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Alle guten Dinge sind Drei - gerade beim Film gilt das bei den meisten Fortsetzungen eben nicht. „The Enforcer" macht da leider keine Ausnahme.

Wieder gibt es viel zu tun für Callahan. Eine Gruppe Terroristen haben zwei Kollegen erschossen und den Bürgermeister von San Francisco entführt. Zudem haben sie sich bestens versorgt durch einen Überfall auf ein Waffendepot, die dort erbeuteten Waffen - Raketenwerfer und Sturmgewehre - zeigen schon an, was dem Zuschauer als Showdown blüht. Auf der Gefängnisinsel Alcatraz kommt es dann auch wirklich zu diesem unvermeidlichen Finale in explosiver Ausführung.

War der Vorgängerfilm in seiner Handlung schon reichlich unglaubwürdig, hier geht's in etwa die gleiche Richtung. Dass Callahan der einzige Lichtblick bleibt, liegt leider nicht vordergründig an Eastwoods Schauspielkünsten, sondern an der vornehmen Blässe seiner Filmpartnerin Tyne Daly als Kate, die doch reichlich unbeholfen durch den Plot stolpert und irgendwie deplaziert wirkt. Zum Thema Gleichberechtigung - Frauen im Polizeidienst - hat der Streifen jedenfalls nicht viel beigesteuert, auch wenn Kate im Laufe der Geschehnisse für Callahan zu einer echten Stütze wird, bleibt eine seltsame Konstruiertheit im Raume. Auch die Hippie-Terroristen-Bande kann als gesichtsloses Feindbild kaum die Emotionen des Betrachters schüren und wird eher als lästiges Beiwerk präsentiert, welches nur dazu da ist, von Callahan umgenietet zu werden.

Emotionen kommen letztlich erst ins Spiel, als Kate ihr Leben lassen muss, und auch Callahans Gefühle scheinen hier echt zu sein. Als er den letzten Schurken von einem alten Leuchtturm pustet und den Bürgermeister befreit, ist auch er mit seinem gewohnten Zynismus am Ende und lässt das Dank stammelnde Stadtoberhaupt einfach wortlos stehen und geht, mehr Desillusioniertheit kann man nicht zeigen...

Fazit: Auch wenn das Comeback im vierten Teil noch ganz passabel ausfiel, wenn Callahan hier bereits in Rente gegangen wäre, ich hätte Verständnis gehabt.

(Eine knappe 6,5).

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