Review

Zu Beginn möchte ich vorweg nehmen, dass es sich bei folgendem Text um meine persönliche Deutung des Filmes handelt. Ich werde die drei Episoden nacheinander bearbeiten sowie es im Film der Fall war.

Episode 1: "Frühstück"
Das Frühstück an sich wird als ein Prozess dargestellt indem ein Mensch von einem wie eine Maschine arbeitenden menschlichen Körper sein Essen bekommt um danach mit eben jener Person den Platz zu tauschen, bis ein anderer Mensch sein Frühstück von ihm erhält und dann wiederum mit ihm den Platz tauscht.
Der Mensch der hier den Vorgänger aus dem Tranceähnlichen Zustand, in dem er als produzierende Maschine fungiert, befreit, tut dies nicht etwa aus Nächstenliebe oder Mitleid sondern nur um vorher selbst einen Vorteil nutzen zu können. Der Mensch ist bereit etwas zu geben, wenn er sich sicher ist dafür etwas zu bekommen und je nach Preis ist er bereit alles dafür zu tun. In diesem Beispiel wirken die Menschen, die das Angebot nutzen eher arm und scheinen auch für ein wenig Nahrung "dankbar" zu sein.

Episode2: "Mittagessen"
Das Mittagessen findet in einem Restaurant statt wo ein wohlhabenderer und ein ärmerer Mann an einem Tisch sitzen und darauf warten bedient zu werden. Beide scheinen unter großem Hunger zu leiden und so beginnen sie die Blumen auf dem Tisch, ihre Kleidung, die Tischdecke, ihre Teller, den Tisch und die Stühle zu essen. Der wohlhabendere Mann fängt immer an etwas zu essen und der ärmere imitiert ihn, wobei er weniger Manieren zeigt und alles in sich hinein schlingt. Am Ende überlistet der wohlhabendere Mann den ärmeren indem er so tut, als würde er sein Besteck verspeisen, als er wieder imitiert wird, holt er sein Besteck hervor und geht auf sein armes Opfer los.
Aus dieser Geschichte lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen. Zum einen ist hier der Sieg der Intelligenz des Menschen über die Kraft und die Instinkte gezeigt, es überlebt nicht der Stärkere sondern der Klügere wird satt. Auch wenn der erste Eindruck dies vermuten lässt trügt er ein wenig, auch der intelligentere Mensch hat Hunger und ist so seinen Trieben untergeordnet, auch wenn er es nicht akzeptieren will.
Zum anderen zeigt sich hier, dass man andere Menschen zwar imitieren kann, aber ihre wahren Absichten kann man dennoch nicht erkennen und liefert sich ihnen auf gedeih und verderb aus.

Episode 3: "Abendessen"
In der Not frisst der Teufel Fliegen... und der Mensch seinen eigenen Körper. Dieses ganz besondere Mahl mit persönlicher Note hat jedoch neben der Perversion, nämlich Teile seines eigenen Körpers zu essen, auch eine sehr vornehme Seite. Die Körperteile werden nicht einfach verschlungen, sie werden erst noch mit diversen Gewürzen und Saucen behandelt und verziert serviert.
Heutzutage haben wir eine ähnliche Situation. Oft wird eine Untat nicht beachtet oder gerechtfertigt, es wird ausgeschmückt und verziert, solange bis die Menschen daran glauben, dass es keine Untat ist sondern eine legale Handlung. Verteidigungskrieg, präventiv Maßnahme, Kronzeuge, Begnadigung, produktives Entlassen und viele andere Begriffe, die verschleiern oder umschreiben was aus einer minimal anderen Perspektive absolut unbegreiflich ist. In diesem Falle wäre der Mensch der einen Teil seines Körpers ist eine Regierung oder eine Firma, die Teile von gegen einen höheren Gewinn eintauschen und dabei nicht unwesentliche Risiken teils eingehen.

Auf die Darstellung in diesem Film möchte ich nicht besonders detailliert eingehen, weil ich dazu zu wenig Ahnung habe. Dennoch möchte ich erwähnen, dass es weder Worte noch eine lange Auseinandersetzung mit dem Thema bedarf um den Zuschauer zum nachdenken zu bringen.

Fazit: Ein sehr gelungener Film der sich möglicherweise mit den Problemen einer modernen westlichen Gesellschaft befasst und innerhalb kürzester Zeit einen besseren Eindruck dieser hinterlässt als viele Spielfilme es tun. Insgesamt 9,5/10 Punkten

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