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Da sein Freund Johnny, gespielt von Zachi Noy, von einem wütenden Vater, mit deren Tochter er geschlafen hat, dazu gedrängt wird, diese zu heiraten, beschließt Benny, gespielt von Jesse Katzur, zusammen mit seinem Freund auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern, um dem Schwiegervater in spe zu entkommen, woraufhin natürlich auch Momo, gespielt von Jonathan Sagall, mit an Bord kommt. Während Johnny auf hoher See feststellen muss, dass sein Alptraum-Schwiegervater an Bord arbeitet, versucht Benny sein Glück bei der Tochter des Kapitäns.

Dan Wolman hatte in Teil fünf der "Eis am Stiel"-Reihe die Regie aus der Hand von Boaz Davidson übernommen und prompt den besten Film seit dem ersten Teil abgeliefert. Mit dem sechsten Teil inszeniert er direkt im Anschluss jedoch die bis dato schwächste Episode der Reihe, die nichts als ein schlechter Abklatsch der Vorgänger ist.

Schon am Anfang stellt man fest, dass so ziemlich alles beim alten geblieben ist, so wird der übergewichtige Johnny zum schätzungsweise hundertsten Mal im Bett erwischt, diesmal vom Vater des entsprechenden Mädchens, der ihn zu einer Hochzeit zwingen will. Damit wäre eigentlich auch der Grundstein dafür gelegt gewesen, etwas frischen Wind ins Konzept zu bringen, doch so kommt es nicht, stattdessen wird der Schauplatz Tel Aviv, wie schon in Teil 4, durch einen anderen ersetzt und dieselben Eskapaden erneut abgespult.

Und die sind nicht mehr so amüsant wie bei den Vorgängern, da sie extrem kalkulierbar ausfallen und darüber hinaus immer wieder aufs neue den Eindruck erwecken, dass sie unmotiviert und lieblos rein zur Erfüllung des Pflichtprogramms eingestreut werden, sodass die Matrosen-Klamotte, auf die es hier am Ende hinausläuft, nicht so recht belustigen will, obwohl das Tempo gewohnt hoch gehalten ist und handwerklich alles beim Alten bleibt. Die gewohnt sympathisch auftretenden Darsteller können dies auch nicht so recht verhindern, genauso, wie die hübschen, freizügigen Begleiterscheinungen.

Nun hat das Konzept aber bereits in den Teilen zuvor zunehmend unter Verschleißerscheinungen gelitten, weswegen sich der eine oder andere wohl zu recht fragen wird, warum ausgerechnet dieser Film der erste wirklich große qualitative Einbruch der Reihe ist. Dies liegt schlicht und einfach an der Seelenlosigkeit des gesamten Projekts. Die Liebesgeschichte zündet überhaupt nicht mehr, was gerade im Vergleich zum direkten Vorgänger einen regelrechten Einbruch der Reihe zur Folge hat, zudem ist die Kalkulierbarkeit hier höher denn je. Echte Emotion oder Dramatik kommt beim unmotivierten, einfallslosen Story-Vehikel nie auf und dies fällt hier deutlicher als bei allen bisherigen Filmen ins Gewicht. Man kann schon fast von einer Mogelpackung sprechen, die zu keinem Zeitpunkt auf eigenen Beinen steht.

Fazit:
Die Story verkommt zum billigen Vehikel und vermag es zu keinem Zeitpunkt eine gewisse Dramatik zu erzeugen, weshalb "Eis am Stiel 6", der auch keine allzu hohe Gagdichte aufbieten kann, der bis dato schwächste Teil der Reihe ist. Man merkt dem Projekt die mangelnde Motivation und die Einfallslosigkeit deutlich an.

42%

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