Die beiden Geschwister Leon (David Hewlett) und Ursula (Cynthia Preston) wachsen unter der strengen Obhut ihrer auf Ordnung und Leistung bedachten Eltern auf. Heikle Lebenslektionen bringt ihr Vater (Terry O’Quinn) ihnen mittels der sprechenden Anatomiepuppe Pin bei. Als die Eltern bei einem Autounfall sterben, verlässt der verschlossene, sexuell gehemmte Leon sich nur noch auf Pins Ratschläge, um das geschwisterliche Idyll gegen Eindringlinge zu verteidigen…
Sandor Stern sperrt den Zuschauer in einen goldenen Käfig, einen immer enger werdenden Zwinger der Einsamkeit, der unterdrückten Gefühle und der inzestuösen Begehrlichkeiten. Die sorgfältig ausgearbeitete, weitgehend spannende, am Ende verblüffende Geschichte beweist ein gewisses Geschick darin auszuforschen, wie Kinder, die nie eine eigenverantwortliche Entscheidungsgewalt genossen haben, zu unsicherem, radikalem Verhalten neigen und mit Leidenschaft nach einer Stimme der Vernunft suchen, die ihr Vorgehen autorisiert. Freilich traut sich der Film zu keiner Zeit, den Zuschauer in seinen Überlegungen zu Pins Funktionsweise aus dem Konzept zu bringen, sondern beschränkt sich ganz darauf, anhand der Puppe vorgefasste psychologische Ansichten zu illustrieren. Das ist schade, denn Pin wüsste bestimmt von ungeahnten, zutiefst verunsichernden Vorgängen zu berichten, wenn der Film ihn nur improvisieren ließe, anstatt ihm zu soufflieren.