Review

Inhalt:

Irgendwo in China, viele Jahre nach der bürgerlichen Revolution.
Der Meister einer Kampf-Schule, Kuen Zhung (Yen Shi-Kwan), fordert einen anderen Meister, Zhuang (Hsu Hsia), heraus..., Kuen bleibt siegreich..., und Zhuang erliegt posthum seinen Verletzungen.

Die Frau Kuen´s, einst mit Zhuang liiert, verübt aus Scham über diesen Mord Suizid. In einem Abschiedsbrief erfährt Kuen die Hintergründe und das Motiv.
Er bereut sein Handeln zutiefst..., und schlägt sich ein Bein ab, um nie mehr richtig kämpfen zu können

Ein Schüler Zhuang´s, Hao Yuen (Jackie Chan), schwört seinem Meister Rache.
Zusammen mit der Frau (Ou-Yang Sha Fei) von Zhuang, und dessen Tochter Meng Lan (Nora Miao), macht sich Hao Yuen auf den Weg.
Sie erreichen Kuen und dessen Tochter, die schöne Qiu Ping (Pearl Lin).., erfahren was derweil passierte, und Kuen bittet sich eine dreitägige Frist aus, dann wird man sich wieder treffen.

6 Männer der Schule von Kuen wurden derweil ermordet. Die Schule Kuen´s steht im Kampf mit der Wei-Familie um deren Oberhaupt Wei Chang Lung (Ko Keung) und dessen Bruder Lao San (Wang Kwang Yu). Der Wei-Clan ist verbrecherisch, Terror und Erpressung gehören zum täglichen Gebaren dieser Männer.
Dieser Clan will Hao Yuen, der ein herausragendes KungFu beherrscht, für sich und seine unlauteren Ziele einspannen.

Sie bekommen Hao in ihre Hand, die Frau Zhuang´s wird vergiftet..., und dadurch schwer krank.
Das Gegenmittel, eine Arznei, kann nur der Wei-Clan beschaffen..., und die Kranke braucht eine regelmäßige, immer stärkere Dosis dieses Mittels.
So arbeitet denn Hao für diese Gangster.

Die Situation eskaliert immer mehr..., Hao wird gar der Mord am jüngsten Mitglied der Kuen-Schule unterstellt..., und in den Reihen der Kuen-Leute gibt es einen Verräter: Fang Gang (James Tien)!

Schließlich kommt es zum gnadenlosen Show-Down zwischen den verfeindeten Parteien..., und Hao Yuen ist zunächst auf Seiten des Wei-Clans.
Doch für Wei Chang Lung wendet sich das Blatt...., und ein blutiges Drama nimmt seinen Lauf.......


Fazit:

Meine sehr kleine Jackie-Chan-old-school-MiniRetrospektive geht mit dem 2. von 3 Filmen weiter..., mit "Dragon Hero" ("Dragon Fist"), im Jahre 1979 unter der Regie von Lo Wei für dessen eigenes Studio "Lo Wei Motion Picture Co." entstanden.

Nach den Mega-Erfolgen "Drunken Master" und "Snake in the eagle´s shadow", beide 1978 für "Seasonal Film Corporation" entstanden, kehrte Jackie Chan wieder zu Lo Wei zurück..., mit dem ihm zuvor kaum Erfolg beschieden war.
Lo Wei überließ ihm denn hier zumindest die Kampf-Regie, die Action-Choreographie..., und so geriet denn "Dragon Hero" sogar zu den besseren Streifen in der Zusammenarbeit Lo/Chan!
Es ist eine ihrer letzten gemeinsamen Arbeiten..., bevor Chan zunächst für "Goodyear Film" den Eastern "Fearless Hyena" als erste eigene vollständige Regie-Arbeit abdrehte..., und dann zur Filmgesellschaft "Golden Harvest" wechselte.

