Gil Junger, der Regisseur von "10 Dinge, die ich an dir hasse" war fast zwei Jahrzehnte beim amerikanischen Fernsehen beschäftigt, und widmete sich dort der Produktion von TV-Serien, zumeist Sitcoms. Sein Spielfilmdebüt weist genau die Stärken und die Schwächen eines Sitcom-Routeniers auf.
Erst einmal ist "10 Dinge, die ich an dir hasse" leidlich originell. Eigentlich gar nicht. Das Konzept aus einem klassischen Stoff eine hippe High School-Comedy für Teenies zu machen, ist nicht gerade neu, und spätestens seit dem durchaus interessanten "Eiskalte Engel" langweilig. Dabei ist Jungers Film nicht einmal eine werkgetreue Adaption, nicht einmal ein Update. Viel mehr fließen Inspirationen aus Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung", wie diverse Namensgebungen und Versatzstücke im Inhalt in das Drehbuch ein. Shakespeare-Puristen werden dankend abwinken, das Zielpublikum wird die Querverweise eh nicht entdecken.
Die ganze Story dümpelt überraschungslos umher, und bedient sich dabei eines arg abgenudelten Plots: Weil Papa Stratford seiner hübschen, jungen Tochter Bianca keine Dates erlaubt, solange die ältere, zickigere Kat sich nicht verabredet, engagieren zwei ihrer Anbeter, den geheimnisvollen Pat Verona, der eben jene Kat verführen und dann auf Partys mitnehmen soll. Klar, wie sich die Story fortan entwickelt. Pat verliebt sich wirklich in Kat, kann sogar ihr Herz erobern, er erzählt die Wahrheit über sein zunächst nur erkauftes Interesse an ihr, sie verlässt ihn, und schlussendlich liegen sie alle wieder versöhnt in des anderen Armen...
Gil Junger darf man für diesen Tatbestand nun nicht loben. Sein Film ist formal uninteressant, belanglos, langweilig und ziemlich unspektakulär - wie die meisten Episoden von US-amerikanischer Sticoms. Diese Serien, wie auch dieser Film, tragen sich komplett über die Darsteller. Ohne den hohen Sympathiebonus, den Ledger, Stiles, Gordon-Levitt und Oleynik hier erhalten, könnte man "10 Dinge, die ich an dir hasse" getrost vergessen. Doch der enorme Charme, und das offensichtliche Talent dieser Jungschauspieler mag den Zuschauer dennoch unterhalten.
Ein langer, schneller, witziger Film, so inszeniert wie eine rührige TV-Serie. Da kann das Fazit nur so lauten: Belanglos, nett, konsumierbar, aber schnell auch sich selbst erübrigend. "10 Dinge, die ich an dir hasse" reicht für einen netten Abend, ist aber filmhistorisch völlig uninteressant, und wird nur wegen der hochwertigen Besetzung im Brei der Teenie-Romanzen, die nach dem selben kalkulierten Muster gestrickt sind, herausragen.