Review

Inhalt:

1973, (angeblich) Tianjin in China. Lung Tzu-Pei (Alex Lung Ji-Fei) ist ein skrupelloser Gangster, seine "rechte Hand" ist der Schläger Chang (Yukio Someno). Die Gangster stehlen eine äußerst wertvolle Jade-Pagode, ein Juwel, das Teil des nationalen Erbes Chinas ist. Besitzer war der französische Bankier Jean Valsoie (Michael Freeman), der nunmehr von den Gangstern erpresst wird.

Als Valsoie darauf nicht eingeht, wird kurzerhand dessen Tochter Louise (Jenny Jones) von den Verbrechern entführt, und diese fordern 500.000$ Lösegeld. Der so einfältige wie trottelige Polizei-Inspektor Chen Wa (Wei Ping-Ao) ist machtlos, und der Kriminologe Ying King Min (Chiang Nan) wird um Hilfe gebeten. Dessen Schüler und Gehilfe, der Detektiv und KungFu-Fighter Chao Chun (Steve Yu Shung-Ying) nimmt sich der Sache an.

Chao Chun will sich in die Gang infiltrieren, doch das fliegt auf. Es kommt zum Kampf, und Chao wird selbst von Lung Tzu-Peis Bande gefangen gesetzt. Chao und Louise gelingt jedoch die Flucht. Doch noch ist die Jade-Pagode in der Hand Lung Tzu-Peis!

Es kommt zum Show-Down gegen die Gangster, Chang kann von Chao Chun im Kampf besiegt werden. Dann kommt es zum gnadenlosen Duell auf Leben oder Tod zwischen Chao Chun und Lung Tzu-Pei...!

Kritik:

Im Jahre 1973 drehte Regisseur "Teddy" Ip Wing-Cho für die Studios von "Emporer Film International" in Hongkong diesen leider -von den letzen Minuten abgesehen- insgesamt eher entäuschenden, drögen und langweiligen Eastern.

Denn die Atmosphäre ist sehr nüchtern, und die Story ist sehr schleppend, fast lustlos und ohne Schwung in Szene gesetzt. Langatmig und schwerfällig -trotz oder gerade wegen einigem Hin und Her- entwickelt sich eine recht dürftige Geschichte um Raub, Entführung und Ermittlungen, in langweiliger Kulisse und mit Darsteller*Innen die nur wenig Spielfreude entwickeln.

So zieht sich denn über eine Stunde alles wie ein Kaugummi hin, ich weiß gar nicht, was ich da groß drüber schreiben soll und kann. Ohne Esprit, ohne Elan, selbst die zwischenzeitlichen KungFu-Fights, die in klassischen Techniken doch einiges an Körperbeherrschung der Kämpfenden aufzeigen, können das nur ein wenig auflockern. So quält sich der Zuseher durch diesen zähen Film, der es trotz Crime-Thema nicht schafft, echte Spannung zu erzeugen. Dazu noch diese Musik, orchestrale Jazz-Mucke, die die Langeweile noch verstärkt, die dieser Eastern verströmt.

Steve Yu Shung-Ying ist der Held in diesem über eine Stunde lang nur flauen Drama. Bedröppelt Gucken, ist hier sein "Markenzeichen", ein Held der nicht so richtig aus sich rauskommt. Das ändert sich nach ca. 70 Minuten Laufzeit -von insgesamt 84- dann endlich. Immerhin.

Alex Lung Ji-Fei ist zwar ein charismatisch wirkender Darsteller, aber auch seine Figur ist hier eher krampfhaft in sich starr gehalten. Was war denn da nur los, heijeh. Bös-brutal gucken, sinnierend was denn nun zu tun ist, tja nun. Auch hier gilt indes, in den finalen Minuten bricht sich auch in seiner Figur was los. Darauf komme ich noch, denn ein paar Pünktchen kann ja selbst dieser eher unterdurchschnittliche KungFu-Film noch ergattern.

