Review
von LJSilver
Warnung: Der Review enthält leichte Handlungsspoiler
Der Pilotfilm der neuen Galactica Serie ist weniger ein Remake sondern laut Regisseur eher eine Neuinterpretation der alten Serie. Dass der Regisseur sich von der alten Serie abheben will, sieht man an sehr vielen Dingen:
- Statt Laserwaffen gibt es Projektilwaffen wie Nuklearsprengköpfe oder Gatling-MGs, mit denen die Vipern z.B. schießen.
- Die Namen wie Starbuck, Boomer etc. sind nur die Codenamen, alle haben bürgerliche Namen.
- Starbuck und Boomer sind Frauen
- Apollo aka Lee Adama versteht sich nicht mit seinem Vater
- Adamas zweiter Sohn Zack ist bereits tot
- Die Zylonen sind teilweise menschliche Cyborgs (Spione auf der Galactica!)
- Baltar ist Crewmitglied der Galactica und direkt verantwortlich für die Zerstörung Capricas. Er hat Halluzinationen(?) und Schuldgefühle.
- Boomer ist nicht so "gut", wie sie zu sein scheint.
Der Film nimmt sich aber dennoch nicht immer völlig ernst. Es gibt eine Menge Situationen, wo man schmunzelt oder witzige Hommagen an die alte Serie feststellen kann:
- Die Galactica ist eigentlich ein Museumsschiff und befindet sich auf dem letzten Flug ins Museum.
- In den automatischen Viper-Abschussbahnen befinden sich Souvenirshops.
- Der Hangar ist ein Ausstellungsraum. Da findet man u.a. Glasvitrinen mit den Zylonen aus der Originalserie.
- Auf Grund von Sabotage können die neuen Viper-Jäger nicht benutzt werden. Also holt man die alten Original-Vipern aus dem Museum und kämpft mit den Oldtimern.
- Die Erde gibt es laut Adama nicht. Das ist nur ein Trick, um der Flotte ein Ziel zu geben und sie zu motivieren. Eigentlich fliegen sie nur planlos herum.
- Die Schaupielerin, die Starbuck spielt, wirkt wie eine Parodie auf den alten Starbuck. Immer aufgesetzt cool und mit Zigarre wirkt das einfach lustig, wenn man den Originalcharakter kennt.
Die CGI-Effekte sind wahrlich nicht von schlechten Eltern. Während die Blech-Zylonen wie die Aliens aus dem 5. Element aussehen und die Bewegungen und Animationen nicht so ganz überzeugen, kann man an den Weltraumszenen wahrlich nichts aussetzen. Sie wirken wirklich aufwändig und hochwertig und haben nichts mehr mit dem Trash aus der alten Serie gemein.
Da dies nur der Pilotfilm einer Serie ist, muss man sich darauf gefasst machen, dass im ersten Drittel des Films hauptsächlich die Charaktere eingeführt werden. Man sollte nicht gleich ein Actionfeuerwerk erwarten. Wie heutzutage üblich gibt es dabei auch ein paar erotische Szenen, in denen sich die überwiegend jungen Darsteller mal "austoben" dürfen.
Für eine TV Serie unüblich ist der relativ hohe Härtegrad. Verbrannte Menschen, einem Flüchtling, der auf den überfüllten Raumtransporter klettern will, wird blutig in den Bauch geschossen, eine Zylonen-Spionin tötet ein Menschenbaby etc.
Fazit:
Ein hoffnungsvoller Pilotfilm zur neuen Galactica-Serie. Viele Hommagen und Parodien an die Originalserie und der Umstand, dass sich der Film nicht immer so ernst nimmt, sorgen mit den guten CGI-Effekten für kurzweilige Unterhaltung.