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Als sich den an einem Flußufer arbeitenden Gefangenen eine Chance zur Flucht auftut, zögern sie nicht lange und nehmen die Beine in die Hand, nur um kurz darauf dumm aus der Wäsche und in die Läufe von Gewehren und Pistolen zu gucken. Der Ausbruch war inszeniert, und der Organisator der dubiosen Aktion, Bundesagent Ray Faulkner (Christopher George), stellt die Männer vor die Wahl. Entweder sie schließen sich ihm an, oder sie wandern zurück ins Gefängnis. Es geht darum, eine illegale Schnapsbrennerei auffliegen zu lassen, die Verbindungen bis in höhere Polizeikreise zu haben scheint. Bis jetzt erwiesen sich nämlich sämtliche Maßnahmen, den auch vor Mord nicht zurückschreckenden Moonshinern das Handwerk zu legen, als wirkungslos; nicht einmal stichhaltige Beweise konnte man gegen die vom gewissenlosen Burl (Ralph Meeker) geführte Organisation zusammentragen. Die sechs Männer, Sonny (Fabian), Billy Joe (Tom Nardini), Frank Davis (Ross Hagen), Chandler (Larry Bishop), Henry Reed (Robert DoQui) und Sam (Joe Turkel), willigen schließlich mißgelaunt ein, zumal ihnen nach getaner Arbeit die Freiheit winkt. Das Team wird vervollständigt von Stewart Martin (Ron Rifkin), einem unerfahrenen Agenten bei seinem ersten Außeneinsatz. Nach ein paar kurzen aber intensiven und reichlich unorthodoxen Trainingseinheiten machen sich "die teuflischen Acht" auf den Weg, um ihre Mission zu erfüllen.

Nein, The Devil's 8 sind mit The Hateful Eight weder verwandt noch verschwägert. Leider. Stattdessen entpuppen sie sich als Abkömmlinge von The Dirty Dozen (Das dreckige Dutzend, 1967), dessen Einfluß ja bis nach Europa reichte, wo etliche Jahre später Ein Haufen verwegener Hunde (Quel maledetto treno blindato aka The Inglorious Bastards, 1978) ihr Unwesen trieben. Burt Toppers The Devil's 8 ist eine solide Variante des altbekannten Themas, quasi The Dirty Dozen in kleinerem Rahmen, ohne große Stars und ohne nennenswertes Budget, dafür mit leichter Ironie versetzt. Spaß macht der Streifen dennoch, was einerseits der gut aufgelegten Cast zu verdanken ist, welche den recht oberflächlich gezeichneten Figuren weit mehr Leben einzuhauchen vermag, als man erhoffen durfte. Mit ein, zwei Charakteren fühlt man im Laufe der Geschichte sogar ein ganz klein wenig mit, was vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, weil ihre Gegenspieler Burl und dessen rechte Hand Bubba (Cliff Osmond) ziemlich widerliche Zeitgenossen sind. Andererseits bringt Regisseur Topper (The Strangler aka Der Würger von Boston) das von Willard Huyck (Indiana Jones and the Temple of Doom), John Milius (Red Dawn) und James Gordon White (The Incredible 2-Headed Transplant) verfaßte Drehbuch flott über die Runden, sodaß trotz der einen oder anderen Länge keine echte Langeweile aufkommt.

Außerdem lassen es Topper, seine Stuntchoreographen und Pyrotechniker ordentlich krachen. Zu bestaunen gibt es eine zünftige Kneipenschlägerei, ein paar Schießereien, diverse Explosionen sowie einige coole Stunts, aber Fans von Old-School-Action kommen vor allem bei den zahlreichen Car-Crashes auf ihre Kosten. Kaum ein Vehikel bleibt heil. Manche werden durch Kollisionen oder Überschläge demoliert, andere explodieren und brennen aus. Gedämpft wird der Spaß etwas durch die vielen Rückprojektionen, die bei nahezu allen Fahrten zur Anwendung kommen und sehr - sehr! - unschön ins Auge fallen, nicht zuletzt, weil sich die Bildqualität dieser Szenen vom Rest abhebt. Aber selbst die unrealistischen Rückprojektionen sind ein Klacks gegen die aufdringliche Filmmusik, die völlig beliebig eingesetzt wird und meines Erachtens ausgesprochen unpassend ist. Es gibt eh nur zwei oder drei Musikstücke, aber eines davon malträtiert gefühlte hundert Mal die Gehörgänge und beginnt schon nach kürzester Zeit furchtbar zu nerven. Da kann auch der nette Gag am Ende, daß zu besagtem Stück jemand singend die Geschichte des Filmes quasi nacherzählt, nicht mehr viel retten. Unterm Strich ist The Devil's 8 ein recht anspruchsloser Actionstreifen, bleihaltig und explosiv, grimmig und ruppig, manchmal auch etwas zynisch, aber nie unangenehm. Aufgrund der Besetzung und der passablen Action somit durchaus einen Blick wert.

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