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"Black Rain" ist neben "Alien" und "Gladiator" mein Lieblingsfilm von Ridley Scott (Black Hawk Down). Der Film ist geprägt vom Geist der 80er Jahre, als Japans Wirtschaftsmacht in Amerika Ohnmacht und Verbitterung und auch neidische Arroganz auslöste.

Nick Conklin (Michael Douglas) ist ein korrupter New Yorker Cop. Er ist stahlhart, arrogant und völlig unberechenbar. Er hat den Auftrag, einen japanischen Killer nach Osaka zurückzubringen. Als ihm aber dort die Flucht gelingt, gerät Nick zusammen mit seinem Partner Charlie Vincent (Andy Garcia) in die Schußlinie der Yakuza. Sie lernen schnell, was es heißt, die japanische Mafia zum Feind zu haben...

Vermutlich eine der besten Darbietungen von Michael Douglas (Traffic), die man hier zu sehen bekommt. Auch wenn er korrupt ist und manchmal rummault, man muss ihn irgendwie lieb haben. Zwar ist seine Figur typisch für die Cop-Charaktere der 80er (z.B. "City Cobra"), doch schafft es Douglas ihr eine gewisse Tiefe zu geben. Man kann ihm richtig ansehen, wie ihm Japan Anfangs auf die Nüsse geht. Andy Garica (Internal Affairs) wurde lange Zeit als der Nachfolger von Al Pacino gehandelt, doch obwohl er ein guter Schauspieler ist, kommt er an Pacino nicht ran. Garcias Charakter ist das Gegenteil von Nick Conklin und findet sich auch im Land des Lächelns besser zurecht. Kate Capshaw (Indiana Jones und der Tempel des Todes) spielt zwar nicht schlecht, ist aber nur selten zu sehen. Öfters zu sehen ist Ken Takakura (Yakuza) als japanischer Cop Mashiro Matsumoto, der nach Charlies Tod in gewisser Weise Nicks Partner wird. Mit Charlie versteht sich Matsumoto auf Anhieb, bei Nick braucht es eine Zeit. Yusaka Matsuda (Tod im Fahrstuhl) ist als sadistischer Sato ein gut besetzter Schurke.

"Black Rain" ist von der Atmosphäre her wie viele Filme der 80er: Schmutzig, düster und hart! Dennoch ist der japanische Hintergrund eine erfrischende Abwechslung zu den amerikanischen Großstädten. Ridley Scott hat die Action gut inszeniert, geht aber sparsam mit ihr um, was man vor allem im Finale sieht. Da wird nur kurz rumgeballert und dann heftet sich Nick auch schon per Motorrad an Satos Fersen. Der Zweikampf der beiden im Matsch ist hingegen gut geraten und findet auch ein überraschendes Ende. Für einen Film ab 16 hat "Black Rain" zudem noch einen großen Blutgehalt. Da werden Hände durchstochen, Finger abgeschnitten und einige Shoot-Outs hat man auch etwas blutig gestaltet. Wie bei "Crying Freeman" ist auch hier die Story um zwei verfeindete Mafia-Banden nicht gerade neu, aber mit einem eigenen Stil des Regisseurs inszeniert. Auch hier wurde der Film in der Grauzone zwischen japanischer Moderne und uralter asiatischer Tradition angesiedelt. Zudem unterscheidet sich die japanische Kultur erheblich von der Amerikas, womit Nick dann auch erst einmal so seine Probleme hat. Das lässt aber Platz für ein wenig Humor, der gut zum Film passt. Spannend ist "Black Rain" auf jeden Fall.

Somit ist "Black Rain" nicht nur eines von Ridley Scotts besten Werken, sondern auch einer der besten Filme mit Michael Douglas. Und er funktioniert sowohl als Cop-Film wie auch als Action-Thriller.

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