Nach der Story von John Milius, kam zwei Jahre später das Sequel zu " Dirty Harry " in die Kinos. Eine Fortsetzung, welche sich nicht hinter dem Original verstecken muss. Regie führt hier der Serienregisseur Ted Post, welcher 1968 schon mit Hauptdarsteller Clint Eastwood den Western " Hängt ihn höher " drehte. Don Siegel hatte mit der Fortsetzung komischerweise gar nichts mehr zu tun, dabei war er Mitgründer der fünfteiligen Serie um den zynischen Cop. In den 70er Jahren war auch " Magnum Force " stilprägend und ettliche Plagiate wurden nach dieser Manier gestaltet, ohne jemals die Klasse zu erreichen.
Story:
In der Stadt ist die Hölle los, denn eine Todesschwadron in Polizeiuniform macht Jagd auf alle Art Verbrecher und richtet sie hin. In diesen Fall mischt sich auch bald Harry Calahan ( Clint Eastwood ) ein. Ihm kommt bald der Verdacht, dass ein paar junge und schießwütige Kollegen hinter dem Ganzen stecken könnten. Hauptverdächtiger ist der Profischütze Davis ( David Soul ), doch ständig werden Harry´s Ermittlungen durch seinen Vorgesetzten Briggs ( Hal Holbrook ) gestört. Es geschehen weitere Morde und bald steht Harry selbst auf der Abschussliste.
Wie auch schon im Vorgänger wird viel aus einer eher einfacheren Story herausgeholt. Dabei gibt es noch diverse Nebenhandlungen, welche vor allem dazu dienen um die Story zu unterstützen und um Harry´s Charakter auszubauen. Einziges Manko hier ist die zu langsame Erzählweise, welche aber in den 70er Jahren so üblich war.
Aber die Kulisse ist auch hier wieder vom Feinsten. Die beinahe exotisch wirkende Stadt, tolle Panoramabilder und die herrliche Altmodischkeit der 70er Jahre. Dazu dröhnt Lalo Schifrin wieder einen tollen, instrumentalen Score, wo vor allem die ruppige Titelmusik gut gefallen kann.
Action bekommt man hier wesentlich mehr geboten, als im Original. War der Erstling noch eher ein Thriller, so kann man hier schon von richtiger Action sprechen. Verfolgungsjagden, kleine Fights und Shootouts gibt Post hier zum Besten. Die Einschüsse sind stets sehr blutig und für damalige Verhältnisse sehr hart. Die beiden Verfolgungsjagden überzeugen durch einige Sachschäden und Stunts. Der Bodycount ist auch ziemlich hoch. Harry ist hier auch wesentlich mehr in Aktion und darf seiner 44er Magnum oft benutzen. Seinen trockenen Humor behält er natürlich immer bei. Außerdem darf sich Harry nebenbei eine kleine Lovestory gönnen.
Der Plot bleibt allgemein aber deutlich wendungsarmer als im Vorgänger, obwohl man zum Schluss noch eine Überraschung geboten bekommt. Man weiss aber ziemlich schnell, wer da jetzt seine Finger im Spiel hat und der Appell an die Selbstjustiz ist auch hier gegeben. Harry befindet sich hier in einer Art Zwickmühle zwischen Gesetz und Selbstjustiz, welcher auch er nicht abgeneigt ist.
Clint Eastwood spielt die Rolle des zynischen und coolen Cops wie aus dem FF. Wieder kann der Rest des Feldes lange nicht mit ihm mithalten. Das obwohl David Soul und Robert Urich als schießwütige Jungcops mit an Bord sind und Hal Holbrook wirklich glaubhaft das Vorgesetztenschwein heraushängen lässt.
Fazit:
Tolle Fortsetzung zu einem Polizeifilmklassiker. Rauhe und brutale Action in spannend erzählter Story. Glaubhafte Darsteller, allen voran brilliert Clint Eastwood in seiner Paraderolle. Die Großstadtkulisse wirkt beinahe exotisch und der Score ist eine Wucht. Nur hätte man das Ganze etwas rasanter gestalten können. Einer der besten Filme aus den 70er Jahren.