Review

Inhalt:

Ein Einheit der japanischen Armee der Moderne unter Führung von Lieutenant Iba (Sonny Chiba) wird mitsamt Panzern, Kettenfahrzeugen, Kriegsboot, Jeep und Hubschrauber Opfer eines Zeitsprungs!
Sie befinden sich plötzlich inmitten des Japan des ausgehenden 16. Jahrhunderts wieder, als die sogenannte Sengoko-Periode, der Bürgerkrieg um die Vorherrschaft in Japan, ihren Höhepunkt erreichte.

Die Meinungen in der Truppe sind nunmehr kontrovers, die einen wollen auf keinen Fall in die Geschichte eingreifen, auch weil die Gefahr bestünde, den eigenen Vorfahren zu töten.
Doch Lieutenant Iba sieht die Sache anders. Sein Gedanke ist, mittels Eingriff in die Geschichte, das Raum-Zeit-Gefüge derart zu erschüttern, dass er und seine Leute in "ihre" Zeit zurückteleportiert werden müssten.

Er schließt sich daraufhin, mit seinen Männern dem Kriegsherrn Kagetorah (Toshitaka Ito) an, sie wollen gemeinsam den mächtigsten Mann Japans zu diesem Zeitpunkt, Takeda Shingen, vernichten.

In einer gewaltigen Schlacht verliert Iba, der mittlerweile nur noch an Macht und am Töten interessiert ist, sämtliche Kriegsgeräte, und ist mit seinen wenigen verbliebenen Getreuen seiner Einheit nunmehr dem zum Verrat neigenden Kagetorah hoffnungslos ausgeliefert......

Fazit:

Der Film "G.I. Samurai" ist ein Film mit etlichen Schwächen. Zum einen kommt er schwer in Gang, er lebt von der Spannung, dass man es als Zuschauer ahnt, "da kommt noch die große Schlacht!", aber der Weg dorthin, ist recht zähflüssig und mit eher peinlichen Darstellern belastet.
Vieles im Verhalten der Darsteller ist absolut inkonsequent und daher absolut unrealistisch, manches peinlich.

Die Regie offenbart hier klare Schwächen, die Grenzen zum Trash verwischen mitunter, und dies wohl eher unfreiwillig. Darüber hinaus ist die Musik in diesem Streifen am Rande der Zumutung..., die ist derart schlecht und unpassend...., die liebe Güte!
Und der Regie gelingt es schlicht und ergreifend nicht, NIE..., Chanbara, Martial-Arts-Film, Science fiction und Kriegsfilm zu einer cineastischen Symbiose zu führen..., auch wenn alles ziemlich bemüht erscheint, hier scheitert Regisseur Saito letztendlich kläglich!

Was aber macht "Time Slip" letztendlich doch noch sehenswert? Das ist die Action! Und dies ist nie dagewesene Action! Kernstück des Streifens ist nämlich die große Schlacht! Diese dauert fast 30 Minuten..., und bietet beinahe atemlose Action, da wird geballert und gebombt, Wahnsinn!
Es ist der verzweifelte Kampf von Tausenden Samurai gegen anno 1979 modernste konventionelle Waffen..., Schwerter gegen Maschinenpistolen, Speere gegen Granaten, Wurfsterne gegen Hubschrauber. Diese fast 30 minütige Sequenz ist rastlos, hektisch, chaotisch, atemberaubend, die vielleicht größte Schlacht, die ich je auf dem Bildschirm sah..., yeah!

Ein grandioses Schlachtengemälde..., für 1979 spektakulär! Die Action ist auch außerhalb der Action mit Feuerwaffen durchaus stark, seiner Feuerwaffen entledigt, kämpft Sonny Chiba auch mit Stock, Schwert und schießt Pfeile ab, das Duell gegen Takeda Shingen bietet auch etwas für Easternfans und ist zum Ende hin echt dramatisch.
Und als in der Schlacht auch agile Ninjas eingesetzt werden, wird es hier erstmals eng für die überlegen scheinenden Soldaten der Moderne.
Am Ende stehen die Soldaten und ihr dem Wahnsinn naher Befehlshaber alleine da..., ohne ihre Waffen, die ein zahlenmäßig überlegener, dem Tod keine Bedeutung beimessender Feind ihnen entreißen konnte!

Iba sagt, als er sich entschließt in der Samurai-Zeit zu bleiben: "Was durften wir in unserer Zeit denn schon? In unserer Zeit durften wir doch nur auf unsere Waffen aufpassen. In dieser Zeit hier aber, da entscheidet der Kampf über alles!"
Er sieht diese Zeit als seine eigentliche Zeit an, vergisst aber dabei, dass seine Leute nicht für diese gewalttätige Zeit geschaffen sind, sie müssen hier letztendlich kläglich versagen.
Hier hat dieser Film trotz aller inszinatorischen und darstellerischen Mängel sogar eine Botschaft!

Eine hohe Note kann der Streifen wegen der o.g. Schwächen nicht bekommen, wer aber über diese Schwächen hinwegsieht, wer Geduld aufbringt und die langatmigen Passagen und Peinlichkeiten vergeben kann..., der wird letztendlich sogar belohnt: Mit einer Schlacht, die ihresgleichen sucht....

Ich selbst seh mir mittlerweile wenn ich mir diese DVD mal wieder greife..., immer nur die Schlacht an..., die ist auch gut zum "Aggressions-Abbau"..., und ist eben auch.... KULT.

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