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"Enter the Ninja" bildet den Auftakt zu einer dreiteiligen Ninjaserie mit Sho Kosugi, produziert von der Cannon Schmiede, hier inszeniert Menahem Golan höchstpersönlich. Normalerweise schreibt Golan auch die Drehbücher selbst, doch diese Arbeit überließ er hier dem Fight-Choreograph Mike Stone. Die ganze Ninja Trilogie kam in Deutschland bis heute noch nicht richtig zur Geltung. Diese 80er Jahre Actioner, man kann schon beinahe Klassiker, oder zumindest Wegbereiter sagen, gingen leider (zu Unrecht) unter. Zudem ist die FSK 18 Videoveröffentlichung unter dem Label RCA Columbia ziemlich stark gekürzt worden.

Cole (Franco Nero) ist nun ein Meister des Ninjitsu und kann Japan verlassen. Er will seinen alten Kumpel Frank Landers (Alex Courtney), mit dem er schon in Vietnam gedient hat, besuchen. Doch Frank und seine Frau Mary Ann (Susan George) haben gerade Probleme mit dem reichen Gangster Venarius (Christopher George). Der will das Land von Frank mit allen Mitteln aufkaufen, weil sich dort angeblich versteckte Ölquellen befinden. Aber Cole kann die Kunst des Ninja nun zum Einsatz bringen und Keiner von Venarius Leuten wird mit ihm fertig. Um Cole entgültig zu besiegen, engagiert Venarius den Ninja Hasegawa (Sho Kosugi), ein alter Bekannter von Cole.

Das Hauptproblem dieses Films ist nicht die leicht überschaubare Story, sondern Hauptdarsteller Franco Nero. Der Mann hat in "Django" wirklich eine Glanzleistung abgeliefert, doch hier ist er fehlbesetzt. Er wirkt zwar charismatisch, auch die deutsche Synchro von Clint Eastwood verstärkt dieses Detail, aber Nero hat in keinster Weise Martial Arts Erfahrungen. In vielen Kampfszenen ist sein Gesicht nicht zu sehen, meistens nur der Fuß, die Fäuste, oder das Gesicht ist hinter einer Ninjamaske versteckt. Nero wird in den Fights größtenteils gedoubelt, welche übrigens nicht von schlechten Eltern sind. Die Verteilung der Action ist Golan gut gelungen, Durststrecken kann man vermeiden, obwohl der Film seine Zeit braucht, um richtig in Fahrt zu kommen. Aber Choreograph Mike Stone hat gute Arbeit geleistet und gestaltet die Fights so abwechslungsreich wie möglich. Nicht nur mit reinem Körpereinsatz wird hier gekämpt, sondern auch mit den unterschiedlichsten Waffen. Die Tötungen mit Wurfsternen, Pfeil und Bogen, oder dem Schwert fallen meist sehr graphisch aus, aber Golan übertreibt es nicht. Der Endkampf Nero vs Kosugi fällt etwas enttäuschend aus, aber insgesamt kann man mit der Action zufrieden sein. Nur der etwas hölzerne Nero passt dort nicht rein.

Mir persönlich wäre Kosugi in der Heldenrolle lieber gewesen. Er hat im wirklichen Leben gute Kenntnisse vom Ninjitsu und wird auch nicht gedoubelt. Der Umgang mit den verschiedensten Waffen sieht bei ihm richtig professionell aus, während Nero´s Herumschwingereien eher zum Schmunzeln animieren. Im wirklichen Leben, hätte Kosugi das Duell haushoch gewonnen, aber wir sind ja nicht so und gönnen Nero den Sieg, er gibt sich immerhin sichtlich Mühe. Nur warum muss man ihn ausgerechnet in ein weisses Ninjakostüm stecken ?
Gedreht wurde im billigen Manila, daher bietet die Kulisse Exotik pur und einen passenden Score.
Die einfache Story reicht als Lückenfüller locker aus, vielleicht hätte ein bisschen Spannung, oder auch mal eine ausgefallene Idee den ganzen Film etwas aufgepeppt.

Prima 80er Jahre Actionunterhaltung mit dem nötigen Flair und guter Action. Nur Franco Nero ist fehl am Platz, Golan hätte aus "Enter the Ninja" eindeutig mehr machen können.

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