Review

"It has been billed as "the dirtiest Harry of them all," but it is simply the surliest."

Richard Eder, New York Times

"The original Dirty Harry and Magnum Force were very serious, very dramatic. The other thing we were trying to do in this movie, we injected a lot of humor into this one, and I mean, actually the critics picked up on it."

~ James Fargo

"He (Eastwood) was terrific in his generosity. Initially, I didn’t want to do it. I felt the part was limited and that basically she (the character) was a joke. Then he invited me to talk to him about it and allowed me to influence her (the character) with what I considered her to be, to give her a point of view, a backbone. That was great because he didn’t have to do that. He could have hired some much more compliant lady. I saw him again at a thing for the release of the boxed set of Dirty Harry movies, which I guess the first one came out 35 years ago. He said he couldn’t believe people were showing up for this work that was done many years ago. He’s a charming guy and worked very hard. All he had to do in the beginning was to be cute, you know, right out of the gate. But, he’s much more interesting than that. He’s parlayed it into a real career including directing, composing, and producing. I had a terrific time with him in that period. I certainly treasure that time, although we had to pretend it was my movie debut even though I’d already done a film. I had made a movie with Dustin Hoffman and Mia Farrow called John and Mary."

~ Tyne Daly

Mittelteil der schlussendlich auf eine Pentalogie angewachsenen Dirty Harry - Reihe, hier noch in frischer Blüte quasi, voll Kraft und Saft, auch relativ schnell im Abstand zu Magnum Force gehalten, bereits Oktober 1975 auch unter dem Arbeitstitel Dirty Harry III angekündigt, als Drehbuchautor Stirling Silliphant genannt. Dieser ist später gewichen, aus "terminlichen Gründen", nicht aus "kreativen Differenzen", es wird einen Grund gegeben haben, den wir nicht wissen, zumindest wissen wir, dass Dean Reisner mit der Überarbeitung beauftragt wurde, welcher auch schon beim Original anbei war und bei anderen Eastwood-Filmen. Später änderte man die Taktik und nahm sich ein Originaldrehbuch namens Moving Target vor, geschrieben von Gail Morgan Hickman und Scott Schroers (in anderen Quellen steht etwas von einem S. W. Schurr), die letztlich als Storygeber genannt wurden, Riesner und Silliphant als Autoren; doe Originalgeschichte stützte sich auf die Studentenunruhen in Berkeley, in San Francisco lag um die Zeit aber noch genug anderes gesellschaftliches und politisches an Veränderungen vor: Der Ort war Schauplatz von Haight-Ashbury, der Welthauptstadt der Hippies; es war ein beliebter Ort für die Proteste der Black Panther und SDS (=Students for a Democratic Society); Hauptquartier der aufkeimenden Schwulenrechtsbewegung; Opfer der Bombenanschläge der Weathermen (=eine militante, linksradikale US-amerikanische Organisation) und der rassistisch motivierten Zebra-Morde, zudem gab es die Symbionese Liberation Army, eine terroristische, 1971 in San Francisco gegründete Guerillagruppe, die 1974 Patty Hearst entführte. Genug Stoff für eine Genregeschichte und ihre Deutung. Das Budget ist auch 9 Mio. USD angestiegen, als Regisseur gibt James Fargo sein Debüt, er war zuvor bspw. Assistant Director bei Spielbergs Duell (1971):

Die Terroristengruppe um Bobby Maxwell [ DeVeren Bookwalter ], die sich selber People's Revolutionary Strike Force (PRSF) nennen, töten in Mill Valley, Marin County, zwei Arbeiter einer Gasgesellschaft, um an deren Ausrüstung und damit in ein Waffenlager zu kommen. Währenddesssen hat es Inspector Harry Callahan [ Clint Eastwood ] und sein Partner Frank DiGiorgio [ John Mitchum ] mit einem Überfall auf einen Spirituosenladen zu tun, nach dessen 'Klärung' Callahan wegen exzessiver Gewaltanwendung von seinem Vorgesetzten Captain Jerome McKay [ Bradford Dillman ] zur Personalabteilung versetzt wird, wo er bei einem Bewerbungsgespräch auch die bisherige Sachbearbeiterin Kate Moore [ Tyne Daly ] kennenlernt, die bald als Inspektorin seine neue Partnerin wird. Als der amtierende Bürgermeister [ John Crawford ] selber zur Zielscheibe der PRSF gerät, muss sich das ungleiche Team zusammenraufen.

