Review
von Leimbacher-Mario
Pin(in your)head
„Pin“ erzählt von einem jungen Mann, der durch tiefsitzende Komplexe, fragwürdige Erziehung und psychische Störungen meint, die namensgebende Puppe aus der Arztpraxis seines Vaters wäre echt. Und dieser schizophrene Knacks bringt (nicht nur) seine verständnisvolle, ihn liebende Schwester in höchste Gefahr...
Wie eine verlängerte Episode der vielen Mystery- und Gruselshows, die Anfang der 90er das Fernsehen unsicher machten, wirkt „Pin“. Mit all seinen Pros und Cons. Audiovisuell ist das sehr basic, auch das Schauspieltalent ist (abgesehen vom immer soliden Terry O'Quinn) übersichtlich und das Script klaut viel aus der Twilight Zone bis Norman Bates. Und dennoch fällt es schwer, mit „Pin“ nicht zumindest eine gute Zeit und Unterhaltung zu haben. Schwer zu beschreiben wie und warum, vielleicht liegt es auch etwas an der 90er-Nostalgie von „Tales From The Crypt“ über „Goosebumps“ bis „X-Factor“. Doch ich kann nur sagen: „Pin“ lässt einen nicht kalt! Pin selbst hat extrem lebhafte Augen und ein paar sehr gruselige Momente, die porträtierte Krankheit schwankt zwischen traurig und beängstigend und ich kann mir vorstellen, dass man den Film so schnell nicht mehr vergisst, vor allem sollte er einem in den früheren Lebensjahren mal über den Weg gelaufen, die Mattscheibe geflimmert sein. Und dazu standen die Chancen Anfang der 90er recht gut. Eine verstörende und aus dem Nichts kommende Szene mit einer notgeilen Krankenschwester blieb besonders hängen, die sture Weigerung der Schwester sich wegen ihrem gestörten Bruder an Polizei oder Behörden zu wenden frustrierte gehörig.
Fazit: optisch erinnert das oft eher an nette TV-Standards als ans Kino, außerdem und passend dazu ist „Pin“ sehr blutleer und zahm. Plus das Thema der Schizophrenie hatte auch '88 im Horrorgenre eigentlich ausgedient. Und dennoch: diese Puppe und diese Krankheit bringen noch genug Kraft auf, um das Fürchten zu lehren oder gar zu berühren. Mehr Blut, Spannung und Horror hätten es aber durchaus sein dürfen. Das ist für Einsteiger.