"Es wird bewusst darauf verzichtet, das Monster in seiner ganzen Abscheulichkeit abzubilden, um den Effekt im Film noch zu verstärken" heißt es auf dem Klappentext. Zweimal sah ich dieses Meisterwerk des Stumpfsinns bereits, einmal auf Pro7 und einmal auf VHS. Das erste mal, weil wir am Samstag Abend ohne Beschäftigung herum saßen, das zweite mal, weil wir am Samstag Abend ohne Beschäftigung herum saßen und herzhaft lachen wollten.
Der Film beginnt ganz unspektakulär wie ein typischer Billigporno, man sieht ein paar Leute geist- und persönlichkeitslos auf einem Hafensteg herumirren. Einer von ihnen dürfte Drogendealer sein, aber auf die Handlung hat das keinen Einfluss, da alle (3 Männer und 3 Frauen) ungefähr den selben Charakter haben.
Gut, die 6 fahren jedenfalls mit nem boot auf dem Meer herum und, Überraschung, treffen irgendwo im dichten Nebel auf eine Bohrinsel. Währenddessen sieht man einen Typen (anscheinend ein Soldat) aus der Sicht eines Monsters vor genau diesem davon rennen.
Da das Boot unserer Helden irgendeinen defekt hat (kann mich nicht mehr genau erinnern ich glaube es gab einen Brand oder so) und sie grad zufällig auf die Bohrinsel treffen, steigen sie halt aus und klettern die billige Attrappe hinauf. Oben angekommen, finden sie ein verlassenes Gelände wieder, keine Menschen weit und breit.
"Oh nein, was ist hier nur los?" beginnen dann die geistreichen Dialoge und mit der Zeit wird alles in Computerspielmanier aufgelöst. Sie irren jedenfalls auf der Insel herum und werden einer nach dem andere, Opfer irgendeines Haimonsters, das in den Labors herumspaziert.
Nach langer zeit treffen sie plötzlich auf den einen Soldaten, der immer noch nichts besseres zu tun hat, als vor dem Vieh davonzulaufen, und wollen ihm helfen, finden aber heraus dass sich dieser auch schon verwandelt hat. Dieses Ding kann nämlich die Gestalt aller von ihm getöteten wesen annehmen. Logisch natürlich, dass es sich in Wurmform durch irgendwelche Schächte bewegen und so Besitz von den anderen ergreifen kann.
Sie treffen dann auf einen Doktor Shelby, der genau so eine tolle Darstellung genießt wie alle anderen. "Wer sind sie?" "Man nennt mich Doktor Shelby" ist der Einstiegsdialog für diesen Herrn, der gefühllos wie abgelesen heruntergeratscht wird. Vielleicht lag es auch nur an den Synchronsprechern, auf jeden Fall hat mich keine Szene so erheitert.
Gegen Schluss sind dann noch 2 übrig und plötzlich scheint die Rettung gekommen, als irgendeine Militärtruppe von industriellen gefolgt auf der Insel aufscheint und das Monster töten will. Doch plötzlich, oh Schreck, verwandelt sich der liebe Dr. Shelby in ein riesiges Haiding, das auf dem Klappentext erwähnte furchterregende Monster, das an Godzilla anno 1950 erinnert, und verfolgt die letzten zwei. der überragende Craig Fairbrass, der den Haupthelden spielt, lockt das Vieh dann mit Heroin an (Anm.: Das Ding ist süchtig auf den Dreck und 2 der 6 waren ja ganz zufällig Drogendealer) und verbrennt es. die 2 flüchten sich dann von der explodierenden Insel in einen Hubschrauber und fliegen dem glück entgegen, auch wenn sich der Pilot auch als Haimonster entpuppt...
Begleitet von einer wundervollen 0815-Musik, fantastisch agierenden Schauspieler und einer Handlung, wie sie kein Tom Clancy schreibt, gehört Proteus zu den ganz großen Ereignissen der Filmgeschichte und ich bin stolz, einen Punkt vergeben zu dürfen.