Serienkiller gewünscht? – Hier kommt mal wieder einer!
„Suspect Zero“ ist das Endprodukt so einer Drehbuchleiche, die jahrelang niemand wollte und dann doch mit dem ersten Entwurf bearbeitet wurde – hätte man es lieber mal gelassen.
Auch hier hat der Macher zu oft „Sieben“ gesehen, denn es soll hier besonders schräg und verstörend zugehen, nur funktioniert das leider nicht.
Dramaturgisch völlig verquast, ruckt der Film von Szene zu Szene, von Fundort zu Ermittlungsarbeit und weiter zu persönlichem Schicksal und führt nicht selten dazu, daß man arg seine Phantasie einschalten muß, um zu verstehen, wie die Personen zu ihren Schlußfolgerungen gekommen sind, bzw. welche Gedankengänge sie überhaupt verfolgen.
Die Anwesenheit Ben Kingsleys wirkt sich da auch wenig gut auf die (theoretisch) reizvolle Idee vom Serienmörder, der Serienmörder killt, aus, denn man will dem wählerischen Star nie so ganz abnehmen, der schlußendlich Böse zu sein (was er irgendwie dann auch nicht ist).
Angereichert ist der FBI-Fall dann auch noch mit einem Hauch übernatürlichen Hokus Pokus, da nämlich sowohl Kingsley wie auch der ermittelnde Aaron Eckhart ein wenig hellsichtig sind und an ferne Orte gucken können.
Das hätte man sich auch sparen können, aber das bringt immerhin viele körnige und bizarre Inserts, die uns doch praktischerweise schon den Showdown verraten, was den Film noch spannender macht. (So viel zur Ironie!)
Und von Täterzeichnung oder Interesse ist auch kaum die Rede, hier zählt der Look mehr als der Inhalt und selbst die schrecklichen Schicksale der Beteiligten (besonders arbeitslos: Carrie Anne Moss) können nichts bewegen.
Nach einer Menge Vorkommnisse und noch mehr unvermittelten Tempowechseln ist der Spuk dann vorbei und es bleibt nur die Frage, was dieser Film im Kino verloren hatte, denn er trägt von vorne bis hinten das Etikett „DVD-Premiere“ (eines nicht sonderlich inspirierten Regisseurs).
Der Vollständigkeit halber ansehbar, da nicht ganz unspannend. (4/10)