Review

PIN (Deadly Friend)

Ich kann mich noch sehr gut an die Werbeanzeige in der "Bravo" erinnern, wo eine Gestalt im Rollstuhl am oberen Ende eine langen, dunklen Treppe abgebildet war...
-Naja, eigentlich ein Cover/Filmplakat (oder wasauchimmer) genau nach meinem Geschmack, aber ob der Film denn nun auch so gut ist wie dieses Bild, wage ich zu bezweifeln.

Die Story:
Die etwa gleichaltrigen Geschwister: Leon (David Hewlett) und Ursula (Cindy Preston) wachsen bei ihren reichen Eltern ohne Liebe und Fürsorge auf. Schließlich sollen es die beiden auch mal zu etwas bringen, genau wie ihre versnobten, kaltherzigen Eltern.
Der einzige Freund während dieser lieblosen Kindheit ist eine lebensgroße Anatomiepuppe, die der Vater (Terry O'Quinn) als Anschauungsobjekt für seine Studenten an der Universität benötigt.
Diese Puppe mit Namen: "PIN", wird für Leon immer mehr eine Art Ersatzvater, dem er seine Probleme, Sorgen und Ängste anvertrauen kann, und immer mit einem guten Rat helfend zur Seite steht.
Als der Vater das bemerkt, wie Leon die Puppe immer mehr als ein menschliches Wesen betrachtet, will er dem ein Ende bereiten, und "PIN" aus Leons bislang herzloses Leben nehmen.
Ein fataler Fehler, denn bei einem Autounfall kommen beide Eltern um, und nur PIN "überlebt".
Mittlerweile erwachsen, können Leon und Ursula nun endlich das große Haus für sich allein nutzen, aber es gibt noch einen weiteren Hausbewohner, nämlich PIN...
Verzweifelt versucht Ursula ihrem Bruder zu helfen, der unter der Wahnvorstellung leidet, daß PIN ein lebendes Wesen sei.
Doch jeder der auch nur ein schlechtes Wort über seienn "Freund" PIN sagt, ist des Lebens nicht mehr sicher...


Also das ist in gewisser Hinsicht ganz klar ein Psycho-Thriller, wenn auch kein sonderlich Guter. Es gibt zwar einige sehr schöne Ansätze bei der Geschichte, aber die Umsetzung würde ich doch eher als mangelhaft bewerten.

Warum ?

Nun, zum Einen hätte man das Ganze etwas "straffer", und "flotter" inszenieren können (was ist mit Spannung ?), und zum Anderen fehlt ein es ein wenig an Logik:
Kann der Vater, oder Ursula etwa auch PIN sprechen hören (immerhin sprechen sie ja mit ihm, und lauschen sogar seinen Worten) ?!

Auf jeden Fall hält der Film nicht, was er (bzw. das Cover) verspricht. Die Story ist zwar, vom Ansatz her klasse, aber doch irgendwie zu langsam, und langatmig. Erst gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse.
Der Schluß selbst, hat sicher auch etwas überraschend beängstigendes, aber der Rest ist eher mittelmaß.
Wenn ich den Film mal mit anderen Vergleichen soll, würde mir auf Anhieb z.B.: "4th Floor", oder: "Der Affe im Menschen" einfallen. Aus der Story hätte man mehr machen können, denn es fehlt ein wenig die auf dem Cover suggerierte "Dunkelheit" bei diesem Streifen.
Der Übergang von Leon in die Wahnvorstellung kommt nicht wirklich "fetzig" rüber, sondern gestaltet sich eher zäh, und unmerklich, was den Film leider sehr in die Länge zieht.

-Also für meinen Geschmack hätte der ruhig ein wenig düsterer, und schneller sein können, aber nichts da...

Fazit:
Etwas unterdurchschnittlicher Psycho-Quark. Nichts besonderes, viel zu lahm, und ohne nennenswerte Action. Bevor man sich diese eher langweilige DVD im 4:3 Format ab FSK16 zulegt, würde ich besser auf: "Dead of Winter", oder: "Coma" von MGM warten, die wären um längen besser...
(WENN die denn überhaupt mal irgendwann in Deutsch auf DVD kommen...)

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