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Produzent John Hughes ist Amerikas Mann für Familienunterhaltung. Mal sanft und besinnlich, wie bei "Das Wunder von Manhattan", danach wieder knackig und mit Power, wie bei "Kevin allein zu Haus". Und egal was er anfässt, die Familien rennen in Scharen ins Kino. Und vor allem von Kevin waren sie begeistert. Kein Wunder also, dass die "kleiner Frechdachs legt Bösewichten das Handwerk"-Welle noch eine Weile anhielt und dabei auch "Dennis" ausspuckte, einen Film der auf einem amerikanischen Erfolgscomic basierte. Und auch hierbei kann man durchaus seinen Spaß haben, vor allem als Kind.

"Dennis" erzählt die Story des kleinen Hosenscheißer Dennis Wilson, der nichts als Flausen im Kopf hat. Obwohl er es eigentlich immer nur gut meint, bringt er vor allem seinen Nachbar Mr. Wilson regelmäßig um den Verstand, in dem er ihm z. Bsp. ein Aspirin mit einer Zwille in den Rachen schießt, ihm Kloreiniger in die Mundwasserflasche kippt oder gar eine ganze Gartenpary in ein Schlachtfeld verwandelt. Als er es eines Tages zu weit treibt und ihn Wilson zum Teufel jagt, rennt Dennis allerdings in die arme des zwielichtigen Diebes Sam. Doch Dennis wäre nicht Dennis, wenn er sich nicht auch aus dieser Situation befreien könnte... Alles in allem bildet "Dennis" somit eine Comedy, wie man sie aus Amerika, vor allem in den 90ern, doch des öfteren zu Gesicht bekommen hat. Es gibt nette, aus dem amerikanischen Leben geschnittene Charaktere, einige verrückte Situationen, etwas Dramatik und natürlich ein Happy End. Alles hübsch verpackt in einer familienfreundlichen Umgebung, die allerdings auch hin und wieder von ein paar Spitzen unterbrochen wird. Wirklich einen großen Sprung macht das Ganze dabei zwar nicht, aber für ein harmloses Filmchen für zwischendurch, reicht der Inhalt allemal.

Vor allem die Kinder dürften es dabei sein, die hier ihre große Unterhaltung finden, denn so wie Dennis möchte eigentlich irgendwo jeder sein. Sprich die dümmsten Streiche machen dürfen und dabei kaum Angst vor Strafe haben müssen, da einen ja doch alle irgendwo lieb haben. Dennis ist ein Kind wie jedes andere auch, ein Junge der wirklich all das verkörpert, was man als kleiner Hosenscheißer damals selber war. Und genau das ist es, was "Dennis", trotz des recht banalen Inhaltes, so sympathisch macht. Man kann Dennis einfach nicht böse sein, selbst wenn man es sein wollte. Die Streiche, die er dabei vor allem seinen Nachbarn spielt, sind dabei zwar nicht unbedingt schmerzfrei, aber nie und nimmer bösartig, was der Familienfreundlichkeit natürlich auch zu gute kommt.

Erst zum Ende hin, gibt es dann doch ein paar blaue Beulen zu verzeichnen, denn wie es sich für einen Bösewicht in einer John Hughes-Komödie gehört, so muss sich der Verbrecher natürlich auch hier allerhand Leiden über sich ergehen lassen, die ein realer Verbrecher vielleicht gar nicht überleben würde. Murmel gegen den Kopf, Feuer in der Hose, mit Mais gemästet, bis am Schluss sogar das Messer in den Hintern pikt. Verbrecher Sam hat wirklich schwer zu leiden und der Zuschauer krümmt sich nur so vor lachen.

Aber auch die ganze Inszenierung Drumherum klappt einwandfrei. Die Locations wurden wunderbar ausgewählt, vor allem die Vorgärten und Häuser lassen eine gewisse Vorstadt-Romantik nicht vermissen, welche nur allzubald durch Sam (und durchaus auch Dennis) zerstört wird. Dazu eine recht ordentliche Arbeit hinter der Kamera, die mitunter einige nette Kameraschwenks zu bieten hat und eine gute Musikauswahl, vorzüglich komponiert und eingespielt von Jerry Goldsmith. So passt alles, wackelt und hat Luft.

Luft, die auch von den Darstellern perfekt ausgefüllt wird. Da wäre als erstes Mason Gamble, der mit seiner Dennis-Performance wirklich einen perfekten Culkin-Verschnitt abgibt. Auch wenn er an das große Vorbild nicht so ganz heranzukommen vermag, so schließt man den kleinen Racker doch recht schnell in sein Herz. Dazu ein herzallerliebster Walter Matthau, der hier noch einmal seinen ganzen Charme als alternder Grießgram ausspielt, den er bereits seit den "Verrücktes Paar"-Filmen inne hat. Und dann natürlich, nicht zu vergessen, Christopher Lloyd, der hier einen derart ekelhaften Verbrecher abgibt, dass es nur so eine Freude ist. Mit seiner schmierigen, zerlumpten und wirklich ekelerregenden Performance, läuft er Daniel Stern und Joe Pesci, aus den "Home Alone"-Filmen, schon fast den Rang ab. Aber auch der Rest des Castes macht Laune. Gut so!

Fazit: Absolut typische US-Familienkomödie, die es erfolgreich schafft auf der "Home Alone"-Welle zu schwimmen und dabei nicht weniger Spaß macht, als das große Vorbild. Auch wenn die Innovationen nicht so groß sind wie bei "Kevin...", so macht die Story doch Laune, sind die Gags allesamt mindestens auf Schmunzel-Niveau, und die Charaktere durchgehend so sympathisch, dass man bei dem Treiben einfach zusehen muss, ohne das man sich dabei wirklich ärgern würde. Auch wenn die Kleineren alles in allem wohl noch mehr Freude dabei haben werden wie ihre Eltern, so kann man auch als Erwachsener durchaus seinen Spaß, an diesem Rabauken haben. Nichts für die Ewigkeit, aber als amüsanter Filmhappen für zwischendurch wirklich bestens geeignet.

Wertung: 7/10 Punkte

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