Lucy Emerson zieht nach ihrer Scheidung mit ihren Söhnen Sam und Michael zu ihrem Vater nach Santa Carla.
Hier an der Küste ist immer was los und der Rummelplatz gut besucht. Während Sam sich mit den beiden Frog Brüdern anfreundet, die besessen von Vampiren sind, macht Michael bekanntschaft mit einer Bikerbande und deren Anführer David.
Nachdem Michael sich nach dem Treffen mit den Bikern immer komischer verhält, hegt Sam den Verdacht, das sein Bruder zum Vampir wird und bittet die Frog Brüder um Hilfe.
Die 80er neigen sich dem Ende zu und Regisseur Joel Schumacher bereicherte das Genre mit The Lost Boys. Das Jahrzehnt war gespickt von Neuinterpretationen des Vampirthemas, sei es durch Fright Night oder Near Dark.
Schumacher serviert hier eine perfekte Mischung aus Humor, Spannung, Grusel und Actionelementen rund um die Blutsauger. Dazu wurde das 80er Feeling gekonnt auf Film gebannt und die Emerson Brüder sind, ein wenig dem Klischee und Jahrzehnt entsprechend, natürlich Scheidungskinder.
Es sei gesagt, das Schumacher, bzw. die Autoren nichts Neues erfinden, aber es werden Versatzstücke, bzw. Genres gekonnt zu einem Ganzen vermischt.
Ja, die Story ist nicht originell, aber erfüllt absolut ihren Zweck.
Herausragender ist da schon der Cast, eine Mischung aus bekannten und soliden Darstellern und einem Haufen talentierter Jungdarsteller. Sutherland mimt den Leader David schön diabolisch, mit gekonnten Sprüchen, aber, zum Glück, ohne ins Overacting zu rutschen. Die beiden Coreys waren damals sowieso angesagt und die Chemie stimmt auch hier (wobei die beiden überdrehten, jede Filmminute von Rambo-aufgesaugten Frogbrüder ein weiteres, unvergessenes Highlight sind).
Wiest und Herrmann geben das Patchwork Paar und Jason Patric und Jamie Gertz (zum anbeißen) sind das Liebespaar für das Teenie-Publikum. Hier ist für jeden etwas dabei!
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die hervorragende Kameraarbeit und Inszenierung. Gleich zu Beginn werden die Biker um David auf einem drehenden Karusell eingeführt und danach wird schnell klar, das in Santa Carla etwas nicht stimmt.
Dazu werden immer wieder geschickte Winkel, Kamerafahrten, Zooms und Flugsequenzen eingestreut.
Und zum letzten Höhepunkt, dem Soundtrack. Der ist durch und durch von den 80er geprägt (wobei auch das Cover von The Doors' "When you're strange" stark präsent ist).
Der Titelsong des Films bleibt wohl unvergessen (Cry little Sister), mit seinem prägnanten Chor im Refrain. Hier harmoniern Bild und Sound wunderbar.
Der Film geht recht straight zur Sache und läßt den Zuschauer nicht im Leerlauf hängen, besitzt einen kontinuierlichen Spannungsbogen, der wunderbar gesteigert auf das Finale hinarbeitet (das recht typisch ist, mit ausgiebiger Kampf-Vorbereitung). Die Vampire beissen dann auch, zwar recht kurz aber effektvoll, ins Gras. Trotz allem bleibt dennoch genug Raum, um die Charaktere zu entwicklen und ihnen Tiefe und Profil zu verleihen.
Wer auf Vampirfilme, gepaart mit Humor und Teenie-Elementen steht, hat hier einen perfekten Vertreter. Der Mix funktioniert ausgesprochen gut, Darsteller und Technik sind auf hohem Niveau. Einer der besten Vampirfilme und einer der besten 80er Filme, dazu noch hervorragend gealtert.