ganz groß zur Geltung, ebenso der "philippinische Max Lorre" (so Jack Hill). Vielleicht liegt es ja an mir daß ich mir einem Frauenknast-Film nicht so an männlichen Schwulen interessiert bin, und da handwerklich alles für einen B-Movie ziemlich top ist, kann ich keine wirklich schlechte Beurteilung abgeben.