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Insel des Grauens ist auf seine Art ein Destillat des Science-Fiction-Abenteuerfilms nach Art des Romans The Lost World von Sir Arthur Conan Doyle. Im gleichnamigen Stummfilm oder in King Kong und die weiße Frau, beide mit den großartigen Stop-Motion-Effekten von Willis H. O’Brien ausgestattet, wurde das Grundprinzip bis zu epischer Majestät aufgebaut. Jack Bernhards Kinoproduktion, im Original Unknown Island, reduziert das Prinzip nun im teuren Cinecolor Verfahren auf wesentliche Züge.
Es ist ein ehemaliger Soldat, der mit seiner weiblichen Begleitung in einer düsteren Spelunke einen ebenso zwielichtigen Kapitän mitsamt Schiff anheuert und die Insel, zu der es nun gehen soll, ist immerhin derart berüchtigt, daß die Crew lieber nicht davon erfährt – Meuterei könnte drohen.
Die Ziele sind rein wissenschaftlicher Natur. Dabei geht es hier nicht einmal darum, ein Exemplar für die Heimreise zu sichern, sondern es werden Aufnahmen und Aufzeichnungen getätigt. Da auf der Insel jedoch Dinosaurier wie ein monströser Affe ihr Unwesen treiben, schweben die menschlichen Besucher stets in Lebensgefahr. Spannungen untereinander, letztlich auch sexueller Natur provoziert durch die weibliche Mitreisende, sorgen schließlich für einen unaufhaltsamen Zusammenbruch der Gemeinschaft, die in der Wildnis droht aufgerieben zu werden.

Insel des Grauens ist also eine Art Freiluft-Kammerspiel, das sich nebst den einfältigen Effekten lediglich auf die Aussicht stützt, wer am Ende denn in der Lage sein wird, die Insel überhaupt zu verlassen. Mäßige Spannung wird dabei durch das Spiel der genreaffinen Zuschauern teils bekannten Akteure erzeugt.
Über Rückprojektionen eingefügte Saurier sind zuweilen kaum bewegliche Attrappen und zumeist t-rex-ähnliche Männer in Gummikostümen, was spätestens heute Garant für ein paar Lacher ist. Insbesondere die antiproportional zur Qualität steigende Quantität der Saurierattacken sorgt für Belustigung. Auch ein getroffen stürzendes Monster ist zu beachten, handelte es sich dabei ursprünglich nämlich um einen Darsteller, der in seinem Kostüm schlicht ohnmächtig geworden war.
Der obligatorische King-Kong-Tribut-Kampf zwischen einem Saurier und dem Orang-Utan-Mutanten schließlich berechtigt überhaupt erst das Dasein letzterer Kreatur und gibt Insel des Grauens als quasi Proto-Daikaijû-Element durchaus eine historische Bedeutung für Monsterfilmfans. Ausschließlich diese werden Insel des Grauens auch wegen seiner für die Zeit herausragenden Stellung noch etwas abgewinnen können.

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