Während der kleine Wachmann Johnny Valleri auf dem Gelände eines Bier-Lagers seine nächtliche Runde macht, wird er Zeuge, wie zwei Diebe von einem Scharfschützen erschossen werden, der im Anschluss vom Tatort fliehen kann. Daraufhin befördert ihn sein Boss MacKenzie zum Privat-Detektiv (!) und stellt ihm den versoffenen Phillips zur Seite, damit die beiden den Vorfall auf eigene Faust aufklären. Johnnys Eltern sehen es nur sehr ungern, dass ihr Sohnemann nun einem so gefährlichen Job nachgeht... und auch zwischen ihm und seiner Freundin Angela kriselt es schon seit längerem heftig. Johnny selbst würde eigentlich eh viel lieber für eine Zeitung schreiben und bändelt darum in der Folgezeit mit der Reporterin Kate Quinn an, die unwissentlich für eine Story denselben Fall recherchiert. Gemeinsam kommt man schließlich dahinter, dass das Lager ein geheimer Umschlagplatz für einen Drogen-Ring ist und in den Bier-Fässern Heroin geschmuggelt wird... "Killing"... na ja, ein bisschen. "Action"? Eher nicht! Okay, den nichtssagenden Originaltitel "The 2nd Degree" hat man mal wieder reißerisch eigedeutscht und beim Blick auf die Cover-Aufmachung erwartet man dann auch eigentlich einen billigen Action-Streifen, doch in Wahrheit entpuppt sich das Ganze als nicht allzu furioser Kleinstadt-Krimi, in dem höchstens vereinzelt ein wenig herumgeballert wird. Im Mittelpunkt des Interesses steht dann noch nicht mal die Ermittlungs-Arbeit des Amateur-Schnüfflers Johnny, sondern fast schon eher das angeschlagene Verhältnis zu seinen Eltern und die Beziehungs-Problemchen mit seiner nervigen Freundin. Ralph Colellis Regie-Arbeit ist derweil eigentlich gar nicht übel, es hapert aber leider wieder mal am Skript, dessen Geschichte ziemlich wirr ist und keine gute Balance zwischen den (melo)dramatischen Momenten und dem (nicht wirklich komplizierten) Kriminal-Fall findet, den es nebenbei auch noch aufzuklären gilt. In Sachen Story wird hier viel in die Waagschale geschmissen, aber ob des verschleppten Pacings ist das alles doch irgendwie immer noch zu wenig, um die Laufzeit von 100 Minuten vollzumachen. Honorieren kann man hingegen die Ambitionen der Macher, die doch merklich bemüht gewesen sind, einen "richtigen" Film abzuliefern und nicht nur die übliche Actiongülle unter B-Niveau... auch wenn das Ergebnis da doch bestenfalls TV-Film-Flair verbreitet (und optisch auch so aussieht). Kurioserweise hat sich bislang tatsächlich noch niemand die Mühe gemacht, "The 2nd Degree" in die IMDB einzutragen und hierzulande dürfte dieser Independent-Streifen, der seit seinem damaligen deutschen VHS-Release auch mehrere Budget-DVD-Veröffentlichungen erfahren hat, wohl tatsächlich bekannter sein als in den USA...
5/10