Fünf Jahre saß Nick de Luca freiwillig im Knast, um dort den Don zu schützen. Doch während der Don eines natürlichen Todes starb und Nick von der Familie schnöde vernachlässigt wurde, schoss draußen Neupate Vince höchstpersönlich Nicks kleinen Bruder über den Haufen. Jetzt ist Nick wieder draußen, und jeder vom letzten Buchmacher bis zum FBI-Überwacher rechnet mit einem blutigen Rachefeldzug. Zur Enttäuschung besonders der eigenen Brüder wählt Nick jedoch eine andere Taktik. Im Restaurantbesitzer Tony findet er einen Verbündeten.
Einen krachigen Mafia Thriller sollte man hier allerdings nicht erwarten. Hier geht es mehr um die Familie an sich, zwei rivalisierende Gangster und zwischendrin Stadtrat und Restaurantbesitzer Tony, der zwar aus einer mafiösen Familie stammt (Vater und Bruder sind noch im Mob aktiv), sich aber mit Frau und Kind der ehrlichen Arbeit widmen möchte. In Sachen Action und wilden Shootings tut sich kaum nennenswertes, im Gegenteil, es gibt zwei kleinere Schießereien, die aber völlig kraftlos und undynamisch präsentiert werden.
Was man hier bekommt sind quasi die Sopranos im Spielfilmformat, nur eben leider ohne deren Präsenz, gelegentlich brutalen Methoden oder wenigstens dem Humor, der hier auch zwar in Ansätzen vorhanden ist, aber bestenfalls im Hintergrund vornehmlich von den korpulenten Darstellern verkörpert. Optisches Highlight bleibt da fast am meisten rauszufinden, wer im Film jetzt die Echt-Brüder von Costas Mandylor und Sylvester Stallone sind, aber sonst dümpelt das Script und die Regie von Eric Weston eher ereignislos dahin und muß manchmal sogar richtig kämpfen, nicht in soapige Gefilde abzufallen. Beispielsweise gerade Tonys Dialoge mit seiner Frau und seinem Vater sind da leider gute Beispiele für die Dialogtonne.
So gerät der Disput vom schmierigen Jungpaten Vince mit Knastrückkehrer Nick und dem alten Boss und Vater viel zu sehr auf die verbale Schiene. Eigentlich werden ja sogar zwei eigenständige Geschichten erzählt, denn gerade Tony und sein Restaurant wirken da fast ein wenig wie Fremdkörper, was eigentlich auch auf die Kurzauftritte der Cops gilt. Lediglich im Finale vereinen sich alle Parteien zum kurzen Showdown, da der Herr Tony lieber seine Familie in Gefahr bringt, statt Vince seine Parkplätze abzutreten, was dr eigentliche Stein des Anstoßes ist (Junge, deine Schuldgefühle hätte ich nicht haben wollen, wenn eines der Kinder deswegen ermordet worden wäre).
Persönlich hätte ich mir bei Hitters lieber die Story Nick vs Vince gewünscht und vor allem mit etwas mehr Schmackes dahinter. Hier kündigt das Cover zwar einen großen Alleingang des redlichen Restaurantbesitzers an, die aber völlig enttäuscht. Herr Weston sollte sich diesbezüglich mal beim rot sehenden Charles Bronson ein wenig fortbilden, denn dieser Mob War war bestenfalls ein Mops War.
4/10