Review
von Leimbacher-Mario
Kinky Killer Kinski
In diesem geheimtippigen Appartmentslasher hat sich ein fieser und verstörender Klaus Kinski als Sohn eines Nazidoktors ein schönes Tunnel- und Fallensystem quer durch das Gebäude gebaut, sodass er die hübschen Studentinnen nicht nur bespannen, sondern bei Bedarf auch brutal meucheln kann. Nebenbei spielt er noch gerne russisches Roulette. Guckt sich Hitlerfilme an. Schneidet gerne Körperteile ab und sammelt sie. Und hält eine verstümmelte Jüdin (?) unter'm Dach in einem Käfig. Kranker Scheiss.
„Crawlspace“ hat viele unangenehme und kopfschüttelnde, fast schon geschmacklich fragwürdige Elemente. Aber diese lassen ihn meiner Meinung nach eher positiv aus dem Wust an Slashern der 80er herausstechen. Kinski mit seinen gehauchten Komplimenten und eiskalten Kills schlägt dem Fass den Boden aus und ist natürlich das Aushängeschild. Doch auch in anderen sicken Details trumpft dieser Nazinachkommenschlitzer auf. Einige tödliche Fallen (Stuhl!) sind absolut diabolisch und erinnern zusammen mit den Krabbelgängen manchmal fast an „Cube“. Der Song mit der hohen Mädchenstimme ist Gänsehaut pur und hat wohl auch Verbinski für „A Cure For Wellness“ nachhaltig beeinflusst. Und Kinski umgibt sowohl als Mensch als auch als Filmfigur eine sehr bedrohliche und einzigartige Aura. Dazu hübsche Damen, immer wieder verstörende Nazisprechchöre/-parolen und ein konsequent-zackiges Ende. Da kann man nicht meckern. Wenn man es mit gutem Geschmack nicht zu genau nimmt.
Fazit: „Crawlspace“ ist schon ein ziemlich unübliches und schmutziges Slasherkleinod. Poetisch und pervers. Und Kinski ist natürlich wie fast immer überragend. Heil Gunther?