"Black Rain" gehört auch heute noch zu den stimmungsvollsten und handwerklich bestumgesetzten Vertretern des Actionthriller-Genres. Regisseur Ridley Scott fing das befremdliche, kühle Japanszenario perfekt ein und lässt den Zuschauer förmlich spüren, wie sehr ein westlicher Mensch in dieser Welt Fremdkörper ist. Vor toll ausgestalteten, oft trotz Hochglanz düster wirkenden Kulissen schreitet die spannende Story um den impulsiven Großstadt-Cop Michael Douglas und den von ihm bei der Überführung ins Land des Lächelns entwischten Yakuzaboss vorran - und glänzt mit wenigen, dafür ebenso harten wie meisterhaft choreographierten Actionszenen. Deren Höhepunkte sind zum einen der furios-knappe Verhaftungsauftakt in Amerika, zum anderen die brutale Hinrichtung in einem japanischen Parkhaus und der famose Showdown im Yakuzaunterschlupf. Zu sehen gibt es dabei in der Hauptsache blutige Schusswechsel und fetzige Verfolgungsjagden zu Fuss oder auf Rädern. Schade nur, daß Scott uns nicht etwas mehr von allem gegeben hat, gerade im Showdown hätte er gerne noch etwas draufpacken können anstatt das "Bodycountpotential" der wartenenden Gangster mit wenigen kurzen Einstellungen abzuhandeln. Dennoch gehört der Showdown zweifelsohne zum Besten, was das überstrapazierte Genre zu bieten hat.
"Black Rain" funktioniert perfekt. Darsteller (allen vorran der herrlich ungehemmte und schlagfertige Michael Douglas), handwerkliche Inszenierung und Spannungsbogen: Alle Elemente greifen nahtlos ineinader und bilden ein absolut hochklassiges Ganzes. Jeder Freund beinharter Actionthriller sollte sich dieses kleine Juwel in keinem Falle entgehen lassen. Einzig auf eine würdige DVD-Umsetzung wartet der Fan bis dato vergebens...