Um Studentenunruhen geht es hier natürlich nicht, Eastwood ist auch hier schon oder immer noch ein Urgestein, noch nicht einmal vor einem Jahrzehnt als Frischblut ankommend, jetzt selber der Dinosaurier, das Relikt, das Establishment. Während John Wayne versuchte, im urbanen Terrain vergebens mitzuhalten – auch wenn Brannigan - Ein Mann aus Stahl (1975) und McQ schlägt zu (1974) durchaus unterhaltsam waren – , schuf Eastwood seine eigene Idolisierung, seine eigene Konsolidierung, den gewissen Mythos des Unverwundbaren, Unverwüstlichen, Unüberwindbaren, zumindest in den kommerziell ausgerichteten Werken, in den kleineren ging es etwas persönlicher zu, die kamen aber vereinzelt und dann erst später in Massen, hier noch der Fels in der Brandung. Der Film auch als Vorarbeit und Vorgeschmack für Flucht von Alcatraz (1979), hier schon mal im Showdown besucht, dort Hauptschauplatz, hier auch als Attraktion, dort die Haftanstalt. Doch zuvor wird sich auf den Straßen von San Francisco herumgetrieben, mit einem neuen Partner an der Seite, oder eher einer Partnerin, ein Unikat der Reihe, wenn man die nicht beamteten Frauen in Teil 4 und Teil 5 nicht mitzählt. Ganz im Stil der Siebziger ist die Eröffnung zumindest gehalten, eine böse Überraschung, eine Anhaltertour, eine Honigfalle, eine Mitfahrgelegenheit ausgenutzt, mit den Reizen gespielt, die Schwächen der Männlichkeit ausgenutzt. Gefahren lauern hier überall, am helllichten Tag auch, an beschaulichen Ort eigentlich, versteckt hinter Schönheit, Massenmord als Sport.

Chancen zur Gegenwehr oder dem Überleben werden nicht gelassen, ein Mann erstochen, ein Mann mit der Schrotflinte abgeknallt, die Antwort darauf kommt erst später, noch hat sie bzw. er andere Sorgen, auch ein Verbrechen, davon gibt es hier vermehrt. Der Polizeifunk im Streifenwagen am Glühen, eine Geiselnahme im Schnapsladen zum Beispiel, vorher ein (gestellter) Herzinfarkt im Restaurant, beides wird auf unkonventionelle Art und Weise gelöst, eine Glasfassade durchbrochen, einem Kriminellen in den Unterleib geschossen, “unangemessene Gewaltanwendung“, Räuber und Gendarm gespielt, eine “kleine Wildwestshow“ abgelassen. Das Endergebnis ist natürlich Ärger mit dem Chef und eine Versetzung, das übliche Spiel, keine Versprechungen, keine Verbindlichkeiten, keine Veränderungen. Zur Personalabteilung wird man versetzt, eine Prüfungsabteilung, der “Neandertaler“ zu spät zur Beurteilung, nicht zu spät zum Austausch der Meinung mit der Vertreterin der Stadtverwaltung kommend. Auf die Spitze getrieben wird die Kommunikation hier, ein Schwarz und Weiß - Denken, später eine härtere Gangart nötig, die Morde der Terroristen “für das Volk“ vorzugsweise an Unschuldigen, an Gebrechlichen, an Älteren, ein Überfall auf ein Waffenlager zur Beschaffung von Nachschub, ein Gesetzeshüter überfahren, der andere hat ebenfalls die letzte Ölung bekommen, “Es ist wie ein Krieg, nicht wahr?“, die Schlacht wird angegangen, der Kampf mit allen Mitteln aufgenommen.

Ein Tod wird hier betrauert, der kurze Dienstweg aufgenommen, die Bürokratie beiseite geschoben, das mit dem Partner muss noch geklärt werden, eine Demonstration der Feuerkraft der gestohlenen Waffen wird noch abgehalten, eine Explosion eines gepanzerten Halbkettenfahrzeuges veranstaltet, eine weitere Actionszene hier. Gedreht ist das nicht besonders originell, es wird aber mehr auf die neue Paarung eingegangen, mehr Persönlichkeit gezeigt, Daly macht das solide, sie wird schon eher auf die Funktion reduziert, sie versucht Fuß zu halten, ein Bombenattentat im Polizeirevier vor einer fußläufigen Verfolgung, es geht mehr um die Kondition und die Koordination als die Geschwindigkeit, die Hatz ist länger gehalten, sie geht in die höheren Ebenen, einem Fenstersturz inklusive, mitten in einen Pornodreh hinein. In die Gesellschaft geht es hier, in die Kommunen, in abgeschlossene, abgeschottete Orte, es werden Ermittlungen angestellt, das Skript ist etwas dünn, zwischendurch läuft die S.W.A.T. auf, den Grund weiß man nicht genau, auch politische Entscheidungen sind bloß angeblich, nicht augenscheinlich, eine Show bloß, im Film wie vom Film, reine Makulatur. Konservative Ansichten, nichts Reaktionäres hier, etwas sexuelle Nebenbedeutung dafür, im Dialog nur, nicht grafisch. Final geht es etwas mehr zur Sache, blutig auch, wird mit Ketchup nicht gegeizt, dazu die Detonation eines querstehenden LKW, die Entführung des Bürgermeisters, “Alle Macht dem Volk“. Nach Alcatraz geht es auch erst in den letzten Minuten, als besonderer Höhepunkt, ein Herumtreiben auf und in dem Gelände, die Schüsse der Pistolen und Gewehre, sowie die Raketenwerfer knallen.

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