In hellen Bildern, fast nur open air..., in einer zwar kostengünstig wirkenden (in der mir vorliegenden Fassung fast ein TV-Look) aber angenehmen Atmosphäre, erzählt Lo Wei eine beinahe klassische Rache-Story..., mit kleinen Nuancen, aber relativ strickt, so bündig wie ohne große Schnörkel.
Jackie Chan agiert zwar von Rache getrieben, spielt dies aber relativ ruhig, irgendwann immer wieder geläutert... und dann schließlich doch zielgerichtet. 
Die Dinge sind aber nicht so klar, wie es ihm zunächst scheint..., man nutzt ihn aus..., und der wahre Feind ist ein ganz anderer. Das ganze ist aber stimmig gemacht, mancher Twist ist behutsam gesetzt , man kann denn all dem gut folgen, der Streifen ist gar leidlich spannend, die Story mündet denn noch stringent in ein Finale mit Wendung..., und alle Akteure spielen solide und bemüht.

An Jackies Seite Ou-Yang Sha Fei, die die Frau des zu rächenden Meisters spielt, und deren Tochter -im Film- Nora Miao..., beide sind der Gewalt irgendwann überdrüssig..., und wollen auch Jackie geläutert sehen, bringen das und ihr Rollenbild entsprechend gut rüber.
Yen Shi-Kwan..., eigentlich der Villain, oder? Hierin liegt der Kniff, der Dreh, in dieser Storyline. Yen Shi-Kwan..., der Reumütige..., dessen Gewalt auf ihn zurückfällt, und es reut ihn zutiefst.
Er zieht daraus die grausame Konsequenz, verstümmelt sich selbst. Darstellerisch gefielt mir Yen Shi-Kwan hier denn am besten..., souverän verkörpert Yen hier seine Figur mit besonnenem Spiel. Eine besondere Performance.

Eigentlicher Villain ist denn Ko Keung, der aber kaum groß in Erscheinung tritt. An dessen Seite Shaw-Leihgabe Wang Kwang Yu, der für die Einfädelung hinterhältigster Intrigen sorgt, und James Tien als Verräter in den Reihen des Gegners geschickt in Position bringt. Sie agieren solide, mehr brauchen sie nicht.

Die äußerst attraktive Pearl Lin, auch sie solide spielend, beherzt kämpfend und ein Blickfang für die -wohl überwiegend- männlichen Betrachter dieses Eastern, rundet denn den Cast ab.

Wichtigstes ist natürlich die KungFu-Action, für die Jackie Chan die Verantwortung trug.
Es ist ein ernster Eastern..., also keine Chan´sche Symbiose von KungFu und Komik, Härte und Witz..., es sind ganz klassische Techniken. Doch Jackie Chan versieht dies mit dem für ihn typischen, sehr hohen Tempo, hoher Dynamik, hoher Intensität..., und dem kernigen Drive ala Jackie Chan!

Und so sind denn die Fights super..., und im Finale geht es richtig zur Sache..., ein toller Kampf von Jackie gegen seinen Gegner, der mit 2 eisernen Tonfas agiert, dann wird es zwischen Jackie und Ko Keung noch blutig!
Leider fiel in der dt. Fassung dieser Endfight überwiegend der Schere zum Opfer. Dringend empfohlen sei daher die engl. Fassung..., aber ich verstehe das wieder nicht, warum hier der dt, Verleih den Film durch üblen Schnitt quasi entwertete.

Das ist für die deutschen Betrachter mal wieder mehr als ärgerlich, um es mal gelinde auszudrücken.

"Dragon Hero" ist, dank eines klaren Handlungs-Schemas, passabel gelungener Twists, einer annehmbaren Atmosphäre und vor allem der mit Drive versehenen Kampf-Choreographien Jackie Chan´s eine der doch besseren Kooperationen von Lo Wei und Jackie Chan.
So kann sich "Dragon Hero" ("Dragon Fist") noch 6,5/10 Punkte in meiner Bewertung redlich erfighten.

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