Review

Wow!
Eine kleine B-Film-Perle, die mir eher durch Zufall in die Hände fiel, da ich wirklich nichts anderes zu tun hatte und dann den nächstbesten Film auf Premiere angeschaut habe. Nachdem es um einen Serienkiller geht, ist das ja nie richtig falsch. Und Ben Kingsley hat auch seine Finger mit im Spiel. Noch an "Sexy Beast" denkend, wo er die restliche Schauspielergarde zu Statisten machte, erhoffte ich mir eine ähnliche Leistung von Mr. Gandhi.

"Suspect Zero" beginnt wie so gut wie jeder Film über einen Serienkiller. Mit einem Mord. Ein Handlungsreisender wird um die Ecke gebracht. Der Mörder scheint von Anfang an festzustehen. Ben Kingsley. Doch schon hier erste Überraschungsmomente. Die Anfangssequenz ist wirklich verdammt düster und mit einigen netten Kameraeinstellungen versehen. Ich denke da nur daran, wie Ben Kingsley die Kneipe betritt...Naja, es geschehen dann weitere Morde, die FBI-Agent Mackelway mit seiner Kollegin und Ex-Partnerin Fran auflösen sollen. Der Verlauf und das Ende des Films ist dann endlich mal wieder etwas erfrischendes und nichts von der Stange. Wobei das Ende doch eher an "Sieben" erinnert. Aber man hat es ja auch mit einem kleinen Filmchen zu tun.

Und für das ist "Suspect Zero" verdammt kurzweilig, fesselnd und auch etwas einzigartig. Natürlich kommt er an Meisterwerke wie eben genannter "Sieben" beileibe nicht ran, aber das erwartet keiner und das will der Film auch gar nicht. Dafür ist er für eine solche Produktion aber richtig schön düster. Mit pessimistisch-stimmenden Bildern wird der Zuschauer eingestimmt. Strömender Regen, ein Highway bei Nacht, eine spärlich beleuchtete Bar am Straßenrand. Ein Schatten näher sich in Zeitlupe der Eingangstür. Dann eine unkonventionelle Kameraeinstellung. A propos. Eine originelle Kameraführung ist dem Film auch nicht abzusprechen. Sehr viele Close-Ups, vor allem natürlich von den beiden Protagonisten, verwaschene Bilder mit Farbfilter, die die Gedanken des Polizisten und des vermeintlichen Killers wiedergeben sollen.

Auch die Handlung lässt einen zunächst im Dunkeln tappen. Zunächst noch nach einer linearen 08/15 Killerstory aussehend, erfährt man immer wieder neue Dinge, proportional dazu recherchiert Mackelway immer weiter und auch er bekommt langsam Licht ins Dunkel. Das Ende dann erinnert wie gesagt an den Genrekönig "Sieben", was der Qualität jetzt aber nicht unbedingt einen Abbruch tut.

Schauspielerisch spielt Ben Kingsley mal wieder alle an die Wand. Nicht zuletzt wegen seiner genialen deutschen Synchronstimme kauft man ihm den schizophrenen, geistig-verwirrten Mann vollkommen ab. Von ihm wird der Film getragen, er ist ein großer Pluspunkt von "Suspect Zero" und ihm ist es auch zu verdanken, dass er den Film über den Durchschnitt und den Einheitsbrei hebt.

Sicherlich kein Meilenstein oder ein Werk, das von Innovationen nur so strotzt, aber hier und da eine gute Idee, eine tolle Kameraarbeit, düstere Bilder und keine richtig großen Schwächen. Wenn man mal von dem Killer absieht, der mit einem Riesentruck unbemerkt ein Kind nach dem anderen entführt. Aber naja. Das soll nicht überbewertet werden. Für einen spannenden und kurzweiligen Filmabend reicht es allemal.

7,5/10 Punkte

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