Review

The Samurai Countdown

"Time Slip" aka "G.I. Samurai" ist ein wilder, (zumindest auf dem Papier) epischer, japanischer Kriegs-Zeitreise-Genremix, bei dem ich mich sehr wundere, warum der nicht bekannter und beliebter ist... Irgendwo zwischen "The Final Countdown", "Takeshis Castle" und "Turtles 3", zwischen Pazifikkrieg und Bermudadreieckmythos, wird hier von einer japanischen Militärspezialeinheit (unter Sonny Chiba!) berichtet, die offensichtlich in die Samuraizeit zurückge"slipt" ist und dort auf eine ganz andere Art von Krieg, Machtspielchen und Chaos in ihrem Land trifft...

Japan als Kriegsnation

"Time Slip" hat ganz klar diesen grindhousigen- und bahnhofskinoartigen Aufhänger, bietet auch gut an Actionstuss und Käsigkeit, doch viel eher merkt man über die Laufzeit dann doch genug an Anspruch und Auseinandersetzung mit der kriegerisch-militärischen Geschichte Japans und sogar dem Wesen des Krieges und der Macht allgemein. Egal wie prätentiös und weit hergeholt das wiederum klingen mag. Sonny Chiba liefert die Starpower, die Kämpfe und Schlachten zwischen Helikoptern und "Dynasty Warriors" sind großartig und haben den besonderen Kick, der Score dröhnt pompös und grandios voran. Zukunft, Zunder, Zampano. Hier treffen Welten, Techniken und Dynastien aufeinander. Philosophien ebenso. Ein Epos, das scheinbar nie zum Epos wurde. Vielleicht haben die Leute Kurzweiligeres oder Trashigeres erwartet. Vielleicht noch Anspruchsvolleres a la "Die sieben Samurai". Vielleicht kam "Time Slip" zu spät, vielleicht zu früh. Vielleicht springt er auch wirklich erzählerisch im doppelten und dreifachen Sinne zu viel durch die Zeit. Oder vielleicht ist der Cast und die Figurenkonstellation auch einfach etwas zu breit aufgestellt, sodass klarste Identifikationsfiguren fehlen. Bei mir haben diese kriegerischen Konstellationen durch die Jahrhunderte aber einen Nerv getroffen. Wie eine aufgeblasene "Twilight Zone"-Episode aus dem Land der aufgehenden Sonne. Klasse!

Timepocalypse Now Redux

Fazit: Ghosts of Futureshima. Was theoretisch super trashig und konfus sein könnte, wird in "Time Slip" dann doch erstaunlich seriös und amtlich vorgetragen, sogar über satte 2 Stunden. Und vielleicht liegt darin schon der Pfefferhase begraben und die Lösung für sein Nischendasein... Aber ich hatte eine beeindruckende Zeit mit "Time Slip"!

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