Im Jahre 1966 arbeiteten Walter Matthau (I.Q. - Liebe ist relativ, Dennis) und Jack Lemmon (Das China Syndrom, Vermisst) das erste Mal in "Der Glückspilz" zusammen. Drei Jahre später waren sie in "Ein seltsames Paar" zu sehen, seitdem sind die beiden Oscarpreisträger ein Dream Team. Dieses vereint Regisseur Donald Petrie (Miss Undercover, Der Onkel vom Mars) in der gelungenen Komödie "Ein Verrücktes Paar", wo sich Matthau und Lemmon als Rentner wieder fleissig bekriegen dürfen. Drehbuchautor Mark Steven Johnson (Daredevil, Ghost Rider) schrieb auch das Skript zum fast ebenbürtigen Sequel, welches aufgrund der guten Einspielergebnisse auch kommen musste. "Der Dritte Frühling" erschien knappe zwei Jahre später.
In der verträumten Kleinstadt Wabasha leben die beiden Witwer und Rentner Max Goldman (Walter Matthau) und John Gustafson (Jack Lemmon) direkt nebeneinander. Obwohl sie im Kindesalter beste Freunde waren, können sie sich heute nicht riechen, jeder Kontakt artet in einem Streit aus. Als die hübsche Geschichtsdozentin Ariel Truax (Ann-Margret) ins Haus gegenüber zieht, verschlimmert sich die ganze Situation noch. Max und John buhlen um ihre Freundschaft und dabei ist den Beiden jedes Mittel recht. Doch Ariel hat ihre Wahl bereits getroffen und John droht sein Haus wegen hoher Schulden zu verlieren. Die Feindschaft von Max und John wird auf eine harte Probe gestellt.
Man sagt ja immer so schön, dass man als Rentner viel Zeit hat, doch unsere beiden schrulligen Hauptcharaktere verbringen sie damit, sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen. Doch "Ein Verrücktes Paar" ist weit mehr als nur ein gegenseitiges Streiche spielen. Hier haben wir zwei Witwer, die kontinuirlich einem Tagesschema folgen und durch die Liebe wieder in ihrer langweiligen Lebensweise beflügelt werden. Petrie präsentiert uns hier zwei gar nicht so verschiedene Charaktere, wobei John Gustafson durch seine privaten Probleme ein wenig in den Fordergrund rückt. Ständig wird er von einem Inkassobeauftragten belästigt und droht dadurch sein Haus zu verlieren. Auch muss er sich nebenbei noch um seinen Dad kümmern, der wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt und in einigen Szenen für Lacher sorgt. Dem großkotzigen Max geht es dagegen prima, sein Sohn Jacob (Kevin Pollak) kandidiert für das Amt des Bürgermeisters. Was beide verbindet ist ihre Sturheit und das Eisangeln. Ob es nun ein stinkender Fisch im Auto ist, eine Dachlawine oder nur gegenseitige Beschimpfungen sind, Max und John bekriegen sich jeden Tag aufs Neue. Und jeder versucht auf seine Weise bei der lebenslustigen Ariel zu landen. Das Ganze geht Petrie dermaßen locker von der Hand, als hätte er nie etwas anderes inszeniert. Auch wenn "Ein Verrücktes Paar" keine absoluten Brüller zu bieten hat, der Humoranteil ist trotzdem ziemlich hoch und jeder Gag sitzt, so banal er auch sein mag.
Da stechen besonders die bissigen Wortduelle heraus, die Max und John sich liefern. Aber der Film hat auch eine Kehrseite und setzt in einigen Szenen auf Gefühle, ohne dabei je kitschig zu werden oder zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Alan Silvestris Score vermag jede Gemütslage perfekt zur Geltung zu bringen. Natürlich behält der Humor die Oberhand, aber der Balanceakt zwischen Witz und Gefühlen ist Petrie astrein gelungen. Von der Story sollte man keine großen Sprünge erwarten, natürlich spitzt sich der Kleinkrieg zwischen den Beiden Rentnern immer mehr zu, obwohl man ziemlich schnell weiss, für wen Ariel sich entschieden hat. Aber gerade dadurch benehmen sich Beide wieder fast wie kleine Kinder, es geht sogar bis zu einer Rauferei, die nur Johns Vater durch ein Machtwort beenden kann. Natürlich obligt es dem Team Matthau / Lemmon, dass diese Komödie so reibungslos funktioniert. Keiner streitet so wunderbar wie diese Beiden, die den restlichen Cast auch locker an die Wand spielen. Ann-Margret (52 Pick-Up, Tommy) als Love Interest macht ihre Sache gut, Kevin Pollak (End of Days, Hostage - Entführt) und Daryl Hannah (Ayla und der Clan der Bären, Kill Bill) sind in Nebenrollen zu sehen. Desweiteren Altstar Burgess Meredith (Rocky, Hexensabbat) als Grandpa Gustafson.
In jeder Hinsicht gelungene Komödie, die auch ohne absolute Lacher auskommt. Viel Humor, eine große Portion Gefühl und zwei gut aufgelegte Darsteller sorgen für hinreißende Unterhaltung. Die Schneelandschaft und der emotionale Score von Silvestri komplettieren "Ein Verrücktes Paar", der für klein bis alt einen diebischen Spass darstellt.