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 Zum dritten Mal in nur fünf Jahren geht Inspektor Harry Calahan 1976 auf Verbrecherjagd. Das moderne Fortsetsungskino ist geboren. Dirty Hary hadert in „Der Unerbittliche" mehr als je zuvor mit seinen Vorgesetzten und der Obrigkeit, die sich einerseits in seinen Erfolgen sonnen, ihn anderseits aber für seine Pressefeindlichkeit, seinen eigenwilligen Ermittlungsmethoden seinen altmodischen Ansichten, und, und, und... eher von ihn distanzieren, ihn das Polizeileben gar zur Hölle machen, als sie ihn in die  Personalabteilung versetzen und ihn in die Prüfungskommission berufen. Was war geschehen? Für Harry sicher nichts Besonderes: Ein paar Schurken überfielen einen Schnapsladen und nahmen Geiseln. Sie forderten ein Auto zur Flucht. Inspektor Calahan gab ihnen ihr Auto - direkt vor die Füße - direkt durchs Schaufenster. Schurken gefasst, Geiseln befreit. Schaden 14.379 Dollar. Zu viel für die biederen Herren Vorgesetzten, denen eine gefällige Berichterstattung in der Presse mehr wert zu sein scheint als das Leben der Geiseln. Westernmanieren werfen sie ihn vor, sogar Neandertaler muss er sich nennen lassen.
Das Unternehmen „Dirty Harry in die Prüfungskommission" erweist sich dann aber rasch als Fiasko und es sind wieder mal die Aktualitäten der Ereignisse, die den Unersetzbaren schnurstracks wieder zur Mordkommission beordern. Um Waffenraub geht es und zwar im großen Stil. Unmengen Sprengstoff und Militärischer Artillerie werden bei einem Überfall auf eine Waffenfabrik von einer Bande Terroristen erbeutet, die der Stadt zwei Millionen Dollar Lösegeld rauspressen wollen, indem sie mit Anschlägen drohen. Ein Fall also für Calahan. Für Calahan wird die Ergreifung dieser „Revolutionären Streitkräfte des Volkes" auch zur persönlichen Sache, da sein langjähriger Kollege und väterliche Freund Frank DiGeorgio durch die Terroristen ums Leben kommt. In seinen letzten Atemzügen gab Frank Harry jedoch noch einen entscheidenden Hinweis.
Als Partner wurde Harry just derselbe weibliche Prüfling zur Seite gestellt, dem er noch kurz zuvor als Mitglied der Prüfungskommission, gelinde gesagt, wenig Eignung zum Inspektor bescheinigte. Calahan sollte sich hier jedoch geirrt haben. Kate Moore soll für ihn noch zur unentbehrlichen Partnerin werden und sie setzt dabei Fähigkeiten ein, die der voreingenommene und recht sture Calahan ihr nie zugetraut hätte. Das Zusammenwachsen dauert jedoch seine Zeit und das Zusammenspiel der unerfahrenen aber hochmotivierten Kate, deren unsichere, unbeholfene Art auf die eigensinnige, stoisch- zynische Gelassenheit Calahans trifft, sorgt im Film für viel Unterhaltung. Allerdings weiß der „Dirty-Harry"-Fan auch, dass Calahans Partner immer eine recht geringe Lebenserwartung haben.
Als Calahans Boss Capt. McKay durch eine stümperhaft und voreilig inszenierte Polizeiaktion eine Gruppe schwarzer Militanter um deren Anführer Mustapha, der für Calahan ein wichtiger Hinweisgeben aus dem Milieu ist, verhaftet und sich dafür auch noch mit viel Presserummel feiern lässt, platzt Calahan der Kragen: Er gibt seine Polizeimarke ab und startet seinen eigenen Feldzug gegen die Terroristen. Unterdessen überschlagen sich die Ereignisse, als in spektakulärer Art und Weise der Bürgermeister von den Terroristen gekidnappt wird.
Zum großen Showdown geht es dann nach Alcatraz und es wird großes Geschütz aufgefahren. Der Kleinkrieg der dem verblüfften Zuschauer auf der ehemaligen Gefängnisinsel vor San Francisco geboten wird, entbehrt freilich jeder Art von Realitätsnähe. Gut so, denn von solcher art Spektakel lebt die „Dirty-Harry"-Reihe und nicht vom Realismus.Regisseur James Fargo hat hier einen typischen „Dirty Harry" geschaffen, der nach bewährtem Strickmuster funktioniert. Der zynische Inspektor Harry Calahan mit seiner Riesenkanone und seinen trockenen, coolen Sprüchen. Dazu fiese Gangster und schmierige Vorgesetzte. Garniert ist das ganze immer mit einer recht spannenden, nicht immer glaubhaften aber immer spektakulären Story und nicht zu guter letzt auch den Versuch einer politischen Aussage. Zu letzterem möchte ich anmerken das diese nach über dreißig Jahren zum einen natürlich mit anderen Augen gesehen wird, zum anderen stellt sich für mich überhaupt der Sinn solcher Aussagen. Ein Action-Thriller ist ein Action-Thriller und kann und soll auch nie etwas anderes sein.

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