Fick mich und du bist tot ...
Hier haben wir es nochmal mit einem sehr diffusen, wirklich ultrabilligen, auch dilletantischen Machwerk zu tun, dass irgendwo ganz tief im Untergrund aufgetaucht ist, und das bis zum heutigen Tage wohl kaum ernsthafte Abnehmer gefunden hat.
"Sick Love" reiht sich in die Chronik billiger, auch drugsploitationähnlicher Independent-No Budget-Produktionen wie "Dust", "Sample People" oder "Beautiful Creatures" ein, neueren Datums "Strange Darling", "Becky" oder "Psychotic!".
Dann wären da noch groß budgetierte Amateur-Pseudo-Snuff-Schocker wie "Murder Set Pieces", die was Gore und Sickness angeht allerdings auf einem völlig anderen Level schwimmen ...
"Human Traffic" oder "Spun" auf B- oder C-Niveau?
In diesem Fall wohl eher kaum.
Anleihen zu "Requiem For a Dream", "Trainspotting", ohne jedoch das entsprechende Knowhow, und der Versuch mittels schlichter Aufmachung eine lebensnahe Umgebung zu schaffen ...
Qualitativ sicher auf einem anderen Level, stilistisch aber artverwandt: "Hole in my Heart", Clark oder "Lilja 4 ever". Für Druffis mit Sicherheit immer ein Grund zu schmunzeln, für alle anderen wohl eher Schund.
Nicht das "Lovesick" direkt mit Taubert oder Krekel gleichzusetzen wäre, aber schon der billige Vorspann und die wenig gelungene Handkamera-Arbeit lassen entfernt vermuten womit wir es hier zu tun haben. Der ein Jahr zuvor von Büld realisierte "Penetration Angst" dürfte weitere Fragen erübrigen ...
Die Story ist schnell erzählt: Irgendeine Hotelputze hat die Schnauze voll von ihrem Job, bessert sich deshalb das Taschengeld auf, in dem sie gewissen Gäste gewisse Dienste erweist, und hofft so auch die Kohle für ihren drogenabhängigen Freund zusammenzukratzen ...
Spannungsarm, mal Drama, mal Thriller, mit einer verworrenen Liebesbeziehung, etwas Sex, einer zumindest noch einigermaßen passablen Protagonistin, irgendwie nix Halbes und nix Ganzes.
Wir bewegen uns dabei stilistisch auf dem Niveau einer RTL-Dokusoap, sowohl inhaltlich als auch handwerklich platt, bis kaum der Rede wert, belanglos, selten spannend, durch seine schlichte Inszenierung dafür zumindest stellenweise noch halbwegs realistisch. Der Versuch einer angemessenen Dramaturgie funktioniert zumindest im letzten Drittel noch ganz gut.
Also kein zweiter "Dreizehn", dafür der Versuch im Independent Bereich Fuß zu fassen. Bedarf sicher noch etwas Arbeit, für Fans des schlechten Geschmacks zumindest ein kleiner Augenschmaus. Alle anderen dürften wohl eher mit dem Kopf schütteln.