Einmal mehr ist Jesse Katzur in der Rolle des jungen Benny zu sehen, der sich diesmal in die Schwester seines Freundes Momo, gespielt von Jonathan Sagall, verliebt. Da dieser seine kleine Schwester für zu jung erachtet, treffen sich die beiden heimlich. Als ihre Beziehung dann ans Licht kommt, eskaliert die Situation.
Der fünfte Teil der "Eis am Stiel"-Reihe, der erstmals nicht von Boaz Davidson inszeniert wurde, stammt von Regisseur Dan Wolman und steht ganz im Zeichen der Rückbesinnung auf den sympathischen ersten Teil der Reihe, auf den zwei qualitativ schwächere Sequels folgten und schließlich der vierte Teil, der als Militär-Klamotte sowieso deutlich aus der Reihe tanzte. Und damit handelt es sich bei "Eis am Stiel 5" auch um das beste Sequel des Kultfilms.
Dabei werden die alten Konzepte erneut ausgespielt: Momo ist immer noch der Frauenheld, Johnny ist nach wie vor bei sämtlichen sexuellen Eskapaden der drei Jugendlichen der Leittragende, der schließlich von gehörnten Ehemännern, rasenden Eltern und anderen erzürnten Zeitgenossen aus sämtlichen Haushalten Tel Avivs geprügelt wird, während auch hier wieder besonders der schüchterne Benny und seine neuste Beziehung in den Fokus gerückt werden. Erneut sind einige lustige Szenen dabei, einmal mehr wird gelegentlich ein wenig Softerotik eingestreut und auch die flotte musikalische Unterlegung und das zügige Erzähltempo sind wieder vorhanden und sorgen für einen gelungenen Unterhaltungswert. Dan Wolman bleibt dem Konzept bei seinem "Eis am Stiel"-Debüt also treu.
In einem Punkt merkt man jedoch, dass mit einer neuen Personalie durchaus ein frischer Wind in die Reihe kommt. Denn dieser Film ist kein reines Vehikel für Gags und ein bisschen nackte Haut, wie es bei den Teilen 2-4 der Fall war. Auch auf dramaturgischer Ebene wird hier, ähnlich wie beim ersten Film, ein bisschen was geboten, so sind hier erstmals wieder wirklich romantische Szenen vorhanden und auch der Konflikt, der daraus resultiert, dass Benny eine Beziehung mit der kleinen Schwester seines besten Freundes beginnt, sorgt dafür, dass der Film mitunter mal an Fahrt aufnimmt. Da hier also auf emotionaler Ebene mehr geboten wird, wirkt "Eis am Stiel 5" auch gleich sympathischer als die drei Vorgänger, wozu besonders die bezaubernde Stefanie Petsch beiträgt, die verglichen mit den Darstellerinnen der Vorgänger die mitreißendste und liebenswerteste Darstellung auf die Leinwand bringt, während die drei Routiniers Jesse Katzur, Zachi Noy und Jonathan Sagall eine gewohnt sympathische Vorstellung abliefern.
Fazit:
"Eis am Stiel 5" erreicht als einziges Sequel den ersten Teil der Reihe, da Charme und Emotion hier wieder aufkommen, zumindest punktuell auch mal ernstere Zwischentöne angeschlagen werden und Stefanie Petsch die beste Besetzung der gesamten Reihe ist. Zudem steht der fünfte Teil seinen Vorgängern bei Gagdichte und Unterhaltungswert in nichts nach.
70%