Review

Ein böser Mensch tötet auf dem Highway mit Hilfe eines Trucks mehrere Personen, was die Polizei auf den Plan ruft. Der Mörder muss sich im Umfeld der LKW-Fahrer der Gegend befinden, doch es gibt viele Verdächtige, die für die Taten in Frage kommen.

Von cmv, in deren Trash Collection dieser Streifen seinen Platz gefunden hat, wird das Werk als Fortsetzung zu "Blutiger Highway" betitelt, aber die beiden haben inhaltlich nichts miteinander zu tun. Durch den Titel stellte ich mich auf Klamauk mit etwas Action ein, wie man es bei "Blutiger Highway" serviert bekommt, bekam aber eine Art Actionkrimi zu sehen, der mir garnicht mal so schlecht gefallen hat. Die Geschichte wird zügig erzählt, es gibt viele Verdächtige mit einem plausiblen Motiv für die Morde, wobei am Ende dann jedoch keine Erklärung für die Tötungen abgeliefert wird, man sich aber seinen eigenen Reim machen kann und immer wieder werden abwechslungsreiche Actionszenen eingestreut. Weniger gefallen mir einige der zwischenmenschlichen Beziehungen, wie die Eifersüchteleien um eine Frau, der Bruderkonflikt oder das Geschwätz zwischen den Geschiedenen, aber die Mexikaner, aus deren Land dieser Film stammt, scheinen auf solche Dinge abzufahren.
Die Charakterzeichnungen fallen insgesamt nicht besonders tiefgründig aus und bieten keine Identifikationsmöglichkeiten. Daher nimmt einen die ungewöhnliche und dramatische Selbstjustizszene am Ende emotional nicht mit und ist kein Schlag in die Magengrube, wie ihn einer der Selbstjustizler so ganz nebenbei von einem Polizisten bekommt, als er abgeführt wird. Das erinnert mich übrigens an die Szene aus dem "ersten Teil", in der auch ganz nebenbei eine Person von einem Gesetzeshüter einen Schlag mit dem Stock auf den Detz bekommt. Die mexikanische Exekutive scheint es da nicht so eng zu sehen.

Das Leistungen der Darsteller sind in Ordnung, wobei die beiden Almada-Schnauzbart-Brüder wie schon in "Cobra Gang" wieder mit von der Partie sind und mir diesmal besser gefallen. Die Sätze, die die Personen von sich geben, haben dann allerdings meist weniger Realitätsnähe und hinterließen des Öfteren ein Grinsen bei mir.

Die Actionpassagen sind für das geringe Budget, das diesem Film zur Verfügung gestanden haben wird, ordentlich inszeniert. So überrollt der "Truck des Grauens" Personen, schiebt Fahrzeuge samt Insassen Abhänge hinunter und macht sogar ein Häuschen samt Bewohner platt. Witzig finde ich hierbei trotz der eigentlichen Brisanz des Geschehens die Stelle, bei der sich ein Wachmann vom LKW überfahren lässt (ein Seitenschritt hätte ihm das Leben retten können) und das typische Explodieren von abstürzenden Fahrzeugen, wobei ein Sattelschlepper nach dem Klippensturz eine Weile still daliegt und erst in die Luft geht, als ein Reifen über ihn hinwegkullert.

Insgesamt ist dies sicherlich kein guter Film, aber eine unterhaltsame, abwechslungsreiche Mischung aus Krimi und Action mit ungewöhlichen Szenen.

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