Yukio Someno, spielt wie gehabt, immer wieder ist er der hitzig-nervöse Scherge. Ich mag sein Spiel nicht, ich mag seine Art der Darstellung nicht. Aber an der Seite des Villain darf denn auch sein Charakter noch fightend was raushauen, wörtlich und was die Bewertung betrifft.

Wei Ping-Ao ist als trottelig-überforderter und naiv-einfältiger Inspektor eigentlich die richtige Besetzung. Aber eben diese Figur, lächerlich und sie nervt. Diese dämliche Maskerade mit Bärtchen und Dienstmütze ala "Gendarm von Saint-Tropez", dazu anscheinend Perücke, passt zum trotteligen Polizisten, den Wei Ping-Ao hier markieren musste.

Die europäischen Darsteller passen denn nicht so recht. Michael Freeman als französischer Bankier (was macht so einer eigentlich im damals maoistisch-kommunistischen Tianjin? Na ja, die fahren da ja auch westliche Autos und die Triaden dürfen da fast unbehelligt ihr Unwesen treiben. Man wundert sich, aber das muss man als "Filmfehler" halt so hinnehmen) geht in einer Rolle ohne Gehalt unter. Jenny Jones als weinerlich-ängstliches Entführungsopfer gibt auch nicht viel her, was zum drögen Streifen der uns hier ca. 70 Minuten lang geboten wird passte.

Eastern-Haudegen Chiang Nan ist Gaststar mit Kurzauftritt in dieser Produktion, und Chin Yuet-Sang sowie gar Yuen Biao und Corey Yuen sollen als Schläger und "Valsoie"´s Assistenz mit dabei gewesen sein.

Was rechtfertigt noch die 4 von 10 Punkten in meiner Bewertung? Das sind die letzten ca. 14 Minuten, als die KungFu-Action endlich richtig aufdreht, und es zwischen Steve Yu sowie Someno und Alex Lung Ji-Fei zum Todesballet kommt, ein knallharter KungFu-Fight, der die Sache noch einigermaßen, endlich, raushaut.

Die Atmosphäre ist wie erwähnt ziemlich lau in diesem Streifen, auch der Endfight  Part 1 -"1 vs 2"- in einer baufällig, gottverlassenen und von Fassaden-Ruinen geprägten Umgebung fällt in dieses flaue Kulissen-Schema. Und die Akteure laufen umher -was dem Fight leider auch unterbrechend an Drive nimmt, dazu wieder diese langweilige orchestrale Mucke, welcher Teufel hat die Verantwortlichen da  nur bei der Nachbearbeitung geritten?-, doch das hat dann einen Vorteil: Yu Shung-Ying und Lung Ji-Fei laufen in eine ganz andere Umgebung, eine hell-gelbliche Felslandschaft mit einer sandigen Ebene auf dem das End-Duell einen würdigen Rahmen erhält, endlich echte und kernige Eastern-Atmosphäre, in den letzten 10 Minuten. Und darin ein eisenharter, brutaler KungFu-Fight mit klassischen Techniken, schönen Moves und dramatischer Duell-Spannung.

Endlich, endlich, endlich, und das Beste überhaupt, das einzig wirklich Gute in "Die Todesfaust" ("Death Blow" aka "Thunderfist").

Tja, aber einen Film muss man ja zur Gänze betrachten und bewerten. Und da springen für die ersten ca. 70 Minuten vielleicht mal gerade und mit Wohlwollen betrachtet... 2 von 10 Punkten raus. Für die letzten Minuten, na mindestens 7 von 10. Aber das gibt im Schnitt -und man muss ja den zeitlichen Proporz bedenken-, 4 von 10 Punkten. Schade, da war mehr drin gewesen, wenn "Teddy" Ip Wing-Cho seinen Film zackiger und mit mehr Drive in der Story versehen hätte, nebst mehr Spielfreude bei den Darsteller*Innen.

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