Review

Drei Jahre nach dem zweiten „Dirty Harry“-Film „Calahan“ folgte Streich Nummer drei. „The Enforcer/Der Unerbittliche“ ist jedoch meilenweit von den ersten beiden Filmen entfernt und bietet simpelste Polizeiaction mit schon fast anachronistischem Touch.
Das hielt den Film nicht davon ab, ein Erfolg zu werden; bezogen aber auf die Reihe an sich war das der bis dato schlechteste Teil (Teil 4 wurde dann noch einmal einen Hauch besser, während der fünfte ein Totalausfall war).

Anachronistisch sicherlich die Wahl der Widersacher. Irgendeine mäßig interessante und insgesamt eher lächerliche Gruppe von Anarchisten/Terroristen/Entführern/Erpressern unter der Führung eines durchgeknallten Ex-Zuhälters und Veteranen. Abgesehen von dem sind denn auch die übrigen weder Fisch noch Fleisch, allesamt keine richtigen Gegner, sondern allenfalls Bodycount. Dabei hat man sie noch nicht mal richtig böse gezeichnet, sondern eher als verwirrte Anhänger eines durchgeknallten Führers.
Der ganze Aufbau riecht ein wenig nach Hippie-Zeit und Charles Manson, aber das Gefahrenpotential kommt nur durch den Raub von ein paar überdimensionalen Waffen und Raketen zustande.

Was Calahan betrifft, so kämpft er sich mal wieder durch Einsätze und Versetzungen, landet in der Personalabteilung und gerät mehr zwischen emanzipatorische Mühlen, da es hauptsächlich darum geht, Frauen verstärkt im Dienst einzusetzen. Natürlich steht Calahan dem abschätzend gegenüber, verweist auf Gefahren und Erfahrung, scheitert aber an der Bürokratie. Das ist alles so vereinfacht, dass man selbst nur den Kopf schütteln kann, wenn Tyne Daly (die spätere Lacy aus „Cagney und Lacy“) ohne jegliche Erfahrung im Außendienst offenbar zur Inspektorin gemacht und ihm zur Seite gestellt wird.
Natürlich kann Harrys Meinung geläutert werden und natürlich wird solch bürokratische Kurzsichtigkeit bestraft und zwar mit dem Tode.

Das Finale auf der Gefängnisinsel Alcatraz ist dann auch bemüht knalliger Höhepunkt, doch Spannung will im ganzen Film nicht aufkommen, da es keinen wirklichen Gegner für Calahan gibt. So lebt der Film nur von Eastwoods knorrig-knurriger Präsenz und seinem eisigen Charakter.
Als Polizeifilm ist „The Enforcer“ immer noch gutes Mittelmaß, aber es ist deutlich, dass Eastwood von da an für sieben Jahre einweckte und erst wiederkam, als die eisgraue Eminenz selbst zum lebenden Anachronismus wurde. (5/10)

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