China, in den 20er oder 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Einst war Chau (Cho Kin) ein Meister des KungFu, der eine Kampfschule leitete. Und er kam dem japanischen Boss (Miao Tien) eines Rauschgift-Rings in die Quere, als er nicht zulassenwollte, dass auch seinen Schülern Drogen verkauft werden sollten.
Der Boss der Bande wollte die Schule daraufhin schließen lassen, und stellte Chau zum Duell. Chau wurde bei diesem Kampf schwer verletzt, und wurde später Arzt, insbesondere um den Drogen-Abhängigen zu helfen. Chen (Yu Tien-Lung) war noch ein kleiner Junge, als auch sein Vater an Drogen zu Grunde ging. Chau nahm ihn bei sich auf. Zwanzig Jahre später. Chen ist ein hervorragender KungFu-Kämpfer, der als Assistent seines Zieh-Vaters in dessen Klinik arbeiten soll, hier aber seine Pflichten vernachlässigt. Befreundet ist er mit der Tochter des Doktors, der schönen Feng (Wang Ching-Ping). In Behandlung sind fast alle Männer der Stadt, sie sind drogenabhängig, zumeist opium- und zunehmend morphium-süchtig. Sechs Monate zuvor hat der japanische Ober-Boss des Rauschgift-Rings auch in dieser Stadt eine „Filiale“ eingerichtet, den „Club der gelben Katzen“, mit einem chinesischen Unter-Boss (Wu Kuang) als dessen Leiter. Das Elend in der Stadt durch den Drogenkonsum wird immer schlimmer, um die Drogen zu finanzieren, werden sogar die Töchter an das Bordell der Bande verkauft.Chau indes weiß, dass er unterlegen ist, und nichts ausrichten kann, außer die Not der Abhängigen zumindest zu lindern. Er steht der Gewalt und der Einschüchterung der Gangster hilflos gegenüber. Doch Chen sieht das immer weniger ein, und bietet der Bande immer mehr die Stirn. Zunächst legt er sich mit den Gangstern im Casino an, dann kommt es zu einem Kampf, in dem Chen siegreich bleibt. Die Gangster bekommen ihn jedoch durch eine Intrige, in der Chen beschuldigt wird die Frau (Si Sin-Dai) eines Drogen-Abhängigen vergewaltigt und schließlich getötet zu haben, in ihre Gewalt.
Als der japanische Ober-Boss der Bande im Quartier der Gangster eintrifft, kommt es zum alles entscheidenden, mit äußerster Brutalität geführten Show-Down, zum Kampf um Leben oder Tod…..
Fazit:
„Infernal Street“ ist ein typischer, einfach-strikter und kerniger KungFu-Actioner im Fahrwasser der Martial-Arts-Filme Bruce Lee´s, in dessen Todes-Jahr dieser Streifen hier auch entstand, und deren reell-harter Ausrichtung. Auch hier geht es um den letztendlich einsamen, knallharten Kämpfer, der allem zunächst in sich brodelnd zuschaut, um dann kalt und gnadenlos im Kampf gegen eine ganze Bande von Villains zurückzuschlagen.So ein bisschen ala Bruce Lee ist hier der Held dieser einfachen Storyline denn auch gestrickt, obgleich Hauptdarsteller Yu Tien-Lung natürlich nicht das Charisma des King of KungFu hat, ja haben kann. Doch setzt er bemüht eigene Akzente, und stellt eine weitere Variante des einsam-harten
Kämpfers dar, der sich das Elend eine Weile brodelnd ansieht, doch nach den Beschwichtigungen einer Vater-Figur hier dann doch alle Contenance verliert.
Und auch die gediegene Atmosphäre dieses kostengünstigen, wenig ambitionierten aber handwerklich sauber abgedrehten Films, in zweckmäßigen, urbanen Kulissen ala „Golden Harvest“ (dem „Heimat“-Studio Bruce Lee´s), die teils japanischen Villains, die Schusswaffen am Ende, sind wohl in Anlehnung an „Fist of Fury“ mit Bruce Lee zu sehen. Die Handlung ist denn weitestgehend stringent erzählt, dieDrogen-Problematik einer Stadt sogar für einen Eastern ziemlich eingehend geschildert, nur als der Held seine Unschuld hinsichtlich des ihm unterstellten Missbrauchs einer Frau immer wieder beteuert, untermalt von schwulstiger Musik, hier verliert der Film an Tempo und die Darstellungen wirken all zu theatralisch. Ansonsten ist dieser Eastern ein typischer Martial-Arts-Actioner im Bruce Lee-Stil, es geht um Rache, den Kampf gegen eine ganze Bande und zahlreiche knallharte KungFu-Fights. Yu Tien-Lung ist der harte, einsame Kämpfer, ala Bruce Lee,
aber eigene Akzente setzend, in ihm kocht es, als seine Leute vor den Villains hilflos kuschen. Cool-arrogant fängt er an, den Villains die Stirn zu bieten, seine rebellischen Aktionen rufen den Unmut der eigenen Leute hervor, und die Reaktionen der Bösewichte. Dann wird er zur gnadenlosen Kampfmaschine.Yu sieht Bruce ein wenig ähnlich, und spielt seine Rolle auch überzeugend. Cho Kin ist die Vater-Figur, beschwichtigend redet er auf den Helden ein, er meint, der Schwache hat gegen den Überlegenen nur eine Chance, wenn man sich zurückhält und geduldig auf eine Chance wartet. Yu Tien-Lung will aber nicht mehr warten. Auch Cho Kin überzeugt in seiner Darstellung. Die Villains, schleimig und hinterhältig, arbeiten mit dem Mittel der Einschüchterung, korrumpieren die Behörden. Wu Kuang steht den chinesischen Handlangern vor, die japanischen Villains sind gröber und brutaler gezeichnet, und Miao Tien steht die Bösartigkeit ins Gesicht geschrieben. Ähnlich wie Chiang Nan oder Chiang Tao bei den Shaw Brothers oder Yee Ying, ist Miao Tien bei der Besetzung eines Bösewichts sowas wie eine erste Wahl.
Immer wieder durchziehen KungFu-Fights diesen Eastern, klassische Techniken, doch reell und hart dargeboten, keine Akrobatik, kein Firlefanz.
Eben an Bruce Lee und dessen Realistik angelehnt, wird hier reell gefightet, doch stimmt die Technik, die Beinarbeit und Schlag-Block-Schlag Hand-to-Hand.
Die Intensität der Kämpfe nimmt zu, tödliche Fäuste in einem brutalen Fight, insbesondere im Finale, die letzte Viertelstunde ist denn Action angesagt.
„Infernal Street“ ist solide Unterhaltung für den Eastern-Freund, der vor allem die harte Realistik der KungFu-Actioner Bruce Lee´s schätzt. An einen Streifen mit dem King of KungFu kommt dieser Film aber natürlich nicht heran. Dennoch, als Fan des Genres, kann man sich mit diesem Eastern gut arrangieren.
7/10.