Review
von Leimbacher-Mario
Schmiedet Spannung unter Volldampf
„The Big Heat“ ist ein glasklarer Film Noir-Erstligist von Fritz Lang, der heute noch genauso gut wirkt wie zu seinem Release. Erzählt wird von einem Kommissar, der nach dem Selbstmord eines Kollegen immer tiefer in den zerstörerischen Sog eines einflussreichen Verbrechersyndikats gerät, dabei für die Wahrheit sich und seine Familie in größte Gefahr begibt…
Knochentrocken. Brutal. Hart. Kompakt. All das trifft auf „The Big Heat“ zu, der ohne Frage das Krimi- und Polizeigenre filmisch wie seriell erschütterte, beeinflusste und in eine wesentlich grimmigere Richtung lenkte. Wie auch Lang es mit dem amerikanischen Thriller allgemein tat. „Heißes Eisen“ hätte auch ein außergewöhnlicher Serienpilot sein können. Zwischen kochendem Kaffee und zwielichtigen Gestalten, zwischen Verlust und Rache, zwischen Fatalismus und Lebensverdruss. Wegweisende Polizeiarbeit, tolle aber womöglich nicht nur beschädigte sondern auch schädliche Frauen, viel Alkohol und traumatische Autobomben. Lee Marvin in ungewohnt jung. Grimmig. Gemein. Garstig. Vertausche Rollen, kein Vertrauen. Zu niemanden. Schon nicht mehr cool, sondern fast unangenehm. Eiskalt und doch heißblütig. Fritz Lang gönnt einem hier kaum Atempausen - selbst nach heutigen Maßstäben. Einer der ökonomischsten Film Noirs da draußen. Perfekte Kurz-vor-Mitternacht-Unterhaltung.
Fazit: heißer Kaffee, harte Hunde, tiefe Wunde - „The Big Heat“ hat sich hervorragend gehalten, immer noch enorm viel Tempo und einfach eine bittere Noir-Story, die einen einsaugt und gequirlt ausspuckt!