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Nach ihrem Ausflug zum Militär in „Hasenjagd“ zieht es Bobby, Benny und Johnny in „Eis am Stiel 5 – Die große Liebe“ wieder in ihr Heimatstädtchen. Die Probleme bleiben dieselben wie vorher und betreffen natürlich meist die Frauengeschichten der drei Kumpels.

Im Zentrum steht in diesem fünften Teil Bennys Beziehung zu Bobbys Schwester Ginny, was unter den Freunden für einen handfesten Streit sorgt. Für eine ernsthafte Erörterung der Frage, was denn nun wichtiger sei – Freundin oder bester Kumpel – bleibt allerdings kaum Zeit, denn natürlich liegt das Hauptaugenmerk erneut auf zotigen Slapsticknummern, in welchen sich meistens der dicke Johnny, manchmal auch Victor, blamieren darf. Zu diesem Zweck wendeten die Autoren mal wieder den altbekannten Trick an, irgendeine Cousine von Benny herzuzaubern: Diesmal nicht Sybille Rauch, sondern ein hässliches Entlein mit Flaschenböden als Brillengläsern. Selbstverständlich darf sich Johnny da an ihr versuchen und tritt wieder mal in jedes Fettnäpfchen, das sich so anbietet.

Teilweise erinnern Gags gravierend an vorangegangene Teile: Der Besuch bei der nymphomanisch veranlagten Zahnarzthelferin ist zum Beispiel ähnlich gelagert wie die Klavierlehrer-Episode aus dem dritten Teil. Die eindeutig zweideutig sexuellen Wortspiele in dieser Phase („Du hast aber einen prächtigen Weisheitszahn“, „Ich steh auf Füllungen“) erreichen endgültig Porno-Level.
Für ernste Zwischentöne bleibt da eher weniger Zeit, lediglich am Ende wollen zwei Protagonisten aufgrund ihrer unerfüllten Liebe zum Äußersten greifen und sich selber richten. Freilich wird das noch verhindert, im Falle von Benny im Rahmen einer recht peinlich anzusehenden Rettungsaktion per Motorrad, das dann noch schön plakativ und billig die Klippen runterstürzen und in Flammen aufgehen darf. Immerhin kann „Eis am Stiel 5“ jedoch für sich Anspruch nehmen, seine Figuren ernst nehmen zu wollen, was man von anderen Genrevertretern nicht immer behaupten kann. Von den folgenden Teilen der Franchise ganz zu schweigen.

Der Oldie-Soundtrack ist übrigens wieder grandios und fügt sich in die insgesamt beschwingte Sommer-Stimmung nahtlos ein. So eine schön fotografierte Szene von Benny und Ginny am Strand bei Sonnenuntergang zu Bobby Darins „Dream Lover“ hat schon was! Stefanie Petsch ist eh eines der süßesten Girls der ganzen Reihe – schade, dass ihre Filmkarriere überhaupt nicht in die Gänge kam.
Für solche, die mit der Filmreihe aufgewachsen sind, ist „Eis am Stiel 5“ sicher noch einen Blick wert, zumal es die letzte wirklich gelungene Episode mit den Jungs ist. Das könnte den ein oder anderen verregneten Sommerabend, an dem sich nicht nur die Sonne, sondern auch das Niveau hinter den Wolken versteckt hält, vor Langeweile retten.

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