Review

Jesse Katzur spielt erneut den zurückhaltenden, jungen Benny, der sich in eine hübsche Jugendliche verliebt, die mit ihm anfangs jedoch nicht so recht intim werden will. Und dann gesteht ihm auch noch die Freundin seines besten Freundes Johnny, gespielt von Zachi Noy, dass sie schon lang in ihn verliebt ist, während sein anderer bester Freund Momo, gespielt von Jonathan Sagall, versucht, bei seiner eigenen Freundin zu landen.

"Eis am Stiel" konnte durchaus einen gewissen finanziellen Erfolg verbuchen und erfreut sich nach wie vor, nicht zuletzt, weil es einer der ersten Filme war, der Sex unter Jugendlichen nicht tabuisierte, eines kleinen Kultstatus, weswegen gerade einmal ein Jahr nach der israelischen Produktion ein Sequel folgte, das seinen Vorgänger jedoch nicht so recht erreicht, obwohl Boaz Davidson erneut die Regie übernahm.

Dafür wird hier einfach zu wenig Neues geboten. Die Grundkonstellation unter den drei Jugendlichen ist erneut dieselbe: da wären also der Frauenheld/Schönling, die schüchterne, zurückhaltende Hauptfigur und der etwas untersetzte, aber zahlungskräftige Dritte im Bunde, die allerlei amüsante Geschichten auf Partys und mit ihren ersten Freundinnen erleben. Der Plot ist dabei schwächer als beim Vorgänger, da hier fast ausschließlich wert auf die Verknüpfung diverser Gags und der einen oder anderen Soft-Erotikszene gelegt wird und der Aufbau einer gewissen, leichten Dramatik, von der der Vorgänger durchaus noch zehren konnte, auf der Strecke bleibt. Damit geht dem Sequel natürlich auch der Charme des ersten Teils ein wenig ab, da man dann doch immer wieder deutlich vor Augen geführt bekommt, dass dies lediglich ein Abklatsch ist.

Deutlich schlechter ist das Sequel im Endeffekt aber auch nicht, da die Gagdichte vergleichbar hoch wie beim Vorgänger ist. So wird der Film bereits mit dem Paukenschlag am Strand eröffnet, nach dem die drei nackt quer durch Tel Aviv ihren Heimweg antreten müssen und auch ab dann wird der Unterhaltungswert auf solidem Niveau gehalten, wobei man den einen oder anderen Lacher natürlich auch schon so oder so ähnlich im Vorgänger zu sehen bekam.

Ansonsten zehrt die Produktion natürlich auch noch ein wenig von ihrer sympathischen Art und den Verzicht auf allzu fäkalhaltigen Humor. Das Flair der frühen 60er ist auch hier durchaus vorhanden, der auch hier gelungen gewählte Soundtrack vermag es erneut, den Film voranzutreiben, während die sympathischen Darsteller zum zweiten mal ihr übriges tun. Überragende Leistungen gibt es hier erneut nicht unbedingt zu sehen, aber besonders Jesse Katzur ist einfach derart natürlich und menschlich in seiner Rolle, dass er den Film über weite Strecken trägt und für einen ordentlichen Grundeindruck sorgt.

Fazit:
"Eis am Stiel 2" ist nicht ganz so gut wie sein kultiger Vorgänger, da sich das Konzept ein wenig verbraucht und die Geschichte damit nicht so recht an Fahrt aufnimmt. Mit den sympathischen Darstellern, den meist amüsanten Gags und der charmanten Machart ist es jedoch ein unterhaltsamer, solider Film geworden.

59%

Details
Ähnliche Filme