Nach mehrjährigen Aufenthalt immer noch in Vietnam stationiert, wird Filmemacher Cirio H. Santiago mit Kill Zone trotz oder vielleicht auch wegen der Anwesenheit des sowieso eine Verkäuflichkeit garantierenden David Carradine (scheinbar) etwas faul in der Arbeitsweise, werden gerade zu Beginn des Filmes (dem Kenner deutlich) mehrere längere und natürlich vor allem actionreiche Sequenzen aus dem Vorgänger des Regisseurs platziert. Allen voran Blutiges Lang Mei - Eye of the Eagle III hat es als Verweis durch Quellmaterial getroffen, welcher zitiert wird und als explosive Einheit arrangiert. Einmal Kosten gespart, wo sonst keine Mühen gescheut werden, wird doch darüber hinaus immer noch und wieder und weiter die Namsploitation gepflegt und die Stuntmen durch die Minenfelder gescheucht:
Nach einem tapferen, aber dennoch opferreichen Rückzug im Feindgebiet ist v.a. Colonel Horace Wiggins [ David Carradine ] verärgert, nicht über seine von Captain Jeff Holland [ Rob Youngblood ] angeführte Truppe, sondern über die Begrenzungen, die ihm der eigene Staat auferlegt. Wiggins beschließt, das zu ändern und heftet sich durch seine rechte Hand Lt. Lazaro [ Vic Trevino ] erst an einen Doppelagenten aus den eigenen Reihen und entsendet dann seine Mannen samt Holland, 'Sheriff' [ Tony Dorsett ], Ropes [ James Gregory Paolleli ], Bloomquist [ Geno Bolda ] usw. gen Kambodscha, wo man mithilfe des sprachkundigen Sergeant Park [ Ronald Asinas ] den Nachschub des Vietcong unterbrechen will. Dieser ist weniger begeistert davon und Wiggins' Vorgesetzter General Walter O'Neal [ Ken Metcalfe ] weiß auch von nichts. Zudem bekommt er nach einem Mord an dem Überläufer Besuch von ARVN Captain Tan Sau Thuy [ Archi Adamos ], der Lunte riecht.
Der Showdown dort ist der Prolog hier, das selbständige gegenseitige Töten, der hohe Munitionsverbrauch im Sekundentakt und das Feuern aus allen Rohren den Mannen schon ins Blut übergegangen und zum einzigen Daseinszweck optimiert. Da die Szenen vom Finale und der verbrannten Erde, der in Feuerbällen aufgerissenen Landschaft und den sich darin herumwälzenden Komparsen auch tatsächlich massiv gehalten sind und in ihrem Stakkato aus Shootout und Detonation plus Stuntspektakel selbst für einen Santiago auch ausnahmsweise höchst effektiv, ist die erneute Nutzung weder ein Wunder noch (dem Unwissenden gegenüber) abträglich; der Kenner der anderen Filme kann bei Aufmerksamkeit zwar das Stückwerk ausmachen, dem Neuling in der Materie entgehen aber diese 'Feinheiten'. Selbst die ersten Szenen mit Carradine in seinem Büro sind chewing the scenery im Exzess, was dem Ganzen zusätzlich wesentlich mehr Schwung als die blassen phone-ins beim Field of Fire verleiht.
Alles gut also, der Einstieg ist bombig im wahrsten Sinne des Wortes, der eigentliche Plot danach flott und von Frederick Bailey geschickt zusammengerührt; Bailey, der zwar Stammautor von Santiago, aber nicht der kreative Kopf hinter den hiesig benutzten Stoffen ist, hangelt sich narrativ an den fremden Erzeugnissen entlang, wobei er sowohl Plausibilität für die jeweilige erneute Veröffentlichung woanders bereits verwendeter Actionszenen als auch eine eigenes storytechnisches Minenfeld mit gleich mehreren interessanten Aspekten schafft. Themen wie ein Maulwurf in den eigenen Reihen, die dennoch illegale Ausschaltung von diesem, weiterhin die Ausübung von Selbstjustiz, das Anheuern einer besseren Söldnereinheit, das geheime Überschreiten von Landesgrenzen, weil man den Feind nicht auf 'normalen Wege' besiegt, das Infrage stellen überhaupt der 'Regeln' in einem Zustand wie dem Krieg, die Ermittlungen eines Offiziers der ARVN – welche eigentlich von den Amerikanern im Kampf gegen die Nationale Befreiungsfront Vietnam unterstützt werden sollte, hier aber negiert und nicht einmal aus Respekt der Salut erwidert – usw. usf. werden im Nebenher in den Raum und das baldige Schlachtfeld geworfen. Die Themen stehen immerhin zur Verfügung bereit, werden in diesem Milieu aber natürlich nicht ausführlich erörtert.
Unrühmlicherweise nehmen sich sowieso beide Seiten nicht viel, dass auch im asiatischen Raum wie eben den Philippinen, Kambodscha und auch während des Vietnamkrieges angewandte Waterboarding findet ebenso seinen Weg in den Film wie ein menschenverachtendes P.O.W. Lager, dass im letzten Viertel gestürmt wird. Überhaupt sind auch hier Kampfscharmützel im zehnminütigen Takt, wird ein militärischer Jeep auf der Straße von mit Motorrad berittenen Schergen angegriffen und vermeintliche oder tatsächliche Zwischenlager für Waffen attackiert. Leute werden brennend von ihrem Ausguck geschossen oder durch die pfeilbewehrte Bodenfalle 'filetiert'. Aufflammende Explosionsbälle wieder vor, hinter oder neben den Darstellern, in nächster Nähe immer, was den ansonsten eintönigen Schießerei und der gewissen Zähigkeit des Filmes oftmals den zündenden Funken mitgibt.