Basierend auf Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ präsentiert Gil Junger hier eine modernisierte Variante aus den späten 1990er Jahren. Die Entstehungszeit sieht und spürt man sofort, alles schreit förmlich danach, da kommt je nach Jahrgang etwas Nostalgie auf. Zwischen den Klamotten, der generischen Rockmusik und der High School-Thematik geht es ums Dating. Alle wollen mit Bianca ausgehen (warum eigentlich?), aber ihr überbehütender Vater lässt dies nicht zu. Eine Ausnahme gäbe es, wenn Biancas rebellische Schwester Kat auch ein Date hätte. Und so bringt man mit etwas monetärer Überzeugung den Außenseiter Patrick dazu, sich an Kate zu versuchen.
Wie das weitergeht kann man sich schnell ausmalen, dafür muss man nicht die Vorlage kennen. „10 Things“ ist trotz seines literarischen Hintergrunds eine in recht bekannter Weise gestrickte und ausgeführte Teenie-RomCom. Auf der Habenseite steht die Geschichte zwischen Kat (Julia Stiles) und Patrick (Heath Ledger), die meilenweit interessanter ist als das pickelfreie Gedöns zwischen Bianca (Larisa Oleynik) und dem offensichtlich zwölfjährigen Cameron (Joseph Gordon-Levitt) sowie dessen Konkurrenten Joey (Andrew Keegan). Deren Rollen geben auch einfach nicht viel her. Stiles und Ledger können sich da besser präsentieren, ihre Figuren wirken lebendiger.
Der Humor transportiert sich meist über die Dialoge, die mal flott geschrieben sind, mal umständlich um das Offensichtliche herumschleichen. Kurz vor Ende gibt es das sich meilenweit ankündigende Drama, welches sich dann auch ebenso schnell wieder auflöst. Da gibt das Skript dann spürbar nicht mehr viel auf die Figuren und will einfach schnell zum vorgegebenen Ende kommen. Dieses ist merkwürdig harmonisch für das Spiel, welches hier vorher abgezogen wurde. Und hat man den befremdlichen Umgang mit den weiblichen Figuren aus der Vorlage auch abgemildert, so mag man diesen immer noch mit gemischten Gefühlen betrachten.
„Make anyone cry today?“
Sich grob an Shakespeares Vorlage orientierend ist „10 Things I Hate About You“ eine recht vorhersehbar und handelsüblich ablaufende Teenie-RomCom, die aber hier und da ihre gelungenen Szenen hat. Ledger und Stiles spielen gut auf, der Rest ist zweckdienlich und über das Prädikat „nett“ kommt dieses so spürbar in seiner Entstehungszeit verankerte Werk nicht hinaus. Kann das Bohei darum nicht wirklich nachvollziehen, aber ist schon okay.