Nach dem Tod ihres Mannes steht für die Gräfin Elisabeth Nodosheen sowie ihren Hofstaat die Testamentseröffnung an, bei der sie den jungen Lt. Imre Toth, einen Begünstigten ihres Mannes, trifft und sich in ihn verguckt. Durch einen Zufall bei einem ihrer jähzornigen Wutausbrüche stellt sie fest, dass das Blut einer jungen Dienerin ihre eigene Haut verjüngt und sie wieder attraktiver erscheinen lässt. Ihre Chance witternd gibt sie sich als ihre eigene Tochter aus und landet tatsächlich bei Imre, doch ihr jugendlicher Zustand soll nicht von Dauer sein und so braucht sie erneut frisches Blut von einer Jungfrau. Was sich als Story vielleicht wie ein typischer Horrorfilm aus den 70er Jahren anhört, ist beim Betrachten mehr ein Liebesdrama innerhalb eines Kostümfilms, das phantastische Element, welches der Gräfin die Macht der Jugend verleiht, verschwindet hinter den Hofintrigen zu einem schmückenden Beiwerk. Das Drehbuch ist nicht gerade sehr einfallsreich und die Charaktere agieren nicht immer, wie sie es müssten, um eine interessante und vor allem spannende Story zu erzählen. Die Hormocentakur von Elisabeth, die sich mit Jungfrauenblut einschmiert und um Dekaden jünger aussieht, reicht wohl nur den Fans von Ingrid Pitt zu wenigen erotischen Momenten. Sandor Elès als ihr Held wirkt unbeholfen und teils unfreiwillig komisch in seinem etwas albernen Aufzug, gefallen kann da schon eher Nigel Green als verschmähter Gegenspieler und Bösewicht. Die großen Namen wie bei anderen Hammerproduktionen fehlen und das Drehbuch ist nur allzu löchrig, ohne große Erklärungen oder Effekte dreht Peter Sasdy ("Wie Schmeckt Das Blut Von Dracula") seinen zweiten Spielfilm ab. Ein bisschen angedeutete Hexerei und etwas tyrannische Behandlung Untergebener machen noch keine "Comtesse Des Grauens", schon gar nicht eine blutrünstige Figur wie die Vorlage der berüchtigten Gräfin Erzsebet Bathory aus Ungarn. Unter'm Strich bleibt eher die gute Idee, alternativ zu den Vampirfilmen mit Beißereien, als ein funktionierender Gothicvertreter. Allenfalls Kostümfilm- und Sleazeallesgucker könnten Spass daran haben.
Fazit: Ziemlich einfältige Hammerproduktion, die weder inhaltlich noch atmosphärisch überzeugen kann. 4/10 Punkten